Singen und Paddeln
München, den Datum: 27.01.2026ZAMMA – Das Festival in Oberbayern: Open-Air-Konzert mit 250 Kindern samt Rathausglocken und ein inklusiver „Triathlon“
Vom 1. bis 5. Juli soll sich Unterschleißheim bei ZAMMA – Das Festival in Oberbayern in eine Bühne für Musik, Tanz, Theater, Erinnerungskultur, Sport und vieles mehr verwandeln. Damit das gelingt, ist viel Planung nötig. Beim 3. Arbeitskreis feilten die Beteiligten daher intensiv an der Organisation. Aber was erwartet die Festivalbesucherinnen und -besucher? Zwei Beispiele geben eine Vorstellung davon.
Süßer die Glocken…
Der Plan: Alle Erstklässlerinnen und Erstklässler Unterschleißheims singen gemeinsam. Alle – das bedeutet 250 Kinder. „Wir sind schon Feuer und Flamme“, sagt die Leiterin der Musikschule, Victoria Scherer. Die Musikschule in Unterschleißheim kooperiert schon seit einigen Jahren mit den Grundschulen der Stadt. Für ZAMMA gestalten sie ein gemeinsames Open-Air-Konzert am Rathausplatz. Das Besondere: Die Rathausglocken machen mit. Denn sie sind Teil des von Masako Sakai eigens komponierten ZAMMA-Songs. „Die Glocken spielen eine wichtige, einzigartige Rolle. Sie werden als eigenes Instrument integriert und mit Schlagzeug, Bass, Keyboard und mehr ergänzt“, erzählt Sakai. Sie ist Jazz-Komponistin und Lehrerin an der Musikschule. Träge, schwer, metallisch, aber auch zart, rhythmisch und melodisch. So beschreibt sie den Klang der Rathausglocken. „Ich war positiv überrascht, dass man damit komplizierte Rhythmen erzeugen kann“, sagt Sakai. Lange und kurze Noten sind möglich, wie bei einem Popsong. Denn „Pop, Funk – etwas Cooles“ soll am Ende laut Komponistin entstehen. Doch es sind noch technische Hürden zu nehmen. Eine davon ist das Timing. Im besten Fall sollen die Glocken und die Kinder live performen. Doch der Glockenklang könnte zeitversetzt unten am Platz ankommen. Sakai ist im Austausch mit den Verantwortlichen im Rathaus, um eine passende Lösung zu finden. Neben der Melodie steht auch schon der Text. Es dreht sich um den Kerngedanken von ZAMMA: Gemeinschaft.
Zu Wasser und zu Lande
Einen inklusiven „Triathlon“ mit anschließendem „Stand-up-Paddling“ planen die Stiftung Pfennigparade, der Sportverein Lohhof und der Pfarrverband. Titel des Projekts: „Wasser für alle“. Gemeint ist damit ein Staffelwettbewerb am Unterschleißheimer See. Die Teilnehmenden treten in Teams an, schwimmen, laufen und fahren. Jeweils nur eine kleine Strecke von etwa 100 Metern, sagt Gabi Hüller vom SV Lohhof. Schließlich sollen alle mitmachen können – Spaß und Gemeinschaft stehen im Vordergrund. So gilt es eine Strecke mit einer Schwimmnudel zurückzulegen. Zusätzliche Hilfen wie Schwimmflügel sind ausdrücklich erlaubt, so Hüller. So können auch Kinder teilnehmen oder Menschen, die sich ansonsten nicht sicher genug fühlen. Im Anschluss folgt ein Hindernislauf. Dabei müssen die Athletinnen und Athleten bestimmte Aufgaben meistern, etwa um Kegel herumlaufen oder Gegenstände einsammeln. Die Ziellinie sollen alle auf Rädern überqueren – allerdings nicht wie sonst beim Triathlon auf Fahrrädern, sondern im Rollstuhl oder auf dem Tretroller.
Alle aufs Board!
Auf einem Brett stehend über den See gleiten: „Stand-up-Paddling“ ist Sport und Entspannung zugleich. Bei ZAMMA will die Stiftung Pfennigparade zeigen, wie das auch für Menschen im Rollstuhl möglich ist. Mit einem Spezialbrett, wie Markus Mair von der Stiftung Pfennigparade erklärt. Dieses ist 5 Meter lang und 2,50 Meter breit und kann zehn Personen transportieren – darunter bis zu vier Menschen im Rollstuhl. „Das ist eine coole Herausforderung. Alle können mitpaddeln und sind ganz nah am Wasser“, sagt Mair. Mit ein paar Kniffen macht er den See-Ausflug möglich. So hat er zum Beispiel Ösen auf dem Brett angebracht, um die Rollstühle anzugurten. Zwei Ausleger links und rechts halten das Brett in Balance, um zu verhindern, dass es kippt. Die Stiftung Pfennigparade stellt Paddel und Schwimmwesten bereit. Ein spezieller Steg der Wasserwacht soll einen barrierefreien Zugang zum See ermöglichen. Der Clou: Bei ZAMMA können auch Menschen ohne Behinderungen erfahren, wie „Stand-up-Paddling“ im Rollstuhl funktioniert.
Ausblick:
Der 4. und letzte Arbeitskreis findet am Mittwoch, 20. Mai 2026, im Festsaal des Rathauses in Unterschleißheim statt. Das Festival läuft vom 1. bis 5. Juli 2026 an verschiedenen Orten der Stadt Unterschleißheim.
Gut zu wissen:
ZAMMA – Das Festival in Oberbayern findet alle zwei Jahre in einer anderen oberbayerischen Kommune statt. Die Beiträge entstehen in der Region durch Zusammenarbeit von Initiativen, Einrichtungen und Engagierten. Die Menschen vor Ort schließen sich in nie dagewesenen Kooperationen zusammen und kreieren neue Projekte, die es so in der Kommune noch nicht gab – in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport, Umwelt oder Soziales. Die Veranstaltungen sollen allen zugänglich sein. Der Bezirk Oberbayern fördert die Projekte, übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit und begleitet die Umsetzung. Die Gastgeberkommune stellt die Infrastruktur. Zuletzt machte ZAMMA in Holzkirchen Station, Premiere feierte das Festival 1980 in Eichstätt.
Bei weiteren inhaltlichen Fragen hilft das Festival-Team um Leiter Matthias Riedel-Rüppel vom Bezirk Oberbayern unter zamma@bezirk-oberbayern.de
Bildmaterial zum Download
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ZAMMA - Das Festival in Oberbayern: Barrierefreies Stand-Up-Paddling mit der Stiftung Pfenningparade
Foto: Carina Pilz
Copyright: Stiftung Pfennigparade
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