Von der Elterninitiative zum modernen Zentrum
München, den Datum: 26.05.2026Johann-Nepomuk-von-Kurz-Zentrum Ingolstadt: 50 Jahre Dienst für Kinder mit Förderbedarf
120 Kinder und Jugendliche aus der gesamten Region 10, zu der Ingolstadt, Neuburg a. d. Donau, Pfaffenhofen a. d. Ilm und Eichstätt gehören, besuchen die Bezirkseinrichtung, die derzeit im Kavalier Elbracht in Ingolstadt untergebracht ist. Sie verbindet, dass sie dauerhafte körperliche Beeinträchtigungen haben – hervorgerufen zum Beispiel durch Epilepsie, infantile Zerebralparese, Muskelerkrankungen oder Querschnittslähmungen. Zum 50-jährigen Jubiläum der Schule gibt es ein Sommerfest. Außerdem ist in zwei Jahren der Umzug in einen Neubau geplant.
Die Einrichtung heißt offiziell Johann-Nepomuk-von-Kurz-Zentrum Ingolstadt oder kurz JNVK-Zentrum, war aber in der Vergangenheit unter vielen Namen bekannt: Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, K-Schule, Kurz-Schule oder Schule für Körperbehinderte. Neben einer Schule mit einer schulvorbereitenden Einrichtung und der offenen Ganztagsschule umfasst das Haus auch eine Heilpädagogische Tagesstätte. Die Schülerinnen und Schüler in Ingolstadt werden je nach ihrem Leistungsvermögen und mit unterschiedlichen Angeboten gefördert. Um das zu leisten, braucht es ein großes Team. Rund 70 Mitarbeitende arbeiten im Zentrum – darunter Lehrkräfte ebenso wie Mitarbeitende in der Therapie, Kinderpflege und Schulbegleitung sowie junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren.
Gegründet wurde die Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule 1976. Vorausgegangen war eine Initiative von Eltern köperbehinderter Kinder, die sich bei der Stadt für eine spezielle Klasse eingesetzt hatten. Im November 1976 begann für neun Kinder der Unterricht in einer „Sondervolksschule“, getragen von der Stadt Ingolstadt. Im Jahr darauf startete auch eine schulvorbereitende Einrichtung an insgesamt drei Standorten und eine Tagesstätte mit Nachmittagsbetreuung.
984 beschloss die Stadt, Schule und Tagesstätte im historischen Kavalier Elbracht unterzubringen und begann mit der Sanierung. Drei Jahre später übernahm der Bezirk Oberbayern die Trägerschaft der Einrichtung, die sich nun Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule nannte. Der Namensgeber hatte im 19. Jahrhundert in München ein „pädagogisch-technisches Wohltätigkeitsinstitut“ für Kinder mit Behinderungen gegründet. Der Bezirk Oberbayern baute die alte Festung Elbracht aus und errichtete von 1993 bis 1996 diverse Sportanlagen, darunter eine Schwimmhalle. Zum runden Jubiläum steht nun eine deutliche räumliche Verbesserung in Aussicht: In Ingolstadt-Friedrichshofen wird im Sommer 2027 ein Neubau begonnen, der bis 2029 bezugsfertig sein soll.
Am Samstag, 20. Juni, feiert die Schulfamilie das Jubiläum 50 Jahre „K-Schule“ und Heilpädagogische Tagesstätte. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsideen sind Motto der Veranstaltung. Auch ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeitende sind dazu eingeladen.