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Im Dienst für den Nächsten

München, den Datum: 06.10.2017
Auszeichnungen Bezirk

Marlene Seeholzer aus Trostberg mit der Bezirksmedaille geehrt

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.
Gruppenfoto mit Urkunde und Medaille

 

„Wir als Bezirk Oberbayern wollen ein Zeichen in der Gesellschaft dafür setzen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement jedes Einzelnen ist“, betonte Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Verleihung der Bezirksmedaillen im Gebäude der Bezirksverwaltung in München. Mederer bezeichnete ehrenamtlich Tätige als unverzichtbaren Teil der Gesellschaft: „Ohne ihren Einsatz wäre das Leben vieler Menschen entbehrungsreicher, härter und einsamer.“ Mederer: „Mir ist es wichtig, die ehrenamtlich tätigen Menschen zu bestärken: Ihr macht etwas Wunderbares, macht weiter so!“
Vor diesem Hintergrund nannte es Mederer sehr erfreulich, dass es sehr viele Menschen gibt, die Dank ihrem Engagement für diese Auszeichnung geeignet erscheinen. „Stellvertretend für die vielen, die sich ehrenamtlich engagieren, hat der Bezirk Oberbayern Persönlichkeiten ausgewählt, die sich in unterschiedlichsten Gebieten ehrenamtlich engagieren und ehrt sie mit der Verleihung der Bezirksmedaille.“ Er bezeichnete die Träger der Bezirksmedaille als Vorbilder unserer Gesellschaft.


Zu den Geehrten zählt Marlene Seeholzer aus Trostberg
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Hier die Laudatio durch Bezirkstagspräsident Josef Mederer:

Unser nächstes Vorbild ist eine Frau, die nicht nur ein großes und gütiges Herz hat, sondern aktive Nächstenliebe auch persönlich lebt.

Seit Jahrzehnten ist Marlene Seeholzer als Mitglied und Beihelferin im Katholischen Frauenbund aktiv tätig. Sie war federführend bei der Gründung und Leitung des Gebrauchtkleidermarktes für Kinder und Jugendliche, den sie bis 2014 über zwei Jahrzehnte lang zweimal jährlich organisiert und geleitet hat. Sie war maßgebliche Organisatorin des ökumenischen Besuchsdienstes im Kreiskrankenhaus, dessen Leitung sie nach 10 Jahren in andere Hände weitergab. Ferner wurden der Besuchsdienst und die ehrenamtliche Gymnastikgruppe im Kreisaltenheim von Frau Seeholzer 35 Jahre lang mit eigenem Engagement und aktiven Helferinnen gestaltet. Noch heute trägt sie vielfältig zu einem aktiven Miteinander von Bewohnern, Mitarbeitern und ehrenamtlichen Kräften bei – inzwischen auch als zweite Vorsitzende des Fördervereins des Kreisaltenheims Trostberg.

Seit fast drei Jahrzehnten leitet Frau Seeholzer zudem das Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer der Caritas-Kleiderkammer der Pfarrei St. Andreas und steht zweimal wöchentlich mit Rat und Tat zur Verfügung. Für dieses große Engagement wurde sie im Jahr 2015 mit der Pater-Rupert-Mayer-Medaille des Caritas-Verbandes München geehrt.

Als 2015 viele Flüchtlinge kamen, übernahm sie dann die Funktion der Organisatorin für Spenden von Kleidung und Haushaltsgegenständen. Sie ist seitdem an vielen Tagen zusätzlich im Einsatz.
Kommunalpolitisch hat sich Frau Seeholzer 24 Jahre lang im Stadtrat sowie 12 Jahre im Kreistag engagiert und sich dabei vor allem bei sozialen Themen stets mit viel Herzblut eingebracht. Außerdem war sie 12 Jahre lang Mitglied im Pfarrgemeinderat.

Im Sportverein führte sie „Förderturnen“ ein und gab selbst viele Jahre lang Kindern mit motorischen Schwierigkeiten Förderstunden. Neben der Arbeit in Vereinen und im politischen und kirchlichen Bereich hat sie auch persönlich viel ehrenamtliches Engagement und sehr viel soziale Fürsorge geleistet.


So war die Aufnahme eines drogenabhängigen Jugendlichen, der seine alleinerziehende Mutter verloren hatte, in die eigene sechsköpfige Familie mit heranwachsenden Jugendlichen eine große Herausforderung und sie meisterte die dadurch auftretenden enormen Belastungen im Familienleben. Dennoch fanden auch danach immer wieder Jugendliche mit schwerwiegenden Problemen in akuter Notlage spontan fürsorgliche Aufnahme und einen Familienanschluss auf Zeit.

Marlene Seeholzer hat bereits Anfang der 1980er Jahre, als viele Bootsflüchtlinge aus Vietnam als Kontingentflüchtlinge in den Landkreis Traunstein kamen, diesen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und Unterkünften geholfen. Noch heute organisiert sie für Flüchtlinge und Bedürftige Sammelaktionen und versucht zugleich, die Spendenbereitschaft der Bevölkerung in sinnvolle Bahnen zu lenken.

Das Engagement Seeholzers war stets davon geprägt, Probleme nicht nur anzusprechen, sondern selber mit anzupacken, immer wieder selbst Hilfe zu leisten und auch weiterhin aufrecht zu erhalten – und zwar immer wieder auch über Jahrzehnte hinweg. Dieses großherzige und außergewöhnliche Engagement, das unspektakulär und mehr im Hintergrund erfolgte, verdient eine besondere Würdigung.


Ihnen, verehrte Frau Seeholzer, entbiete ich unsere aufrichtige Hochachtung. Als äußeres Zeichen der Anerkennung ehren wir Sie mit der Bezirksmedaille und sagen Ihnen heute „Vielen herzlichen Dank“ für Ihr vorbildliches Engagement!

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