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Dialektwort

Schneider beim Nähen eines Gwands. Altbaiern. 1950er Jahre.
Foto: P. E. Rattelmüller © Fachberatung Heimatpflege

Wieder einmal fehlen uns die rechten Buchstaben, um die Nuancen des Dialekts herauszustellen. Was das „Gwand“ ist, lässt sich leicht beschreiben. Mit einem langen, tiefen „a“ ausgesprochen, ist es die Gesamtheit aller Schürzen, Röcke, Blusen und Kleider, die sich im Kleiderschrank der besseren Hälfte finden lassen. Spricht man das „a“ aber kurz und hell aus, mutiert damit gleich der ganze Sinn des Wortes. Das Adjektiv „gwandt“ heißt „anstellig, geschickt“. „Des is a ganz a Gwandte!“, das ist ein ehrliches Lob über ein tüchtiges Weibsbild. Auch ein Umstand kann „gwandt“ sein, nämlich im Sinne von „vortrefflich, praktisch“. Dass die femininen und neutralen Formen von „gwandt“ häufig, die maskulinen aber eher ungebräuchlich sind, sollte uns Mannerleit aber doch zu denken geben! (aus: "Ohrwuzler und Zeiserlwagen", Alte bairische Worte, herausgegeben von N. Göttler, Verlag Bayerland, 2015)