Inhalt

Wie schmeckt ein Apfel mit verbundenen Augen

München, den Datum: 05.07.2026
Aktuelle Meldungen ZAMMA Startseite

Kinder erleben bei ZAMMA ein Frühstück der besonderen Art

Wie sich der Alltag von blinden oder sehbehinderten Menschen anfühlt, konnten Kinder bei einer besonderen Aktion bei ZAMMA – Das Festival in Oberbayern in Unterschleißheim erfahren. Bei einem „Breakfast in the Dark“ im JugendKulturHaus Gleis 1 durften sie selbst ein Frühstück zubereiten und verkosten – mit verbundenen Augen.

Ein Kind sitzt an einem gedeckten Tisch und trägt eine Augenbinde, während es beim »Frühstück im Dunkeln« Lebensmittel tastend erkundet. Teller, Schalen und Getränke stehen bereit und laden dazu ein, Essen mit allen Sinnen neu zu erleben.
Wie schmiert man eine Semmel, wenn man nichts sieht? Eine Antwort auf diese Frage gab es bei der Aktion »Breakfast in the Dark«. (Foto: Carola Plötz © Bezirk Oberbayern)

Erdacht und auf die Beine gestellt hatten das Projekt das JugendKulturHaus Gleis 1 zusammen mit der Perspektive GmbH der Stiftung Pfennigparade, dem katholischen Pfarrverband Unterschleißheim und dem Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ). Sie wollten das Thema Kindern möglichst eindrücklich vermitteln.

„Wir möchten zeigen, wie sich alltägliche Situationen für Menschen mit einer Sehbehinderung anfühlen und so für Verständnis und Empathie sorgen“ erklärt Andreas Schraut von der Pfennigparade. Ziel der Mitmachstation sei es, den Kindern eine Selbsterfahrung zu ermöglichen und ihnen zu zeigen, wie wichtig es ist, sich auf die eigenen Sinne, gegenseitige Unterstützung und gute Kommunikation zu verlassen.

Vor dem Frühstück bekommen alle neun teilnehmenden Kinder und ein Vater Augenbinden und werden dann von den Projekt-Verantwortlichen einzeln an den gedeckten Tisch geführt. Anschließend ist die Aufgabe erst einmal, die vor ihnen liegenden Lebensmittel zu erkennen. Es wird intensiv getastet und gerochen: ein Aha-Erlebnis. Und wie erkennt man beispielsweise, wie voll ein Glas ist? Pragmatische Antwort: „Man macht seinen Finger ins Glas rein!“

Am Ende des Frühstücks sind die Kinder begeistert von der neuartigen Erfahrung. Eva (12) fasst ihr Erlebnis so zusammen: „Es ist ein bisschen schwer, aber mit etwas Teamwork kommt man zurecht.“ Und die zehnjährige Hanna sagt: „Ich habe gelernt, dass Frühstücken ohne Sehen gar nicht unmöglich ist.“ Das Fazit der Teilnehmenden: Die Perspektive von Menschen mit Behinderung einzunehmen ist eine wertvolle Erfahrung – und zeigt, wie wichtig Verständnis, Geduld und gegenseitige Unterstützung sind.


Bildmaterial zum Download