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04.10.2018

Gemeinsam gegen das Bienensterben

Kirchanschöring, Emmering, Holzkirchen und Chieming erhalten Preise

Oberbayerische Gemeinden, die sich für eine bienen- und insektenfreundliche Umwelt einsetzen, werden für ihr Engagement belohnt. Der Bezirk Oberbayern hat in diesem Jahr erstmals den Titel „Bienenfreundliche Gemeinde 2019“ vergeben. Vier Gemeinden wurden mit Preisen von bis zu 3.000 Euro geehrt, 26 Kommunen erhielten eine Anerkennungsurkunde für ihr insektenfreundliches Engagement.

Der Wettbewerb der Bienen- und Insektenfreundlichen Gemeinde wurde bereits 2017 ins Leben gerufen. Die Idee dafür kam aus einem Antrag der Fraktion „Die Grünen / Bündnis 90“, der parteiübergreifend auf große Zustimmung im Oberbayerischen Bezirkstag gestoßen war. Das Kommunalparlament möchte damit ein Zeichen gegen das Insektensterben setzen, das, wie Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei seiner Rede zur Verleihung des Preises ausführte, dramatische Ausmaße annehme. Er verwies dabei auf die dramatische Entwicklung, die in die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten „Roten Listen“ der vom Aussterben bedrohten Arten aufzeigen, ebenso, wie die Untersuchungen von Krefelder Wissenschaftlern, die einen Rückgang der fliegenden Insekten um 75% innerhalb von weniger als drei Jahrzehnten dokumentiert haben. Mederer: „Das hat dramatische Folgen! Wo es weniger Insekten gibt, verhungern die Tiere, die sich von Insekten ernähren.“ Der Redner verwies in diesem Zusammenhang auf das Verschwinden der Vögel: Seit 1980 habe die Zahl der Vögel in den Staaten der Europäischen Union um 56 Prozent abgenommen. Mit dem Insektensterben verbunden ist ein Rückgang der blütenbestäubenden Insekten. Mederer: „Damit sind elementare Grundlagen des menschlichen Daseins bedroht. Ohne Insekten und hier insbesondere die Bienen und Wildbienen gibt es keinen Fruchtansatz. Viele Obst- und Gemüsesorten wären schlicht nicht mehr vorhanden.“

Um sich diesem Trend entgegen zu stemmen, tue es not, die Lebensbedingungen der Insekten zu fördern. Dies versucht der Bezirk Oberbayern mit dem Wettbewerb „bienenfreundliche Gemeinde“ zu unterstützen: Es werden Gemeinden geehrt, die mit ihrem Engagement eine Vorbildfunktion inne haben. Bezirkstagspräsident Mederer nutzte seine Rede, um alle Gemeinden in Oberbayern aufzurufen, den Preisträgern der „Bienenfreundlichen Gemeinde“ nachzueifern. Gleichzeitig wandte sich der Redner aber auch an alle Bürger: „Nehmen Sie sich ein Beispiel und denken Sie bei der Gestaltung Ihrer Vorgärten, Ihrer Balkonbepflanzung, bei allem, das Sie persönlich in der Hand haben, daran, dass Sie mit Ihrem Tun einen kleinen Beitrag gegen das Insektensterben leisten können.“

Fünf Kriterien muss eine Gemeinde erfüllen, um in die Auswahl der Jury zu kommen: Gemeindeflächen wie Verkehrsinseln, Straßenränder oder Streuobstwiesen müssen bienen- und insektenfreundlich bepflanzt sein. Darüber hinaus sollen alle Flächen, die der Kommune gehören, extensiv und bienenfreundlich bewirtschaftet werden. Der Einsatz von Pestiziden ist auf solchen Flächen verboten, auch wenn sie verpachtet werden. Die sogenannte Straßenbegleitbegrünung auf gemeindeeigenen Straßen muss schonend behandelt werden, vor allem im Frühjahr und Sommer. Schließlich muss die Gemeinde den örtlichen Imkern Standplätze zum Aufstellen von Bienenhäusern und Bienenvölkern zur Verfügung stellen.

Die Preisträger

1. Preis für Kirchanschöring

Die Gemeinde erfüllt nicht nur den geforderten Kriterienkatalog, sondern nimmt, wie Bezirkstagspräsident Mederer herausstellte, auch noch eine Vorreiterrolle beim Projekt „Ökologisches Grünflächenmanagement für Kommunen“ ein, habe eine zukunftsweisende Lösung zur mobilen Zustellung von Arbeitsaufträgen an die Bauhofmitarbeiter mit der „Grünflächen App“ und lege großen Wert auf die Qualifizierung der Bauhofmitarbeiter. Besonders profitiere der Naturschutz darüber hinaus davon, dass keine Pestizide auf verpachteten und bewirtschafteten Flächen eingesetzt werden, es einen eigenen Pflegeplan für öffentliche Flächen gibt, die nur zweimal pro Jahr gemäht werden und von denen eine eigene Heudruschsaat genommen wird. Ein alter Streuobstwiesenbestand punktete im Wettbewerb ebenso wie die Anlage einer Glatthafer- und Salbeiwiese mit Erdhummelzucht sowie eine enge Kooperation mit dem örtlichen Imkerverein. Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro reicht die Gemeinde an diesen Verein weiter.

