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Künstlerhaus kommt in 3D

München, den Datum: 18.12.2020
Schafhof - Europäisches Künstlerhaus

Kunst kommt zum Publikum

Anfang des neuen Jahres bietet das Europäische Künstlerhaus Oberbayern ein Künstlergespräch mit Bernd Zimmer und Dr. Björn Vedder an. Da derzeit noch nicht sicher ist, ob dann das Künstlergespräch oder die beiden derzeit im Schafhof gastierenden Ausstellungen vor Ort besucht werden können, ist das Angebot des „KUNST#TAG 075“ losgelöst von Zeit und Raum: Das Gespräch wird als Livestream im Internet angeboten und kann danach über eine Videoplattform kostenlos abgerufen werden.

Dieses Angebot ist Teil von „OUTPUT“. In dieser Reihe zeigt das Künstlerhaus Interviews, Gespräche und Veranstaltungen zu Kunstthemen. Für Eike Berg, den Leiter des Künstlerhauses, ist dies zu einem wichtigen Standbein geworden. „Diese Art der Kunstpräsentation hatte ich mir schon seit Jahren gewünscht, bisher scheiterte die Umsetzung an den Ressourcen.“


Wegen Corona änderten sich die Prioritäten. Berg: „Wenn die Menschen nicht mehr zu der Kunst kommen können, muss die Kunst zu den Menschen kommen!“ Zug um Zug wurden Onlineangebote beim Künstlerhaus ausgebaut. Im Internet bietet die Einrichtung des Bezirks Oberbayern nicht nur „Kunstdialoge“, Vernissagen und Vorstellungen von Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern an. Diese Art der Kunstpräsentation gehört nun auch zum „Artist in Residence“-Programm. Bei diesem unterstützt der Bezirk Oberbayern den Austausch von Künstlerinnen und Künstlern: Im Wechsel können oberbayerische Kunstschaffende einen begrenzten Zeitraum bei europäischen Partnern leben und arbeiten. Im Gegenzug kommen von dort Künstlerinnen und Künstler nach Freising. Schon während der ersten Schließung des Hauses im April und Mai entstand ein intensives Programm mit „Kulturbotschaften“: Kunstschaffende aus Oberbayern teilten in Online-Interviews ihre Erfahrungen im europäischen Ausland mit dem heimischen Publikum. „Die Videoangebote sind mehr als nur eine Möglichkeit, einen Einblick in das künstlerische Arbeiten zu geben, sie sind auch ein wertvolles Zeitdokument“, so Eike Berg.


Onlineangebote sieht Berg auch als einen wichtigen Beitrag zur Inklusion: „Die technischen Möglichkeiten eröffnen uns neue Formen, Kunst zu genießen: Es ist nun nicht mehr erforderlich, persönlich vor Ort zu sein. Damit kann jeder bei einer Vernissage virtuell dabei sein, ohne körperlich anwesend zu sein – das bedeutet weniger Barrieren für den Kunstgenuss.“ Die Erweiterung und Zugänglichkeit von Kultur sei ein wichtiger Aspekt, aber das digitale Programm kann und soll das Kunsterlebnis und die Begegnung vor Ort nicht ersetzen, sondern optimal ergänzen.

Ausbau der Angebote geplant

Für Eike Berg sind deshalb Filme und virtuelle Angebote im Internet auch nicht auf die Pandemiezeit beschränkt und sollen weiter ausgebaut werden. Ziel ist es, einen virtuellen Ausstellungsbesuch zu ermöglichen. Bereits jetzt gibt es Angebote für die beiden Ausstellungen im Künstlerhaus, die derzeit nicht vor Ort besucht werden können: Am Rechner können Internetnutzer mit Hilfe von 360°-Bildern den Blick über die Ausstellung schweifen lassen und die Perspektive der Anzeige selbst bestimmen. Dies ist nur der erste Schritt. Eike Berg: „Ich hatte bei einem Kunstprojekt vor zehn Jahren bereits ein digitales Museum aufgebaut. Inzwischen sind die technischen Möglichkeiten sehr viel besser, und wir arbeiten daran, den Besuchern den virtuellen Besuch der Ausstellungen in 3-D-Technik zu ermöglichen.“

