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Das Festival der Premieren ist zu Ende

Unterschleißheim übergibt ZAMMA an neuen Gastgeber


Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger bringt es am Ende auf den Punkt: „Wir haben das Festival zu den Menschen gebracht und die Menschen zum Festival!“ Mit einem großen Konzert unter dem Motto „Klassik meets Beatbox“ im Rathaus-Festsaal ist ZAMMA – Das Festival in Oberbayern in Unterschleißheim gestern Abend zu Ende gegangen. Rund 10 000 Besucherinnen und Besucher wurden bei den über 30 Veranstaltungen gezählt. Das Fazit lautet: Unterschleißheim kann ZAMMA.



So vielfältig war das ZAMMA-Programm

Vorausgegangen waren am Abschluss-Sonntag noch einmal ein volles Programm, das die verschiedensten Gruppen zusammenbrachte: Alt und Jung, Menschen mit und ohne Behinderungen und aus unterschiedlichen Kulturen. Auf dem Rathausplatz lud ein „Markt der Möglichkeiten“ Familien zum Feiern ein, inklusive Essständen, Hüpfburg, Fußball-Darts, Mal- und Bastelmöglichkeiten und Musik der inklusiven Band „Kreativ Labor“ der Stiftung Pfennigparade auf der ZAMMA-Bühne. Im Festsaal des Rathauses durften währenddessen die Kleinsten ein „Bobbycar-Autokino“ besuchen – mit Filmen der Augsburger Puppenkiste. Und spätestens bei der Mitmach-Tanzaktion der irischen Summerstorm Dance Company inklusive Live-Band zusammen mit den Siebenbürger Sachsen aus Lohhof ging die Stimmung hoch – so dass sich etliche Besucherinnen und Besucher plötzlich mitten in einer überdimensionalen Tanzgruppe wiederfanden und begeistert die Beine schwangen.

Standing Ovations zum Schluss

Auf einem Platz vor einer Bühne tanzen viele Menschen. Sie halten sich an den Händen fest. Im Hintergrund sioeht man eien Bühne mit dem Schriftzug ZAMMA.
Tanzbegeisterte beim »Markt der Möglichkeiten« am Abschlusstag (Foto: Peter Bechmann © Bezirk Oberbayern)

Um den Rathausplatz verteilt informierten außerdem verschieden Akteure von ZAMMA über ihre Arbeit. Darunter neben Einrichtungen wie der Stiftung Pfennigparade oder dem Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ) auch der Bezirk Oberbayern, der das inklusive ZAMMA-Festival alle zwei Jahre in eine andere Kommune in Oberbayern bringt. Sein Ziel: Menschen aus unterschiedlichsten Gruppen zusammenbringen, damit sie selbst gemeinsam Festival-Projekte auf die Beine stellen – ganz nach dem Motto: „Mach’s zu deinem Festival!“. Um Zusammenhalt zu schaffen und das Miteinander innerhalb der Kommune zu stärken. Auch in Unterschleißheim hatten sich diverse Akteure ein Jahr lang immer wieder getroffen, um miteinander Projekte zu entwickeln. Herausgekommen war ein kreatives, inklusives Programm, das hervorragend angenommen wurde, Unterschleißheim fünf Tage lang in Bewegung brachte und mit zahlreichen Premieren aufwartete.

Ein junger Mann im Anzug steht vor einem Symphonieorchester und gestikuliert wie ein Rapper.
Klassik meets Beatbox: Samuel Plieger in Aktion mit dem Bad Reichenhaller Symphonieorchester (Foto: Peter Bechmann © Bezirk Oberbayern)

Bei der Abschluss-Veranstaltung schufen die Bad Reichenhaller Symphonieorchester unter der Leitung von Daniel Spaw zusammen mit dem Tiroler Beatbox-Meister Samuel Plieger noch einmal ein kulturelles Highlight: mit Filmmusik aus Fluch der Karibik, Stücken von Ernst Fischer oder Johannes Brahms.

Dass ZAMMA ein Festival der Premieren ist, zeigte sich auch beim Abschlusskonzert. Denn plötzlich trat Beatbox-Koryphäe Samuel Plieger aus Tirol auf die Bühne und legte Rhythmen, Bass- und Snaresounds und weitere Sounds unter die Musik: nur mit Mund, Zunge, Mikrofon und Stimme. „Klassik meets Beatbox“ brachte das Publikum zum Jubeln. Am Ende gab es zur Belohnung Standing Ovations. Beide Kunstformen sind auf ihre eigene Art und Weise großartig. Und auch wenn sie auf den ersten Blick vermeintlich nicht zusammenpassen – sie ergänzen und bereichern sich gegenseitig.


Das Ziel ist erreicht: das Miteinander stärken

Am Ende waren alle Beteiligten des Lobes voll. „Uns ist es hier in Unterschleißheim mithilfe der Kultur gelungen, das Verständnis füreinander und miteinander zu wecken“, freute sich Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger. Deswegen sehe er die Kultur auch als „Lebensmittel“, fuhr Schwarzenberger fort: „Das ist wichtig in Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften droht.“ Auch Bürgermeister Christoph Böck hob den verbindenden Charakter des Festivals hervor: „Ich habe hier bei den Aktionen Menschen gesehen, die ich sonst nie gesehen habe. Und es sind Menschen sichtbar geworden, die sonst nicht sichtbar sind.“ Auf die Frage, ob es eine Nachfolge-Veranstaltung von ZAMMA in Unterschleißheim geben wird, zeigte er sich unter Hinweis auf die zweijährige Förderung durch den Bezirk Oberbayern vorsichtig positiv: „Das hört sich gut an!“ Damit wäre auch ein weiterer Gedanke des ZAMMA-Festivals erfüllt: die Nachhaltigkeit.

Fünf Männer und drei Frauen stehen nebeneinander am vorderen Rand einer Bühne. Ein Mann und eien Frau halten T-Shirts in die Kamera.
Foto: Peter Bechmann © Bezirk Oberbayern

Unterschleißheim muss nun schweren Herzens den Staffelstab weitergeben. Erster Bürgermeister Christoph Böck überreichte den Stab an Bezirkstagspräsidenten Thomas Schwarzenberger, der ihn an die Oberbürgermeisterin von Landsberg am Lech, Doris Baumgartl, weiterreichte. Sie freut sich schon sehr, das Festival 2028 gemeinsam mit dem Landkreis Landsberg am Lech austragen zu dürfen. Und damit ist auch klar, dass das nächste Festival eine weibliche Note bekommt. Denn zusammen mit der Landsberger Oberbürgermeisterin und der dortigen Landrätin werden zwei Organisatorinnen an der Spitze des Gastgeber-Teams stehen.

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