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Kategorie: Kultur
20.10.2019

Oberbayerischer Kulturpreis 2019 an Fried und Mitgutsch

Preisträger wurden am Sonntag in Garmisch ausgezeichnet

Die Moderatorin und Schriftstellerin Amelie Fried und der Kinderbuchautor und -illustrator Ali Mitgutsch haben den Oberbayerischen Kulturpreis 2019 erhalten. Bezirkstagspräsident Josef Mederer verlieh die Auszeichnung am 20. Oktober im Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen. Den Preis für den erkrankten Ali Mitgutsch nahm dessen Ehefrau Heidi Müller-Mitgutsch entgegen. Der Bezirk Oberbayern vergibt die mit jeweils 5.000 Euro dotierte Auszeichnung seit 1980 jährlich an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Kultur in Oberbayern verdient gemacht haben.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer würdigte die beiden als Persönlichkeiten, „die mit ihrem Werk die Kultur weit über die Grenzen Oberbayerns hinaus bereichern“. So habe sich Fried, die als Fernsehmoderatorin bekannt wurde, auch als Schriftstellerin große Anerkennung erworben. Und Mitgutsch sei mit seinen Wimmelbüchern ein Vorreiter der Kinderbuchliteratur. Die Auszeichnung gelte darüber hinaus „auch der Haltung beider Preisträger in der Gesellschaft“. Es sei heute wichtiger denn je, dass Personen des öffentlichen Lebens mit gutem Beispiel vorangingen und sich engagierten.

Amelie Fried, 1958 in Ulm geboren, studierte Theaterwissenschaften, Publizistik, Kunstgeschichte und Italienisch und schloss daran ein Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film an. Bekannt wurde sie als Fernsehmoderatorin mit Sendungen wie Live aus dem Alabama. Zuletzt moderierte sie mit Ijoma Mangold die ZDF-Literatursendung Die Vorleser. Als Schriftstellerin gelangen ihr viele Bestseller, von denen einige auch verfilmt wurden, so der Roman Rosannas Tochter. Den Spuren ihrer Familiengeschichte in der NS-Zeit folgt Fried in Schuhhaus Pallas – wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte (2008). Besonders für ihre Jugendbücher Hat Opa einen Anzug an? (1997) und Der unsichtbare Vater (1999), in denen sie Trennung und Tod thematisiert, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Daneben sind für die Wahlmünchnerin Erinnerungskultur und Vergangenheitsbewältigung ein wichtiger Teil ihrer kulturellen Arbeit. Sie unterstützte die Aberkennung der Ehrenbürgerschaften von Hindenburg und Hitler in ihrem damaligen Wohnort Dietramszell. In München setzte sie sich für eine Verlegung von Stolpersteinen auf öffentlichem Grund ein.

Der Journalist und Buchautor Jan Weiler lobte in seiner Laudatio Frieds erzählerisches Talent, ihren Humor und die Leichtigkeit, mit der sie „viele Menschen auf hohem Niveau unterhält“. Gute Unterhaltung sei bei Fried immer auch ein Transportmittel für relevante Anliegen – so gehe es ihr „um weibliche Selbstwirksamkeit, um die Verlogenheit innerhalb langer Beziehungen, um Emanzipation und immer wieder: um Freiheit“. Als Moderatorin paare sie Talent und Unbefangenheit „mit der hartnäckigen Einhaltung von heute eher altmodisch wirkenden Qualitätsstandards, was die journalistische Vorbereitung auf ein Thema oder die Gesprächsführung angeht“. Dazu kämen „die Gabe der Disziplin“ und ihre Beharrlichkeit, die man beispielsweise auch „im Stiftungsrat des Münchner Literaturhauses oder im Verein Lichterkette e. V.“ zu schätzen wisse.

Ali Mitgutsch, Jahrgang 1935, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Schriftsetzer. 1959 erschien sein erstes Kinderbilderbuch Pepes Hut mit Illustrationen und Texten aus seiner Feder. Der große Erfolg kam schlagartig, als er 1969 für sein erstes Wimmelbuch Rundherum in meiner Stadt den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Mit seinen Wimmelbüchern schuf Mitgutsch eine völlig neue Bilderbuch-Gattung mit Doppelseiten ohne Text und Panoramen voller kleiner Alltagsszenen. Die Bücher avancierten zum Klassiker für Kinder: Mittlerweile hat der Autor über 70 verschiedene herausgebracht und acht Millionen Exemplare verkauft. Die Bücher gelten als pädagogisch wertvoll, da sie die genaue Beobachtung, aber auch den Sprachschatz und die Kommunikation zwischen Kindern und Erwachsenen fördern. Gleichzeitig regen sie die Kreativität an, weil sich ganz unterschiedliche Geschichten zu den Bildern erzählen lassen. Mitgutschs Kreativität und sein Blick auf die Welt wurzeln in seiner Kindheit, von der er in seiner Autobiografie Herzanzünder – Mein Leben als Kind (2015) erzählt. Viele Inspirationen für seine Bilder bekommt der Zeichner durch seine Geburtsstadt München, in der er bis heute lebt.

Dr. Christiane Raabe, Leiterin der Internationalen Jugendbibliothek in München, hob in ihrer Laudatio hervor, dass Mitgutsch als Illustrator auf eine lenkende Blickführung verzichte und dem kindlichen Betrachter damit Gelegenheit gebe, „sich den Kosmos der Bilderzählung selbst (zu) erschließen.“ Er habe mit seiner „‘Wimmelbuchperspektive‘ Ende der 60er Jahre eine zutiefst demokratische Sichtweise in die Bilderbuchillustration gebracht“. In seinen Büchern fänden sich „viele Orte seiner Kindheit“ wieder: „der Englische Garten, Bauernhöfe in typisch bayerischem Stil, die Dörfer und Berge.“ Mit seinem künstlerischen Werk habe er „auch seiner Münchner und bayerischen Heimat ein Denkmal gesetzt.“

Informationen zum Werk von Amelie Fried und Ali Mitgutsch sowie eine Übersicht früherer Preisträger gibt die Broschüre zum Oberbayerischen Kulturpreis 2019. Die Kulturpreisbroschüre kann unter presse@bezirk-oberbayern kostenfrei bestellt werden und steht auf der Seite Publikationen zum Herunterladen zur Verfügung.

Weitere Informationen für die Medien bei Kerstin Schwabe
Telefon: 089 2198 90013
E-Mail: Kerstin.Schwabe@bezirk-oberbayern.de

Bildmaterial zum Download

Verleihung des Oberbayerischen Kulturpreises 2019 in Garmisch-Partenkirchen (von links): Preisträgerin Amelie Fried und Bezirkstagspräsident Josef Mederer

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Verleihung des Oberbayerischen Kulturpreises 2019 in Garmisch-Partenkirchen (von links): Heidi Müller-Mitgutsch, die den Preis für Ali Mitgutsch entgegennahm, Bezirkstagspräsident Josef Mederer

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Verleihung des Oberbayerischen Kulturpreises 2019 in Garmisch-Partenkirchen (von links): Heidi Müller-Mitgutsch, die den Preis für Ali Migutsch entgegennahm, Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Preisträgerin Amelie Fried

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Verleihung des Oberbayerischen Kulturpreises 2019 in Garmisch-Partenkirchen (von links): Laudator (für Amelie Fried) Jan Weiler, Preisträgerin Amelie Fried, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Heidi Müller-Mitgutsch, die den Preis für Ali Migutsch entgegennahm, Laudatorin (für Ali Mitgutsch) Dr. Christiane Raabe

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Ansprechpartner/in

Kerstin Schwabe
Pressestelle: Kultur, Umwelt, Heimatpflege
Telefon: 089 2198-90013
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Simone Rünagel
Telefon: 089 2198-31202
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