Mit Maus oder Joystick soll es möglich werden, wie bei einem Videospiel durch die Ausstellung zu gehen und zusätzliche Informationen zu den Künstlern und gezeigten Werken abzurufen. Die Ausgabe kann dann auf dem Bildschirm oder einer Virtual-Reality-Brille geschehen, so dass die reale und virtuelle Welt näher zusammenrücken. Bis dahin ist aber noch viel Arbeit zu leisten, wie Eike Berg einschränkt: „Das fängt bei Fragen des Kopierschutzes bei den gezeigten Werken an und reicht bis hin zur Programmierung der Ansicht des Gebäudes sowie der Ausstellungswände.“

Rege Nutzung

Viele positive Rückmeldungen bestätigen den Leiter des Schafhofs, den digitalen Weg zusätzlich zum analogen zu gehen, vor allem zeigen aber die wachsenden Zugriffszahlen den Bedarf für die neue Art der Kunstvermittlung. Über das Internet nehmen inzwischen mehr Menschen an den Kunstdiskussionen teil, als im Gebäude des Schafhofs Platz hätten. Beigetragen zu diesem Erfolg haben junge Menschen, die im Rahmen des Freiwilligendienstes (ehemals FsJ) am Künstlerhaus mitarbeiten: So haben die beiden Freiwilligen Julian Kistler und Lucia Günther bei der Durchführung der Livestreams und bei der Ausführung des 3D-Ausstellungsprojekts tatkräftigt unterstützt. Eike Berg räumt ein: „Die Umsetzung meiner Konzepte wäre ohne die beiden nur sehr begrenzt möglich gewesen.“


Nächste Online-Veranstaltung

21.01.2021, 19 Uhr
KUNST#TAG 075
Künstlergespräch mit Bernd Zimmer und Dr. Björn Vedder

Hinweis

Während des Lockdowns ist es nicht möglich, die beiden Kunstausstellungen vor Ort zu besuchen. 360°-Bilder und Videos mit den Vernissagen und Künstlergesprächen sind über die Internetseite des Schafhofs erreichbar:
www.schafhof-kuenstlerhaus.de/Videopool


Bildmaterial zum Download

  • Der Leiter des Künstlerhauses bei einem Videointerview: Vor ihm befinden sich zwei riesige Monitore sowie eine Videokamera.

    Eike Berg, Leiter des europäischen Künstlerhauses Oberbayern bei einem Videointerview mit dem Künstler Alexis Dworsky für die Reihe [OUTPUT].

    Foto: Wolfang Englmaier

    Copyright: Bezirk Oberbayern / Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern

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  • Der Leiter des Künstlerhauses umgeben von technischer Ausrüstung wie Computermonitore und Videozubehör bei einem online-Interview.

    Eike Berg, Leiter des europäischen Künstlerhauses Oberbayern bei einem Videointerview für die Reihe [OUTPUT].

    Foto: Wolfgang Englmaier

    Copyright: Bezirk Oberbayern / Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern

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  • in einem großen freien Raum stehen zwei Menschen an einem Stetisch und unterhalten sich stark gestikulierend. Eine Kamera im Bildvordergrund filmt sie dabei.

    Bezirksrat Anton Spttlbauer (rechts) und Eike Berg bei einem Künstlergespräch im Künstlerhaus

    Copyright: Bezirk Oberbayern | Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern

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  • Drei Männer und zwei Frauen stehen im großen Abstand um ein Rednerpult. Im Bildvordergrund links ist ein Computermonitor zu sehen, der die Szene aus dem Blickwinkel zweier Kameras zeigt. Über diesen Computer wird die Veranstaltung ins Internet übertragen.

    Vernissage der Ausstellung "Neuaufbruch" im Künstlerhaus

    Copyright: Bezirk Oberbayern | Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern

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