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Fachtag  „So will ich wohnen“

Buttons in blauer und grüner Farbe mit Aufschrift: "So will ich leben und wohnen"
© Bezirk Oberbayern

Von der Idee zum Fachtag

Der Fachtag hatte den Titel: „So will ich wohnen und leben - das brauche ich dazu!“ Die Idee haben Menschen mit Behinderungen, Verbände der Wohlfahrtspflege, Fachleute und der Bezirk Oberbayern gemeinsam entwickelt. Sie haben damit ein neues Format des Austausches erprobt. Ziel war es, Erfahrungen zu sammeln, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit mehrfachen Behinderungen in Entscheidungsprozesse eingebunden werden können.

„Nicht über uns ohne uns“

Menschen mit Behinderungen erleben immer wieder, dass andere für sie denken, planen und handeln. Viel zu wenig wird gemeinsam und ergebnisoffen über Fragen wie beispielsweise „Wie will ich wohnen und leben?“ miteinander diskutiert. Der international bekannte Slogan „Nicht über uns ohne uns“ fordert ein starkes Selbstbewusstsein der betroffenen Menschen. Er signalisiert Selbstbestimmung.

Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Anregungen und Informationen zu sammeln. Sie will darstellen, wie Betroffene ihre Lebens- und Wohnsituation sehen und was sich aus ihrer Sicht verändern soll.

In der Dokumentation wird aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sprachlich meist die männliche Form verwendet. Es sind damit Personen aller Geschlechter angesprochen.

Vorbereitung und Ablauf

Illustration: Plakat der Einladung zum Fachtag
© Lebeneshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Die neu gebildete Arbeitsgruppe hat sich der Aufgabe angenommen, einen partizipatorischen Fachtag zu organisieren. Es wirken Verbandsvertretungen, Selbstvertretungen, Experten in eigener Sache und Mitarbeitende des Bezirks Oberbayern mit.

Es wurden 60 Teilnehmende eingeladen. Von ihrem Alter, Geschlecht, ihrer Nationalität, ihren Kommunikationsmöglichkeiten und ihrem Grad der Behinderung ist die Gruppe vielfältig. Die Teilnehmenden sind Experten in eigener Sache. Sie leben und wohnen unterschiedlich. Sie wohnen im elterlichen Haushalt, in einer eigenen Wohnung mit ambulanter Unterstützung, im Appartementwohnen oder in einer Wohngruppe. Die Mehrheit der Experten lebt in einer Wohngruppe.

Für den Fachtag wurde als Methodik das Format der Workshops gewählt. Die Workshop-Gruppen umfassten 6 – 8 Teilnehmer. Gleitet wurden sie im Tandem von Menschen mit und ohne Behinderung. Den Tag moderierte Susanne Göbel, eine bundesweit bekannte Spezialistin zu den Themen Selbstbestimmung und Leichte Sprache. Der Fachtag fand in der Barlachschule der Stiftung Pfennigparade in München statt. Das Catering organisierte die Werkstatt von Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe München.

Moderatorin spricht zu Teilnehmenden in einem Saal
© Bezirk Oberbayern

Nach der offiziellen und herzlichen Begrüßung durch die Veranstalter wurde zur Einstimmung der Teilnehmenden ein Theaterstück des Kreativlabors der Stiftung Pfennigparade aufgeführt. Anschließend fanden die Experten ihre Workshop-Gruppen mit Hilfe von Symbolen auf ihren Namensschildern. Schwerpunkte der Workshops waren die Erfassung der jetzigen Wohnsituation im Positiven und Negativen, sowie die Sammlung ihrer Wünsche und Träume. Die Informationen der Teilnehmer wurden auf Plakaten zusammengetragen. Dabei wurden Leichte Sprache, Symbole, Bilder, mitgebrachte Gegenstände und Moderationskarten verwendet. Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse im Plenum durch Sprecher der Gruppen präsentiert.