„Wir wollen Sichtbarkeit schaffen!“
München, den Datum: 03.07.2026Bei ZAMMA: Ausstellung mit starken Frauen aus Unterschleißheim
Eine Frau mit heller Haut und kurzen weißen Haaren lächelt in die Kamera. In der Hand hält sie eine Mohnblume aus Papier. Auffällig sind ihr buntgemusterter afrikanischer Rock und das Tuch, das sie sich über die rechte Schulter geworfen hat. Petra Halbig ist ghanaische Königin, Unterschleißheimerin und ihr Foto Teil der Ausstellung „Zwischen Zartheit und Stärke“, die gestern im Rahmen des Festivals ZAMMA im Foyer des Unterschleißheimer Rathauses eröffnet wurde.
Gezeigt werden Porträtfotos von Frauen aus Unterschleißheim mit ganz besonderen Geschichten: von Erfolg, Verlust oder besonderen Wendungen in ihrem Leben. Da ist Petra Halbig, die wegen ihres Engagements in Ghana von einem Dorf zur „Queen of Development“, das heißt zur „Entwicklungs-Königin“ ernannt wurde – als Dank und Ehrenbezeichnung. Da ist die ehemalige Fußballerin, die Anfang der 1970er-Jahre in der ersten Frauen-Fußballmannschaft des FC Bayern gespielt hat – unter vielen Widerständen. Die Militärpolizistin, die sich in ihrer Uniform zeigt.
Oder Annika Schönhofer und Stephanie Bölkow, die beide vor oder nach der Geburt ihre Kinder verloren haben und deswegen den Verein „Erbse und Johanna“ für Frauen mit demselben Schicksal gegründet haben. „Um Sichtbarkeit für Sternenkinder und ihre Familien zu schaffen“, erklären die beiden ihr Anliegen. Deswegen haben sie auch sofort zugesagt, als von der „Dirndlschaft Aggaschnoin“ die Anfrage kam, ob sie sich für ein Fotoprojekt im Rahmen von ZAMMA zur Verfügung stellen würden.
„Wir wollten mit dieser Ausstellung zeigen, was Frauen leisten und können. Und wieviel Stärke uns jeden Tag begegnet, ohne dass man es vielleicht sieht“, erklärt Sabine Reichl-Riedinger, von den „Aggaschnoin“, die das Projekt geleitet hat. „Aber so leicht war das gar nicht.“ Tatsächlich lehnten viele der angefragten Frauen erst einmal ab. Mit der Begründung, „dass sie doch nicht so stark seien“, erzählt Reichl-Riedinger: „Ich fand das sehr bezeichnend und es hat uns eher noch darin bestärkt, dieses Projekt durchzuführen.“
Porträtiert wurden die Frauen von der Fotografin Theresa Schanderl von „Theresa Mayer Fotografie“, die selbst Mitglied bei den „Aggaschnoin“ ist. Die Arbeit mit den porträtierten Unterschleißheimerinnen empfand sie als „sehr intensiv“. „Wir haben mehr geredet als Fotos gemacht. Weil einfach die Geschichten so spannend sind.“ Neben den Porträts sind jeweils die Lebensgeschichten der Frauen wiedergegeben, die die Bilder erst komplett machen. Mittels eines QR-Codes kommt man auf eine Website, auf der man noch tiefer in die Geschichten eintauchen kann.
Sabine Reichl-Riedinger freut sich schon jetzt über den großen Zuspruch, den die ZAMMA-Ausstellung der „Aggaschnoin“ erfährt. Sie hofft, dass diese bei den Besucherinnen und Besucher einen Aha-Effekt auslöst, denn „Stärke zeigt sich oft gerade in den Dingen, die jeden Tag geleistet werden und die viel zu selten gesehen werden.“
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Bildmaterial zum Download
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Zwei der Porträtierten vor ihrem Foto: Annika Schönhofer und Stephanie Bölkow vom Verein »Erbse und Johanna«.
Foto: Ulrike Graßl
Copyright: Bezirk Oberbayern
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Blick in die Ausstellung »Zwischen Zartheit und Stärke« der »Dirndlschaft Aggaschnoin« im Rathaus-Foyer.
Foto: Carola Plötz
Copyright: Bezirk Oberbayern
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