ZAMMA legt los: Auftakt nach MaßEröffnung rückt Zusammenhalt in Unterschleißheim in den MittelpunktEin Flashmob, an dem die weiterführenden Schulen Unterschleißheims gemeinsame Sache machten, die Vernissage einer Open-Air-Fotoausstellung, die der Krankheit Demenz Sichtbarkeit verschafft und eine große Party mit der Stadtkapelle Unterschleißheim, Django 3000 und viel Politprominenz auf dem Rathausplatz: Der Auftakt des ZAMMA-Festivals in Unterschleißheim ist mehr als gelungen und macht Lust auf die kommenden Tage. Der Wettergott meinte es erst einmal nicht gut mit ZAMMA: Pünktlich zum Start des Festivals in Unterschleißheim am Mittwoch öffnete der Himmel seine Schleusen und brachte die erste Veranstaltung am Mittag durcheinander: den Body-Percussion-Flashmob der weiterführenden Schulen Unterschleißheims. Die Mitwirkenden ließen sich dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen und verlegten die Veranstaltung kurzerhand von außen in die Aula des Carl-Orff-Gymnasiums. Und dort legten die über 200 Schülerinnen und Schüler richtig los. Ausgestattet mit ZAMMA-Basecaps zeigten die Jugendlichen von Gymnasium, Realschule und Mittelschule, was sie in den vergangenen zwei Monaten in Zusammenarbeit mit der Musikschule immer wieder geübt hatten. „Demenz neu sehen“Am Kugelbrunnen des Rathausplatzes wurde es zunächst etwas ernster. Dort läutete die Vernissage der Open-Air-Fotoausstellung „Demenz neu sehen“ das ZAMMA-Festival ein. Etwa 270 000 Menschen in Bayern leben mit Alzheimer oder Demenz – laut Studien sei die Tendenz steigend, sagte Gerald Gläser, stellvertretender Direktor Vertrieb der AOK München. Deshalb brauche es neue Wege, um als Gesellschaft mit dem Thema umzugehen. Die AOK Gesundheitskasse realisiert das Projekt in Kooperation zwischen dem gemeinnützigen Verein Desideria Care und dem Sparkassenverband Bayern. Die Ausstellung des Vereins Desideria Care, die seit 2022 durch Bayern tourt, zeigt ganz persönliche Momente von Menschen mit Demenz. Auf großformatigen Textilbannern sieht man etwa einen Großvater mit seinem Enkel spielen, eine alte Frau mit Blumenkranz im Haar und einem Strauß in den Händen. Die Bilder zeigen, dass das Leben mit Demenz schöne, leichte Momente bereithält. Sie zeigen auch Nähe, Verletzlichkeit und Fürsorge. Die Ausstellung sei in Unterschleißheim gut aufgehoben, sagte Erster Bürgermeister der Stadt Christoph Böck: „Denn Unterschleißheim ist eine demenzfreundliche Kommune. Wir haben eine Demenzbeauftragte, einen Demenzchor, eine Demenzapotheke.“ Auch zum Kerngedanken von ZAMMA passe die Ausstellung: Denn es gehe nur zusammen. „Weil man als Familie mit einem oder einer Demenzerkrankten zusammenhalten muss.“ Die Wander-Ausstellung soll darum den Alltag von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen sichtbar machen. Sodass das Thema buchstäblich in die Mitte der Gesellschaft rückt und Stigmata abgebaut werden. So sieht es auch Désirée von Bohlen und Halbach, Gründerin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Desideria Care: „Wegschauen und Demenz im Stillen ertragen darf kein probates Mittel im Umgang mit der Krankheit sein.“ „Perfekt für Unterschleißheim“Als die offizielle Eröffnung des ZAMMA-Festivals startete, hatte der Himmel endlich ein Einsehen. Verantwortliche und politische Prominenz auf der ZAMMA-Bühne am Unterschleißheimer Rathausplatz freuten sich, dass auch die Sonne am ersten Festivalabend vorbeischaute. „Wir haben die Wolken weggeblasen“, lachte Michael Kavelar, der mit seiner Stadtkapelle Unterschleißheim die rund 240 Anwesenden in Feierstimmung brachte. Festivalleiter Matthias Riedel-Rüppel machte im Anschluss klar, wofür ZAMMA steht: für Miteinander, Inklusion und kulturelle Nachhaltigkeit. Schließlich sind die Projekte alle innerhalb von eineinhalb Jahren durch Vernetzungen quer durch die Stadt entstanden – die später weiter tragen sollen. So sieht es auch der scheidende Kulturamtsleiter Jochen Gnauert, der von Seiten der Stadt für das Festival verantwortlich war. „ZAMMA passt perfekt zu Unterschleißheim mit seinen Menschen aus 120 Nationen und über 120 Vereinen“, stellte er fest. Er sei sicher, so Gnauert weiter, dass man mit Kultur den Rahmen schaffen könne, ins Gespräch zu kommen. Impressionen vom Eröffnungsfest |
| 02.07.2026 |