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Krisendienst kooperiert mit München und Verbänden der Wohnungslosenhilfe

Soziales
Dienstag, 10.08.2021, 10 Uhr
Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern hat eine Vereinbarung mit der Landeshauptstadt München und Verbänden der Wohnungslosenhilfe geschlossen. Das Ziel: hilfebedürftige Münchener Bürgerinnen und Bürger in krisenhaften Situationen gemeinsame zielorientierte und wirksam zu unterstützen.

Erarbeitet haben die Vereinbarung der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern und das Sozialreferat der Landeshauptstadt München, das Stadtjugendamt, der Katholische Männerfürsorgeverein München, der Internationale Bund und das Diakonische Werk Rosenheim. Das Papier ist die Fortschreibung einer ersten Vereinbarung aus dem Jahr 2010. Es werden damit die Weichen für eine erweiterte interdisziplinäre, institutionenübergreifende Zusammenarbeit des Hilfenetzes und die gegenseitige Unterstützung aller Beteiligten zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger gestellt.

Notlagen angemessen auffangen 

Im Vorwort heißt es, Menschen in schwierigen sozialen Lagen seien überdurchschnittlich oft von Krisen betroffen. „Werden die Notlagen nicht angemessen aufgefangen, können anhaltendes Leid, massive Beeinträchtigungen im Alltag oder gar unmittelbare Gefahren für Leben und Gesundheit der Betroffenen die Folge sein“, erklären Sozialreferentin Dorothee Schiwy und der Mitunterzeichner für den Krisendienst Psychiatrie Oberbayern, Andreas Bohnert. Mit dem Hinzukommen der Aufsuchenden SozialArbeit sei es künftig auch möglich, Menschen in Krisensituationen rund um den Erhalt der Wohnung zu beraten und zu unterstützen.

Die Vereinbarung richtet sich an Fachkräfte des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern, sozialpädagogische Fachkräfte in den Sozialbürgerhäusern (SBH), die Abteilung Wohnungslosenhilfe und Prävention (WP) / Bezirkssozialarbeit (BSA) im Amt für Wohnen und Migration, die Aufsuchende SozialArbeit (ASA) sowie das Stadtjugendamt. Ein wichtiges Ziel sei, dass Dienste, die in der Landeshauptstadt München Menschen in akuten sozialen und psychischen Problemen zur Seite stehen, enger und tragfähiger zusammenarbeiten. „Wir sind sicher, seelische Notlagen so noch besser auffangen und nachhaltiger zu ihrer Bewältigung beitragen zu können“, heißt es im Vorwort weiter.

Modellhaft für Fachstellen und Kommunen

Mit der nun vorliegenden Vereinbarung wird auch eine Vorgabe des Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (BayPsychKHG) erfüllt. Es räumt der psychiatrischen Krisenhilfe einen zentralen Stellenwert ein und legt unter anderem fest, dass Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Krisendienst und den an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Fachstellen geschlossen werden sollen.

„Wir sind froh, dass wir mit dem Sozialreferat der Landeshauptstadt München und den anderen Vertragspartnern diese Vereinbarung geschlossen haben, die unsere Zusammenarbeit auf eine feste Basis stellt“, erklärte Dr. Michael Welschehold, stellvertretender Ärztlicher Leiter der Leitstelle und Prokurist der Geschäftsstelle des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern. Welschehold betonte den Vorbildcharakter der Vereinbarung. Es sei wünschenswert, „dass dies Modell für ähnliche Vereinbarungen auch mit anderen Fachstellen wird.“

Die Kooperationsvereinbarung gibt es als barrierefreies Web-PDF unter www.bezirk-oberbayern.de/Publikationen/Soziales sowie www.krisendienste.bayern/oberbayern.

Im neuen Info-Flyer in leichter Sprache informiert der Krisendienst Menschen mit Beeinträchtigungen über die Arbeit des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern.