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Neue Gestaltungsideen

München, den Datum: 29.11.2018

Oberbayerischer Förderpreis für Angewandte Kunst 2018 auf der Messe Heim+Handwerk

Zum zweiten Mal ist der Oberbayerische Förderpreises zu Gast auf der Heim+Handwerk. Am Abend des 28. November überreichte der Bezirkstagspräsident den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis. Bis zum 2. Dezember werden preisgekrönte und nominierte Arbeiten von 24 jungen Künstlerinnen und Künstlern ausgestellt.„25.000 Besucher wurden im letzten Jahr in der Ausstellung zum Förderpreis Angewandte Kunst gezählt“ mit dieser Erfolgsmeldung bedankte sich Bezirkstagspräsident Josef Mederer beim Geschäftsführer der Messegesellschaft GHM, Dieter Dohr. Das Ziel, dem kreativen Nachwuchs eine öffentliche Plattform zu bieten, sei damit erfüllt.

Insgesamt nahmen 63 Bewerber aus oberbayerischen Fachschulen, Hochschulen und Akademien mit 157 Arbeiten am diesjährigen Wettbewerb teil. Die Jury ermittelte drei mit jeweils 3.000 Euro dotierte Gewinner: Kevin Gerstmeier, Merlin Klein und Keiyona C. Stumpf. Daneben wurden zwei Anerkennungen ausgesprochen. Eine ging an das Team Talisa Langfelder und Franziska Pöppl, die andere an Maria van Vügt .

Der in Kanada geborene Kevin Gerstmeier (25) studiert an der Fachakademie für Raum und Objektdesign des Bezirks Oberbayern in Garmisch-Partenkirchen. Er gewann den Preis für einen Steharbeitsplatz und einem Bettentwurf. Der Steharbeitsplatz war Gerstmeiers Meisterstück an der Meisterschule in Garmisch. Es besteht aus einem verchromten Stahlgestell und einen Kirschbaum-Korpus. Die Jury überzeugte dabei die
Kombination aus reduzierter Form und raffinierter Funktion in einer perfekten Ausführung.
Beim Bettentwurf ersetzt eine Spirale aus Buchenholz zugleich Bettkonstruktion und Lattenrost.

Der in München lebende Merlin Klein (34) gewann den Preis für ungewöhnlichen Schmuck: Er reichte eine Brosche aus seinen eigenen Haaren ein.
Dabei ließ er über einen Zeitraum von zwei Jahren seine Haare länger wachsen. Nach dem Schneiden band er die aufrechtstehenden helleren und dunkleren Haare zu einer dichten Fläche und arrangierte schwarze und graue Haare so, dass sich eine geometrische Form ergab. Die Brosche beeindruckte die Jury als eine Schmuckarbeit höchster Konzentration, außergewöhnlich und berührend.
Klein studierte nach einer Lehre zum Konditor und einer Goldschmiedelehre zunächst an der Zeichenakademie in Hanau bevor er das Diplom an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse von Prof. Karen Pontoppidan ablegte.

Auch Keiyona C. Stumpf (35) studierte an der Akademie in München Kunstpädagogik, und bis 2016 freie Kunst mit dem Schwerpunkt Glas und Keramik. Sie reichte Arbeiten aus hinterleuchtetem Glas und glasiertem Porzellan ein, die organische Formen zeigen. Den Ausgangspunkt jeder Arbeit stellt immer das verwendete Material dar, das im Hinblick auf seine Möglichkeiten der leichten Verformung und der Transformation in unterschiedliche Aggregatzustände ausgewählt wird. Die Jury zeigte sich vom virtuosen Umgang mit dem Material und dem Spiel der Wirkungen von Transparenz und Nichttransparenz begeistert.

Talisa Langfelder (26) und Franziska Pöppl (24) erhielten für ihre Strickmodifikationen “Modulares Raumsystem“ und “Netzart“ eine Anerkennung. Der innovative Ansatz, Strickmaterial so weiter zu verarbeiten, dass dadurch stehende Flächen erzeugt werden, die eigenständige Raumkonzepte bilden, konnte die Jury überzeugen. Ausgangspunkt der Arbeiten war einmal ein Gestrick, das mit Kunstharz ausgehärtet, das andere Mal Strumpfmaterial, das aus Polyamid geknüpft wurde.
Die beiden aus dem Landkreis Erding stammenden Künstlerinnen (Isen und Fraunberg) studieren Textildesign auf dem Campus Münchberg der Hochschule Hof.
Franziska Pöppl machte davor eine Ausbildung zur Damenmaßschneiderin.

Die zweite Anerkennung ging an die Münchnerin Maria van Vügt, (26) für eine Sitzgelegenheit aus Flugzeugsperrholz und Leder. Das zwei-dimensionalen Kreis-Objekt kann mit wenigen Handriffen in ein aus zwei Kreissegmenten bestehendes Sitzmöbel verwandelt werden. Mit der Verbindung einer innovativen Idee mit einer puren Form konnte die Sitzgelegenheit bei den Jurymitgliedern punkten. Maria Van Vügt machte eine Lehre zur Raumausstatterin, und absolvierte Gesellenjahre unter anderem in England und Australien. Zuletzt machte sie ein Weiterbildung zum Gestalter im Handwerk bei der HWK München.