2. Preis für Emmering

Bei ihr wurde besonders das Anlegen von Blühbändern in den Bienen- und Insektenfreundlich gestalteten Gemeindeflächen hervorgehoben, die pestizidfreie Bewirtschaftung der selbst bewirtschafteten aber auch der verpachteten Flächen sowie der Pflegeplan für die öffentlichen Flächen. Pluspunkte waren die Streuobstflächen im Gemeindegebiet, die seit einem Vierteljahrhundert praktizierte enge Kooperation mit dem örtlichen Imkerverein und den Vertrieb heimischen Honigs in den Lebensmittelgeschäften vor Ort.

3. Preis für Chieming

Bei Chieming lobte Bezirkstagspäsident Josef Mederer das Naturerlebnis im Obst- und Bienenlehrpfad am Pfarranger mit „Mundrauboption“ sowie beeindruckende Kindergarten- und Schulprojekte. Der Laudator gutierte das Anlegen zahlreicher Nistplätze für Wildinsekten und lobte das bewundernswerte Insektenhotel. Pluspunkte beim Wettbewerb brachten Chieming die enge Kooperation mit dem örtlichen Imkerverein, die von der Gemeinde angebotenen Stellplätze für Bienenvölker sowie den Vertrieb heimischen Honigs in den Lebensmittelgeschäften.

3. Preis für Holzkirchen

Besonders vorbildlich wies Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Gemeinde Holzkirchen das Anlegen eines durchgehenden Blühbandes im Zuge der Bienen- und insektenfreundlichen Gestaltung von Gemeindeflächen aus. Mederer verwies lobend darauf, dass auch die Gemeinde Holzkirchen bei den selbst bewirtschafteten und den verpachteten Flächen den Einsatz von Pestiziden ausschließt. Für die öffentlichen Flächen hat Holzkirchen einen Pflegeplan, es gibt das Projekt „Bienenhaltung an Schulen“ und eine enge Kooperation mit dem örtlichen Imkerverein sowie von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Stellplätze für Bienenvölker. Ein Plus für Holzkirchen ist die große Streuobstwiese beim „Grünen Zentrum“ und nicht zuletzt wird heimischer Honig in den Lebensmittelgeschäften angeboten.

Gemeinden mit Anerkennung

Landkreis Altötting

Landkreis Bad Tölz - Wolfratshauen

Landkreis Erding

Landkreis Ebersberg

Landkreis Fürstenfeldbruck

Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Landkreis Landsberg am Lech

Landkreis Miesbach

Landkreis Müldorf am Inn

Landkreis München

Landkreis Starnberg

Landkreis Rosenheim

Landkreis Weilheim - Schongau

Weitere Informationen für die Medien bei Wolfgang Englmaier
Telefon: 089 2198 90014
E-Mail: Wolfgang.Englmaier@bezirk-oberbayern.de

Bildmaterial zum Download

Auszeichnung "Bienenfreundliche Gemeinde 2019" am 15. Juli 2019. Das Foto zeigt die Jury und die Preisträger.
von links: Jurymitglied Walter Haefeker (Präsident des Europäischen Berufs- und Erwerbsimkerbundes), Jurymitglied Sebastian Friesinger (Bezirksrat und Berichterstatter für die Imkerei), Arno Bruder (Imkereifachberater des Bezirks Oberbayern), Konrad Specker (Bezirksrat und Berichterstatter für die Imkerei),
Bürgermeister Hans-Jörg Birner von Kirchanschöring, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bürgemeister Dr. Michael Schanderl von Emmering, Erster Bürgermeister Olaf von Löwis of Menar vom Markt Holzkirchen und 2. Bürgermeister Georg Hunglinger aus Chieming.

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Bei der Verleihung der Preise für die "Bienenfreundliche Gemeinde 2019" (von links):
Bürgermeister Hans-Jörg Birner von Kirchanschöring, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bürgemeister Dr. Michael Schanderl von Emmering, Erster Bürgermeister Olaf von Löwis of Menar vom Markt Holzkirchen und 2. Bürgermeister Georg Hunglinger aus Chieming.

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links) überreicht die Urkunde für den 1. Preis an Bürgermeister Hans-Jörg Birner der Gemeinde Kirchanschöring.

Foto: Wolfgang Englmaier

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2. Preis und Titel "Bienenfreudliche Gemeinde" für die Gemeinde Emmering. Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links) überreicht die Urkunde an Bürgemeister Dr. Michael Schanderl der Gemeinde Emmering.

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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3. Preis und Titel "Bienenfreudliche Gemeinde" für die Gemeinde Chiemeing. Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links) überreicht die Urkunde an 2. Bürgermeister Georg Hunglinger der Gemeinde Chieming.

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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3. Preis und Titel "Bienenfreudliche Gemeinde" für den Markt Holzkirchen. Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links) überreicht die Urkunde an den ersten Bürgermeister Olaf von Löwis of Menar vom Markt Holzkirchen.

Foto: Wolfgang Englmaier

Copyright: Pressestelle Bezirk Oberbayern

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Ansprechpartner/in

Wolfgang Englmaier
Pressestelle: Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern, Mitarbeiterzeitung, Fotografie
Telefon: 089 2198-90014
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