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Oberbayerns Bezirkstag verabschiedet Rekordhaushalt für 2026

München, den Datum: 11.12.2025
Bezirkstag

Bezirksumlage steigt um 1,15 auf 24,70 Prozentpunkte

Mit einem Gesamtvolumen von 3,199 Milliarden Euro hat der Haushalt des Bezirks Oberbayern für 2026 erneut eine neue Rekordmarke erreicht (plus 6,8 Prozent zu 2025). Die Summe umfasst den Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Rund 92,8 Prozent fließen in die Sozialen Leistungen des Bezirks, bei denen sich jährlich die Kosten spürbar erhöhen. Der Bezirkstag stimmte dem Etat auf seiner Sitzung am 11. Dezember mit großer Mehrheit 70 Fürstimmen bei 8 Gegenstimmen (gesamte AfD-Fraktion) zu. Die Bezirksumlage erhöht sich um 1,15 auf nunmehr 24,70 Prozentpunkte. Zudem ist 2026 die Aufnahme von Krediten in Höhe von 20,9 Millionen Euro geplant.

Blick in einen großen Saal: Ein älterer Mann steht an einem Pult und hält eine Rede. Neben ihm eine Tischreihe, an der Männer sitzen, ihm gegenüber viele Reihen von Tischen, an denen Menschen sitzen und zuhören.
Die Plenumssitzung mit Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger (stehend) bot reichlich Stoff für Diskussion und Debatten. (Foto: Heike Geismar © Bezirk Oberbayern)

Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger fand in seiner Haushaltsrede deutliche Worte: „Diese Anpassungen sind notwendig, weil unsere Ausgaben deutlich stärker wachsen als die Finanzkraft der Umlagezahler. Die Kostensteigerungen sind aber nicht hausgemacht, sondern strukturell. Deswegen brauchen Sozialleistungen dauerhafte finanzielle Stabilität. Die Eingliederungshilfe und Pflegebedarfe müssen anders gedacht und finanziert werden.“

Haupttreiber der Kostenexplosion ist weiterhin die steigende Zahl der Menschen, die Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege erhalten, dazu steigende Tarifabschlüsse, Preissteigerungen, sowie der Fachkräftemangel bei den Einrichtungen und Diensten. Allein beim Kostenverlauf in der Eingliederungshilfe sprach Schwarzenberger von „einer Entwicklung historischen Ausmaßes. Dass wir dennoch gut durch die letzten Jahre gekommen sind, verdanken wir der soliden und vorausschauenden Haushaltsführung.“

Geholfen hat der kommunalen Familie in diesem Jahr außerdem die Erhöhung der Ausgleichsleistungen nach Art. 15 FAG (Finanzausgleichsgesetz) für die bayerischen Bezirke durch den Freistaat Bayern um 480 Millionen Euro auf insgesamt 1,317 Milliarden Euro. So errechnen sich für den Bezirk Oberbayern jetzt 275,1 Millionen Euro - und damit rund 170,9 Millionen Euro mehr als bislang vorgesehen. Diese Mehreinnahmen gibt der Bezirk vollumfänglich an die Umlagezahler weiter, sodass die ursprünglich vorgesehene Hebesatzsteigerung von 2,8 auf 1,15 Prozentpunkte sinkt.

Dem Hebesatz von nunmehr 24,7 Prozentpunkten liegt ein ungedeckter Bedarf von 2,529 Milliarden Euro zugrunde (plus 171,2 Millionen Euro).
Zusammen mit den Ausgleichsleistungen nach Art. 15 FAG fließen dem Verwaltungshaushalt Einnahmen in Höhe von 618,8 Millionen Euro zu. Daraus ergibt sich ein Volumen von 3,147 Milliarden Euro.

Wichtige Eckdaten des Haushalts

Für 2026 rechnet die Kämmerei im Sozialhaushalt mit Ausgaben in Höhe von rund 2,966 Milliarden Euro – ein Plus von 202,2 Millionen Euro (plus 7,3 Prozent). Auf die ambulante und stationäre Hilfe zur Pflege entfallen 479,1 Millionen Euro – mit 36,2 Millionen Euro ebenfalls ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025. Mit der Hilfe zur Pflege unterstützt der Bezirk rund 21 000 Menschen.

Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen erhalten etwa 61 000 Personen. 2026 gibt der Bezirk dafür rund 1,831 Milliarden Euro aus (plus 120,7 Millionen Euro): In Hilfen für Kinder mit Behinderungen im Vorschul- und Schulalter fließen etwa 501,6 Millionen Euro (plus 40,6 Millionen). Die Leistungen für Erwachsene betragen 1,298 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 77,4 Millionen Euro gegenüber 2025.

Der Bezirk Oberbayern erhebt die Bezirksumlage von den 20 oberbayerischen Landkreisen und den drei kreisfreien Städten München, Ingolstadt und Rosenheim zur Finanzierung seiner Aufgaben.


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