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Best-Practice für Teilhabe beim Kicken

München, den Datum: 16.11.2016
Auszeichnungen Bezirk

Inklusionsmannschaften des 1. SC Gröbenzell und des Gautinger SC holen gemeinsamen 3. Platz

Beim 1. SC Gröbenzell und beim Gautinger SC wird Inklusion groß geschrieben: Mädchen und Buben mit und ohne Behinderungen kicken jeweils in einer Mannschaft. Diese Chance zur gleichberechtigten Teilhabe hat im Breitensport Fußball immer noch Seltenheitswert. Deshalb hat die Jury des Inklusionspreises 2016 den beiden Vereinen gemeinschaftlich den 3. Platz zugesprochen – als Best-Practice-Beispiele für Inklusion im Fußball.

Jugendliche Fussballspieler stehen zusammen und unterhalten sich

Pässe, Sprints, Zweikämpfe und – bei Gefahr im Elfmeterraum – darf’s auch mal eine körperliche Attacke oder eine Schwalbe sein: Das mit dem Körperkontakt lernen auch kleine Fußballhelden recht schnell. Bei seinen Kickern will Bernd Prösler davon allerdings nichts sehen. Der Trainer des Gautinger SC schwört die Buben und Mädchen vor dem Spiel ein: „Ich sag nur: Einmeter-Regel. Weh, hier überrennt einer den anderen.“

Besondere Regeln für besondere Teams: Im 1. SC Gröbenzell und im Gautinger SC spielen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen miteinander Fußball. Miteinander heißt, dass die Buben und Mädchen einander respektieren, unterstützen und mit allen Unterschieden annehmen. Alle dürfen mitspielen, keiner muss vom Feldrand aus zusehen, und Anderssein ist normal. „Das ist für uns Inklusion“, sagt Christian Mausbach, Jugendleiter beim 1. SC Gröbenzell und Vater eines Sohnes mit Behinderungen.

Egal ob ein Herzfehler, motorische Handicaps, Down-Syndrom oder schwieriges Sozialverhalten: Wer kommt, ist in der Mannschaft mit dabei. „Wichtig ist, dass unsere Spieler Spaß haben“, erzählt Monika Klotz, verantwortlich für das pädagogische Konzept beim Gautinger SC. Ihre Spieler sind zwischen neun und 18 Jahren alt, Buben und Mädchen in einem Team. Dass sie sich mit ihren individuellen Stärken ergänzen, habe sich erst kürzlich bei einem Turnier gezeigt. Einige Jugendliche ohne Handicaps hätten so großen Leistungsdruck verspürt, dass ihnen kein Pass mehr gelang. „Von unseren Inklusionsspielern haben sie dann erfahren, dass es nicht um Leistung, sondern um das Zusammenspiel im Team und die Freude am Fußball geht“, erinnert sich Klotz. „Bei uns ist eben jeder auf Augenhöhe.“

Auf Augenhöhe sein – ein Verständnis, das im Fußball immer noch Seltenheitswert hat. Die Jury des Inklusionspreises hat deshalb beide Vereine gemeinsam aufs Siegerpodest gehoben. Die Vereine seien Best-Practice-Beispiele für das achtsame Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen. Die Jury würdigte zudem das ehrenamtliche Engagement der Trainer, Übungsleiter und Eltern. Die beiden Vereine seien der Beweis, so das Preisgericht, dass Fußball auch inklusiv kann.


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