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Kategorie: Heimat
04.07.2016

Bezirk Oberbayern ehrt Charlotte Knobloch und Gabriel Mayer

Oberbayerischer Kulturpreis 2016 verliehen

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, und der langjährige Leiter der Mayer’schen Hofkunstanstalt, Gabriel Mayer, haben den Oberbayerischen Kulturpreis 2016 erhalten. Bezirkstagspräsident Josef Mederer verlieh die Auszeichnung am 10. Juli in Kloster Seeon, dem Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern. Den mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preis vergibt der Bezirk Oberbayern seit 1980 jährlich an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Kultur in Oberbayern verdient gemacht haben.

"Charlotte Knobloch und Gabriel Mayer wirken mit ihrem Schaffen nicht nur weit über die Region hinaus, sondern auch weit in die Zukunft hinein: Wer ernsthaft dafür Sorge trägt, dass Rassismus und Antisemitismus, Hass und Zerstörung bei uns nicht gesellschaftsfähig und unterschiedliche Meinungen im Dialog verhandelt werden, hat die Zukunft im Blick. Wer überlieferte handwerkliche Tradition mit innovativen Techniken verbindet, der hält sie für die nachfolgenden Generationen lebendig", würdigte der oberbayerische Bezirkstagspräsident Josef Mederer in seiner Festrede das Schaffen der beiden Preisträger.

Charlotte Knobloch (geboren 1932) ist seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Ihrem Wirken ist es zu verdanken, dass jüdisches Leben wieder einen festen Platz im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt hat. Am 9. November 2006 – 68 Jahre nach der Zerstörung der einstigen Münchner Hauptsynagoge – wurde am St.-Jakobs-Platz die neue Hauptsynagoge Ohel Jakob feierlich eröffnet, wenige Monate später folgten das neue Gemeindehaus der Israelitischen Kultusgemeinde sowie das Jüdische Museum. Die jüdische Gemeinde ist damit wieder selbstverständlicher und selbstbewusster Teil der Münchner Stadtgesellschaft. Das Jüdische Zentrum versteht sich als Ort der Begegnung und des Miteinanders. Als Zeitzeugin des Holocaust ist es Knobloch ein besonderes Anliegen, die jüdische Präsenz in Deutschland so zu gestalten, dass Menschen jüdischen Glaubens hier kulturell und menschlich Heimat finden. Sie weist dabei stets darauf hin, dass die jungen Menschen in Deutschland keine Schuld am tragischen Geschehen während der Zeit des Nationalsozialismus tragen. Gleichzeitig sieht sie die heutige Generation in der Pflicht, die Vergangenheit nicht zu vergessen und eine Bedrohung der Demokratie und Menschenwürde nicht zuzulassen. Knobloch war von 2005 bis 2013 Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses (WJC) und von 2003 bis 2010 Vizepräsidentin des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC). Von 2006 bis 2010 war sie Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. "Charlotte Knobloch ist ein Glück für die bayerischen und deutschen Juden und ein Glück für Bayern und Deutschland. Sie lebt überzeugend vor, wie es gelingt, im Streit Haltung zu wahren und darauf zu beharren, dass alle Meinungen vorgetragen und ausgetragen werden, immer unter unter der Voraussetzung, dass sie jenes Spielfeld nicht verlassen, das uns der demokratisch verfasste Staat vorgibt", würdigte Kultusminister Ludwig Spaenle Knobloch in seiner Laudatio.

Gabriel Mayer (Jahrgang 1938) leitete fünf Jahrzehnte lang die Mayer’sche Hofkunstanstalt in München, die – 1847 als „Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten“ gegründet – heute zu den weltweit führenden Werkstätten für Glasmalerei und Mosaikkunst gehört. Durch die Entwicklung neuartiger Techniken der Glasbearbeitung gelang es Mayer, das Familienunternehmen zu erhalten und zu einer der ersten Adressen der Glaskunst auszubauen. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern und Architekten wie Kiki Smith, Julian Opie, Eric Fischl, Mel Bochner, Georg Baselitz oder Herzog de Meuron hat die ausgezeichnete handwerkliche und künstlerische Qualität des Münchner Betriebs international bekannt gemacht. Neben Glaskunst in Flughäfen, U-Bahn-Stationen oder Bibliotheken gehören Fenster und Fassaden zu den internationalen Großaufträgen der Hofkunstanstalt. Mayer wurde durch seine Eltern bereits in der Kindheit an Kunst und Kunstgeschichte herangeführt. Nach einem Studium der Betriebswirtschaft lernte er an allen in der Hofkunstanstalt vertretenen handwerklichen Bereichen. 1965 trat der inzwischen promovierte Betriebswirt in den Familienbetrieb ein. In den anfangs wirtschaftlich schwierigen Zeiten konzentrierte sich die Firma auf die Restaurierung von Glasmalereien und Mosaiken. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete Mayer vorwiegend in den USA, wo sich die Firma in ihrem ursprünglichen Markt der architekturbezogenen und öffentlichen Kunst behauptete. Unter dem Namen „Mayer of Munich“ ist sie mit einer Repräsentanz in New York vertreten. Mayer gelang der schwierige Spagat, die handwerkliche und künstlerische Qualität auch unter Kostendruck zu halten. Das weckt "das Vertrauen der Künstler, die dadurch einzigartige Arbeitsbedingungen und Verständnis für künstlerische Prozesse vorfinden", hob der Kunsttheoretiker und Kritiker Heinz Schütz in seiner Laudatio hervor.

Weitere Informationen für die Medien bei Kerstin Schwabe
Telefon: 089 2198 90013
E-Mail: Kerstin.Schwabe@bezirk-oberbayern.de

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von links: Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Kulturpreisträgerin 2016 Charlotte Knobloch sowie Kulturpreisträger 2016 Gabriel Mayer

Foto: Wolfgang Englmaier

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Bezirkstagspräsident Josef Mederer verlieh den Oberbayerischen Kulturpreis 2016 an Charlotte Knobloch.

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Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links) verlieh den Oberbayerischen Kulturpreis 2016 an Gabriel Mayer.

Foto: Wolfgang Englmaier

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von links: Kunsttheoretiker und Kritiker Heinz Schütz (Laudator Mayer), Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Kulturpreisträger 2016 Gabriel Mayer, Kulturpreisträgerin 2016 Charlotte Knobloch sowie Kultusminister Ludwig Spaenle (Laudator Knobloch)

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Ansprechpartner/in

Kerstin Schwabe
Pressestelle: Kultur, Umwelt, Heimatpflege
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Telefon: 089 2198-31202
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