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Kategorie: Gesundheit
05.05.2015

„Die Idee EX-IN entwickeln wir gezielt weiter“

Bezirk Oberbayern schließt EX-IN-Modellprojekt ab / Genesungsbegleiter haben sich bewährt

Erfahrungen – Chancen – Perspektiven: Unter diesem Motto hat der Bezirk Oberbayern über die in seinem EX-IN-Projekt gesammelten Erkenntnisse informiert. Gemeinsam mit Bezirkstagspräsident Josef Mederer zogen mehrere EX-IN-Genesungsbegleiter und Experten ein überwiegend positives Fazit. „Für unsere Einrichtung ist EX-IN ein großer Gewinn“, sagte etwa Andreas Ammer, Leiter der Caritas-Tagesstätte für Menchen mit seelischen Behinderungen in Unterschleißheim. „In unserem Dienst möchte niemand mehr auf unsere EX-IN-Kraft verzichten.“

Der Bezirk Oberbayern hat seit 2013 als einer der ersten Sozialhilfeträger bundesweit den praktischen Einsatz von Genesungsbegleitern in einem viel beachteten Modellprojekt erprobt und wissenschaftlich begleiten lassen. EX-IN ist die Abkürzung für „Exerienced Involvement“. Wörtlich übersetzt heißt es „Einbindung der Erfahrung“. Gemeint ist damit die Einbeziehung von Menschen mit Psychiatrieerfahrung als Experten in eigener Sache ins psychiatrische Hilfesystem. Genesungsbegleiter unterstützen und beraten nicht nur Menschen in akuten seelischen Krisen. Sie bereichern auch die Arbeit der Profis durch ihren besonderen Erfahrungsschatz.

Dies bestätigte auch Anja Seidel, die in der Caritas-Tagesstätte Unterschleißheim seit zwei Jahren als Genesungsbegleiterin tätig ist. „Wenn ein Klient keinen Hoffnungsschimmer mehr sieht, kann ich ihm mit meinen eigenen Krankheitserfahrungen helfen“, erzählte Seidel. „Ich weiß eben, wie es sich anfühlt, depressiv zu sein und Medikamente nehmen zu müssen.“ Auch persönlich hat Anja Seidel von ihrer Tätigkeit als EX-IN-Kraft profitiert. „Ich habe jetzt mehr Selbstwertgefühl und endlich wieder ein Standbein im Beruf.“

Das Gefühl gebraucht zu werden, die Wertschätzung im Team und die positive Resonanz bei Klienten: Davon berichteten auch die anderen Genesungsbegleiter im Projekt, die im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung befragt wurden. Dabei zeigte sich aber auch, dass für die EX-IN-Kräfte nicht nur ein stabiles Arbeitsumfeld, sondern auch Supervision und Vernetzung besonders wichtig sind. Das alles ist zugleich die Voraussetzung, um die EX-IN-Kräfte auch in schwierigen Situationen zu unterstützen und die Idee dauerhaft in der psychiatrischen Landschaft zu verankern.

Bei Bezirkstagspräsident Josef Mederer stoßen die Beteiligten damit auf offene Ohren. Mederer sprach sich dafür aus, EX-IN in Oberbayern weiter auszubauen und zugleich Schwachstellen zu beseitigen. Denn in der psychiatrischen Akutversorgung stößt EX-IN bislang an Grenzen. Besonders auf Akutstationen mit einer hohen Fluktuation von Patienten gilt der Einsatz von EX-IN-Kräften als problematisch. Wohl deshalb erlebte eine Vertreterin des Bayerischen Bezirketags die medizinische Seite „oft noch als sehr zurückhaltend“.

Ganz anders sieht es bei den Sozialpsychiatrischen Diensten in Oberbayern aus, die EX-IN mit großer Offenheit begegnen. Für sie hatte der Bezirkstagspräsident die schöne Nachricht im Gepäck, dass jeder SpDi seit Januar 2015 je eine EX-IN-Kraft beschäftigen kann. Und für 2016 kündigte Mederer an, auch für die Tagesstätten die Tür zu EX-IN aufzustoßen. „Wir werden diese großartige Idee gezielt weiterentwickeln, damit sie in der psychiatrischen Landschaft nachhaltig wirken kann.“

Weitere Informationen:
Im Rahmen des Modellprojekts hat der Bezirk Oberbayern EX-IN in sechs verschiedenen Diensten erprobt: in je einem Sozialpsychiatrischer Dienst der Inneren Mission München im städtischen Umfeld (Neuhausen) und in einer ländlich geprägten Region (Ebersberg), in der Caritas-Tagesstätte Unterschleißheim, beim Münchner Bündnis gegen Depression, in einem Brückenteam des kbo-Sozialpsychiatrischen Zentrums Oberbayern an der Schnittstelle von der stationären zur ambulanten Versorgung sowie auf einer Akutstation des kbo-Isar-Amper-Klinikums München-Ost. Die Genesungsbegleiter waren jeweils auf der Basis von 450 Euro beschäftigt.

Weitere Informationen für die Medien bei Constanze Mauermayer
Telefon: 089 2198 90011
E-Mail: Constanze.Mauermayer@bezirk-oberbayern.de

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Bildmaterial zum Download

Von links nach rechts: Dr. Michael Herrmann, Genesungsbegleiter im Sozialpsychiatrischen Dienst Ebersberg, Celia Wenk-Wolff, Psychiatriereferentin beim Bayerischen Bezirketag, Josef Mederer, Bezirkstagspräsident von Oberbayern, sowie die Moderatorin des Podiumsgespräches, Sybille Giel vom Bayerischen Rundfunk

Foto: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Von links nach rechts: Moderatorin Sybille Giel im Gespräch mit Andreas Ammer, Leiter der Caritas-Tagesstätte Jedermann in Unterschleißheim, und der dort tätigen Genesungsbegleiterin Anja Seidel

Foto: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Ansprechpartner/in

Constanze Mauermayer
Pressestelle: Stellvertretende Leitung, Soziales
Telefon: 089 2198-90011
E-Mail schreiben Visitenkarte (vcf, 1kB) Zur Kontaktseite
Andreas Grauer
Telefon: 089 2198-22514
E-Mail schreiben Visitenkarte (vcf, 1kB)

Anträge

Sozialhilfeantrag
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Publikationen

EX-IN im Film

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"EX-IN: Die besonderen Krisenhelfer"

Arikel aus dem Münchner Merkur vom 2.9.2015
EX-IN: Artikel aus dem Münchner Merkur

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