Hilfsnavigation

Diese Webseite verwendet Cookies, um dem Betreiber das Sammeln und Analysieren statistischer Daten in anonymisierter Form zu ermöglichen. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, klicken Sie hier bitte auf »Nein«. Weitere Informationen
Start
Schrift vergrößern
Leichte Sprache

Dialog 4/5 am 11.Oktober 2018: „Alpenflüsse mit Profil“

Welche Strukturen braucht der Fluss?
Welche Hindernisse hemmen die Entwicklung?
Beispiele aus der Praxis – so kann´s gehn!

Dialog 4/5 am 11.Oktober 2018 »Alpenflüsse mit Profil« Wildfluss mit Schilfzone
Foto: Wellnhofer Designs
© Fotolia

Auch die vierte Dialogveranstaltung des Verbundprojekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ stieß auf große Resonanz. Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Interessensgruppen waren am 11. Oktober 2018 (14 bis 19.30 Uhr) ins Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in Benediktbeuern gekommen, um sich den im Fokus stehenden Flüssen Isar, Loisach, Ammer und Lech und damit „Alpenflüssen mit Profil“ – so der Titel der Veranstaltung – zu widmen. Die drei Fachvorträge und der anschließende interaktive Teil zeigten konkrete Konflikte, aber auch Lösungsansätze auf und regten zum Austausch an. Dabei standen die zentralen Fragestellungen „Welche Strukturen braucht der Fluss?“ und „Welche Hindernisse hemmen die Entwicklung?“ im Fokus.

"Das Hot-Spot-Projekt ist eine Riesenchance"

Der Bezirk Oberbayern veranstaltet die Dialogreihe in Kooperation mit dem ZUK und in Zusammenarbeit mit weiteren Verbundpartnern im Rahmen des auf sechs Jahre angelegten Hotspot-Projekts „Alpenflusslandschaften“. Dessen erklärtes Ziel ist es, die komplexen und oft konträren gesellschaftlichen Ansprüche an unsere Alpenflüsse darzulegen und Lösungen zu erarbeiten, die für alle Interessensgruppen tragbar sind. Moderator Dr. Georg Bayerle von der Bergsteigerredaktion des Bayerischen Rundfunks führte in die Thematik und Zielsetzung der Veranstaltung ein und forderte die Anwesenden auf, sich einzubringen und betonte: „Ich begreife es als eine Riesenchance, dass es solche Veranstaltungen gibt.“

Mit Geduld auf gutem Weg zur Natürlichkeit

Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, widmete sich in seinem Vortrag der „Flussentwicklung im Spannungsfeld gesellschaftlicher Ansprüche“. Er stellte konkrete Maßnahmen und Programme des LfU vor, welche beispielhaft für die Aufgabengebiete „Schutz vor Wasser“, „Schutz der Gewässer“ und „Nutzung der Gewässer“ stehen. Abschließend bat er um Geduld, wenn es um die Renaturierung gehe, denn diese Maßnahmen bräuchten „wissende Gelassenheit“. Der zweite Referent, Prof. Albert Göttle, zeigte in seinem Vortrag die negativen Auswirkungen von fehlendem Geschiebe und von Sohleintiefung auf die fischökologische Funktionsfähigkeit von Flüssen auf und plädierte dafür den Gewässern die Natürlichkeit zurückgeben – etwa durch akzeptierte Uferabbrüche, Geschiebezugaben und Totholznachschub. Ähnlich äußerte sich auch Dr. Bernhard Gum in seinem Fachvortrag. Der stellvertretende Leiter der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern erläuterte, dass die Bestände der Leitarten in Ammer und oberer Isar – trotz Artenvielfalt – niedrig seien und identifizierte unterschiedliche Gefährdungsursachen für diese Entwicklung. Schließlich stellte er verschiedene Renaturierungs-Maßnahmen vor, die erste positive Effekte auf den Fischbestand zeigten und subsumierte: „Wir sind auf einem guten Weg.“


Texte: Ute Leitner
Fotos: Manfred Neubauer