Wenn Musik alle verbindet
München, den Datum: 02.07.2026ZAMMA: besonderes Konzert für Musikbegeisterte mit und ohne Einschränkungen
„Das ist einfach wundervoll!“ Karin Schusters Augen leuchten. Die Betriebsleiterin der Stiftung Pfennigparade – Chancenwerk GmbH schaut zur Bühne, auf der gerade das Konzert „Der Rote Faden“ läuft. Die inklusive Band Kreativ Labor und der evangelische Genezareth-Chor treten hier gemeinsam auf: in der Werkstatt der Pfennigparade, mit Liedern aus dem Kreativ-Labor-Album „Der Rote Faden“. Und Karin Schuster freut sich, dass die Menschen, die in der Werkstatt arbeiten, das zusammen mit anderen Zuhörerinnen und Zuhörern erleben dürfen.
Das sei nicht selbstverständlich, erklärt sie. Denn Werkstatt-Mitarbeitende hätten sonst kaum Gelegenheit, bei einem Konzert dabei zu sein – noch dazu in ihrem Betrieb. Nach Arbeitsschluss um 16 Uhr finde ihr Leben meistens zuhause oder in den Wohngruppen statt. Abendliche Veranstaltungen würden sie kaum besuchen. Umso wertvoller sei es, dass ZAMMA – das Festival in Oberbayern das Werkstattkonzert ermöglicht habe. Und -was mindestens genauso wertvoll sei: „Wir bekommen Aufmerksamkeit und können uns als Teil von Unterschleißheim präsentieren!“
Während Band und Chor gemeinsam musizieren, gehen die Arme hoch und schwingen im Takt mit. Jedes Lied wird mit frenetischem Applaus belohnt. Bandleiter Alexander Müller von Kreativ Labor freut sich für seine Bandmitglieder, die schon einige Konzerterfahrung mitbringen. Seit nunmehr 12 Jahren existiert die Band der Stiftung Pfennigparade, und hat seither schon etliche Auftritte absolviert – auch bei Veranstaltungen, bei denen früher keine Menschen mit Einschränkungen teilgenommen haben. „Die Welt wird inklusiver“, sagt Müller, „und das ist richtig so.“
Das findet auch Tanja Burkhardt vom Genezareth-Chor, für den das gemeinsame Konzert mit einer inklusiven Band „Neuland“ war, wie sie erklärt. Der evangelische Chor, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, ist sonst im klassischen Bereich unterwegs. Als größte Herausforderung stellte sich die Auftrittszeit am Mittag heraus – für die sich viele der 12 teilnehmenden Mitglieder des rund 30-köpfigen Genezareth-Chors extra frei nehmen mussten. Der Aufwand habe sich aber gelohnt, sagt sie: „Das war ein Gamechanger, und zwar im positiven Sinne. Wir mussten uns auf die anderen einlassen, und sie auf uns: eine echte Bereicherung für uns alle.“
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Brachten die Werkstatt mit ihrer Musik zum Schwingen: die Band Kreativ Labor beim gemeinsamen Konzert mit dem Genezareth-Chor.
Foto: Ulrike Graßl
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