Hilfsnavigation

Start
Schrift vergrößern
Leichte Sprache
 
11.12.2012

Bezirk Oberbayern verleiht erstmals Inklusionspreis an zwei Leuchtturmprojekte

»Teilhabe wird in Oberbayern bereits vielfältig und bunt gelebt«

 
»Inklusion ist keine Illusion, sondern Teilhabe wird vielerorts bereits gelebt.« Mit diesen Worten würdigte Bezirkstagspräsident Josef Mederer am Dienstag, den 11. Dezember, die Preisträger des erstmals vom Bezirk Oberbayern vergebenen Inklusionspreises. Prämiert wurden Projekte, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld stärken. Preisträger sind der Verein Gemeinsam Leben Lernen e. V. aus München und das Caritas-Zentrum St. Vinzenz der Diözese Eichstätt mit einem Projekt in Ingolstadt.
 
Mit dem Inklusionspreis möchte der Bezirk Oberbayern nach den Worten seines Präsidenten den „Paradigmenwechsel von einem System der Fürsorge hin zu Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung unterstützen“. Die UN-Konvention habe zwar wichtige Impulse gesetzt, „aber die Gemeinschaft muss diesen Rahmen nun mit Leben füllen.“ Wichtig sei vor allem, „dass Menschen mit Behinderung Wahlfreiheit haben, wie sie leben möchten.“
 
Dass alle beteiligten Ebenen schon ein ganzes Stück weit vorangekommen sind, beweisen laut Mederer insgesamt 29 Bewerbungen für den Inklusionspreis. „Die soziale Landschaft Oberbayerns lebt Teilhabe bereits vielfältig und bunt.“ Der Weg zu einer inklusiven Gesellschaft lohne jede erdenkliche Anstrengung, ist sich der Präsident zudem sicher. „Dieser Prozess ist für alle eine spannende Reise, die die Gesellschaft nachhaltig verändern wird.“
 
Den Festvortrag zum Thema Inklusion im Rahmen der Preisverleihung hielt Landtagspräsident a. D. Alois Glück. Seinen Worten zufolge ist die Leitidee der Inklusion ein „wichtiger Wegweiser“ in die Zukunft der Gesellschaft insgesamt. Selbstbestimmte Teilhabe müsse für alle Menschen mit Behinderung – unabhängig von der Schwere ihrer Beeinträchtigung – „prinzipiell und ohne jedwede Abstriche gelten“, sagte Glück. Wichtig sei, die Anerkennung des Andersseins von Menschen mit Behinderung. Dies gelinge nur, wenn Menschen ohne Behinderung die „Blockaden in ihren Köpfen“ abbauten. Auch dürfe Inklusion nicht „als Sparmaßnahme“ verstanden werden und zu einer Verschlechterung der individuellen Förderung führen. „Inklusion braucht die notwendigen Ressourcen“, forderte der Landtagspräsident a. D. „Die Einrichtungen müssen entsprechend personell, räumlich und sächlich ausgestattet werden.“ 
  
Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis nahm Gemeinsam Leben Lernen e. V. (München) entgegen. Der Verein wurde für das Wohnprojekt „Ruhestand leben“ ausgezeichnet. Senioren mit geistiger Behinderung, die bereits in Rente sind, sollen mit Studierenden in einer Wohngemeinschaft zusammenleben. Dieses Projekt ist nach Ansicht der Jury „wegweisend für die Zukunft“, da es bislang kaum Wohnangebote für Menschen mit Behinderung gebe, die nicht mehr arbeiteten.
 
Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz (Ingolstadt) erhielt für das Projekt „Sozial-integrativer Gemeinschaftsraum Westliche Ringstraße“ den mit 2000 Euro belohnten zweiten Preis. Der von den Bewohnern und Bewohnerinnen der Wohnanlage selbstverwaltete Gemeinschaftsraum leistet laut dem Preisgericht einen „bedeutsamen Beitrag zu einer Kultur des Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung.

Weitere Informationen zum ersten Preisträger: Gemeinsam Leben Lernen e. V. mit dem Konzept der intregrativen Wohngemeinschaft "Ruhestand leben"

Weitere Informationen zum zweiten Preisträger: Caritas-Zentrums St. Vinzenz in Ingolstadt mit dem "sozial-integrativen Gemeinschaftsraum Westliche Ringstraße"
 
Inklusionspreis 2012 - 1. Preis
Gemeinsam Leben Lernen e. V. (München)
 
Inklusionspreis 2012 - 2. Preis
Caritas-Zentrum St. Vinzenz (Ingolstadt)
 
  Weitere Informationen für die Medien bei Constanze Mauermayer:
   
  Telefon: 089 2198-90011
  E-Mail:  constanze.mauermayer@bezirk-oberbayern.de

zur Ergebnisliste der gesuchten Meldungen nach oben

Ansprechpartner/in

Nicole Simba
Telefon: 089 2198-22101
E-Mail schreiben Visitenkarte (vcf, 1kB) Zur Kontaktseite
Timo Neudorfer
Telefon: 089 2198-22100
E-Mail schreiben Visitenkarte (vcf, 1kB) Zur Kontaktseite