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Zivilcourage als Selbstverpflichtung

München, den Datum: 27.08.2026

Berufsfachschule für Pflege in Gabersee: Auszeichnung Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Eine gute Pflege beginnt mit Respekt. Diese Überzeugung gehört seit langem zum Selbstverständnis der Berufsfachschule für Pflege und Krankenpflegehilfe am kbo-Inn-Salzach-Klinikum. Nun wurde dieses Engagement auch offiziell gewürdigt: Die Schule ist in das bundesweite Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage aufgenommen worden.

Eine große Gruppe von Menschen steht auf einem sonnigen Platz und hält Schilder mit der Aufschrift »Schule ohne Rassismus« und »Schule mit Courage«.
Hinter den Idealen von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage stehen Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger und die Lehrkräfte ebenso wie die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Pflege. (Foto: Nadine Wimmer )

Mehr als 90 Prozent der Schulgemeinschaft hatten sich dafür ausgesprochen, sich aktiv gegen Diskriminierung und insbesondere gegen Rassismus einzusetzen. Mit diesem klaren Votum verpflichten sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte, das Thema dauerhaft im Schulalltag zu verankern – etwa durch Präventionsarbeit, Projekte und Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Partnern.

Für Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger passt die Mitgliedschaft in besonderer Weise zu einer Ausbildungsstätte für Pflegeberufe. „Pflege bedeutet weit mehr als medizinisches Wissen oder handwerkliches Können. Sie beginnt mit der Begegnung zwischen Menschen – mit Respekt, Empathie und der Bereitschaft, jedem Menschen unabhängig von seiner Herkunft oder seinem Glauben mit Würde zu begegnen“, betonte er bei der Aufnahmefeier, die mit der Examensfeier kombiniert wurde.

Werte vermitteln – Menschen stärken

Das Label knüpft unmittelbar an das Leitbild der Schule an. Neben der fachlichen Ausbildung legt sie großen Wert auf demokratische und solidarische Werte, interkulturelle Verantwortung und nachhaltiges Handeln. Ziel ist es, junge Menschen auch darin zu bestärken, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Damit spiegelt die Schule zugleich das zentrale Leitmotiv des Bezirks Oberbayern wider: Wir stärken Menschen. „Menschen zu stärken bedeutet nicht nur, Wissen zu vermitteln“, sagte Schwarzenberger. „Es bedeutet auch, Persönlichkeiten zu entwickeln, Verantwortung zu fördern und junge Menschen zu befähigen, ihren Beruf mit Haltung und Menschlichkeit auszuüben.“

Ein Schild mit der Aufschrift Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus Schule mit Courage wird von mehreren Personen gehalten.
Viele Hände halten und stützen das neue Schild. Es ist keine einmalige Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung zur Verankerung von Werten in der Schulfamilie.

Mehr als ein Schild an der Wand

Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist eine dauerhafte Selbstverpflichtung. Schulen entwickeln regelmäßig Projekte und Aktionen, die ein respektvolles Miteinander fördern und Diskriminierung entgegenwirken. An der Berufsfachschule ist bereits die Beteiligung am Wasserburger Nationenfest gemeinsam mit dem Verein Rio Konkret geplant.

Für den Bezirkstagspräsidenten ist dies ein wichtiger Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander: „Wir erleben leider, dass Ausgrenzung, Hass und Vorurteile wieder lauter werden. Umso wichtiger sind Orte wie diese Schule, an denen Menschen lernen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten.“ Gerade in Gesundheitsberufen sei diese Haltung unverzichtbar. Pflegekräfte begegnen täglich Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, kulturellen Prägungen und persönlichen Erfahrungen. Mit der Aufnahme in das Netzwerk setzt die Berufsfachschule ein sichtbares Zeichen dafür, dass beides zusammengehört: eine qualifizierte Ausbildung und eine klare Haltung für Vielfalt, Demokratie und Menschenwürde.