Hilfe für Jung und Alt unter einem Dach
Neues Behandlungszentrum für psychische Erkrankungen in Wolfratshausen
Nach knapp zweijähriger Bauzeit gibt es in Wolfratshausen seit kurzem eine neue Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Problemen: Die kbo-Lech-Mangfall-Klinik für Erwachsenen und das kbo-Heckscher-Klinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie konnten in einem Neubau Tageskliniken, Institutsambulanzen und die Außenstelle der Carl-August-Heckscher-Schule eröffnen.
Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger freute sich bei der Eröffnung über den Mehrwert für die Region: „Mit dem neuen Standort konnte eine lange bestehende Lücke in der psychiatrischen Versorgung südlich von München geschlossen werden.“ Und auch Prof. Dr. Michael Landgrebe, Ärztlicher Direktor der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH und Chefarzt der kbo-Standorte Agatharied und Wolfratshausen hob die Bedeutung des Angebots hervor: „Mit der neuen Psychiatrie in Wolfratshausen stärken wir die psychiatrische Versorgung in der Region nachhaltig. Durch die ideale Kombination aus tagesklinischen und ambulanten Angeboten können wir Patientinnen und Patienten in unterschiedlichen Krankheitsphasen kontinuierlich begleiten“.
Modernste Therapiemöglichkeiten
Das neue, dreigeschossige Gebäude in der Königsdorfer Straße 17 erfüllt modernste Standards in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Es verfügt über eine Fläche von rund 1 950 Quadratmetern und ist durchgängig barrierefrei. Im Erdgeschoss bietet die Tagesklinik für Erwachsene 20 teilstationäre Behandlungsplätze und ermöglicht damit eine intensive psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung, ohne dass ein vollstationärer Aufenthalt notwendig ist.
Zum therapeutischen Angebot gehören neben Gruppen- und Einzel- auch Paar- und Familientherapien. Ergänzend werden verschiedene körper- und kreativtherapeutische Verfahren eingesetzt. Durch die enge Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Pflegekräften sowie Therapeutinnen und Therapeuten werden medizinische, psychotherapeutische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. In dem neuen Standort arbeiten etwa 50 Fachkräfte.
Ergänzend stehen moderne Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter auch Neuromodulationsverfahren wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS), die insbesondere bei Depressionen eingesetzt werden kann. Das Versorgungskonzept ermöglicht eine fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung auch über die tagesklinische Phase hinaus.
Kinder und Jugendliche: Schwerpunkt Essstörungen
Im ersten Obergeschoss befindet sich die Tagesklinik des kbo-Heckscher-Klinikums für 16 Kinder und Jugendliche und die Carl-August-Heckscher-Schule. Schwerpunkte bei der Behandlung liegen bei Essstörungen. Aber auch Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Sucht- und Zwangserkrankungen, ADHS oder Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung wird geholfen. Die Ambulanz des kbo-Heckscher-Klinikums besteht seit 2005 und befindet sich nun im zweiten Stock des neuen Gebäudes.
Bis zu 250 Erwachsene und mindestens ebenso viele Jugendliche sollen pro Jahr in den beiden Tageskliniken behandelt werden. Weitere rund 5 000 Patientinnen und Patienten versorgen die interdisziplinären Teams jährlich in den zwei Institutsambulanzen. Vorteil des Konzepts mit zwei psychiatrischen Einrichtungen unter einem Dach: Mit Erreichen der Volljährigkeit können die jungen Patientinnen und Patienten nahtlos in die Erwachsenenpsychiatrie wechseln.