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Haus- und Hofgemeinschaft

Die Haus- und Hofgemeinschaft ist eine neue Form des inklusiven Wohnens. Es handelt sich um ein Ambulant betreutes Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen jeden Alters.

Was ist die Haus- und Hofgemeinschaft?

In den eigenen vier Wänden und doch nicht allein: Das ist das Ziel der inklusiven Haus- und Hofgemeinschaft. Menschen mit und ohne Behinderungen leben in einem größeren Anwesen zusammen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner wohnen in Apartments beziehungsweise Wohnungen mit einem eigenen Bad und einer Küchenzeile.

Der Gemeinschaftsbereich, den sich alle teilen, besteht aus einem großen Gemeinschaftsraum mit einer Einbauküche und einem Außenbereich mit Terrasse und Garten. 

Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt und unabhängig leben können. Gleichzeitig werden sie von den Bewohnerinnen und Bewohnern ohne Behinderungen unterstützt, um ihren Alltag zu bewältigen. In der Haus- und Hofgemeinschaft können sich die einzelnen Personen in ihr individuelles Apartment zurückziehen. Zugleich können alle am Gemeinschaftsleben im Haus teilnehmen – jede Person, wie es ihren Bedürfnissen entspricht. Diese Form des Ambulant betreuten Wohnens ist an die Ideen angelehnt, die Wohnungsbau-Genossenschaften sowie Mehrgenerationen-Projekte entwickelt haben.

Für wen ist die Haus- und Hofgemeinschaft geeignet?

Die Haus- und Hofgemeinschaft ist eine inklusive Lebensform. Sie ist in der Stadt und in ländlichen Regionen umsetzbar. Sie eignet sich für Menschen mit Behinderungen, die selbstbestimmt in einer Gemeinschaft leben möchten. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ohne Behinderungen sind Singles, Paare und Familien mit Kindern angesprochen. Voraussetzung für die Aufnahme in die Haus- und Hofgemeinschaft sind großes soziales Engagement und die Bereitschaft, Menschen mit Behinderungen im Alltag zu unterstützen.

Wo gibt es Haus- und Hofgemeinschaften?

Derzeit gibt es Haus- und Hofgemeinschaften nur beim Münchner Verein Gemeinsam Leben Lernen e. V. (GLL - www.gll-muenchen.de). GLL betreibt seit 1989 inklusive Wohngemeinschaften in München und den umliegenden Landkreisen.

Was kostet das Leben in einer Haus- und Hofgemeinschaft?

In den Wohngemeinschaften leben Menschen ohne Unterstützungsbedarf zu einer reduzierten Miete. Im Gegenzug unterstützen sie ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner mit Behinderungen. Dieses Modell heißt auch „Wohnen gegen Hilfe“. Die Bewohnerinnen und Bewohner ohne Behinderungen verpflichten sich, pro Monat zirka 60 Stunden Assistenzleistungen zu erbringen.

Wo gibt es weitere Informationen?

Wenn Sie mehr wissen möchten, wenden Sie sich bitte an:
Eva Meyer
Gemeinsam Leben Lernen e. V.
Goethestr. 8, 80336 München
Tel. (089) 8905598-22 oder e.meyer@gll-muenchen.de.

Beim Bezirk Oberbayern ist für dieses innovative Projekt zuständig:
Selma März
Wohnraumkoordinatorin des Bezirks Oberbayern
089 2198-22107 oder selma.maerz@bezirk-oberbayern.de