Inhalt

Vom Skriptorium zum Kulturzentrum

München, den Datum: 27.02.2026

Neue Dauerausstellung in Kloster Seeon

Die neue Dauerausstellung Kloster Seeon – 994 bis heute lädt Besucherinnen und Besucher auf eine faszinierende Zeitreise durch mehr als tausend Jahre Klostergeschichte ein. In den historischen Räumen des ehemaligen Benediktinerklosters Seeon wird die Entwicklung dieses bedeutenden geistlichen und kulturellen Zentrums des Chiemgaus eindrucksvoll lebendig.

Mittelalterliche Buchmalerei mit Goldhintergrund: Links steht ein Geistlicher in rotem Gewand. Er überreicht einem thronenden Mann mit Heiligenschein ein reich verziertes Buch. Der Mann trägt ein rosa Gewand und sitzt zwischen zwei Säulen mit Vorhängen.
Ausschnitt des Widmungsbildes aus dem Hillinus Codex - ein Evangeliar, an dem der Seeoner Mönch Konrad als Schreiber beteiligt war. (© Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek)

Gegründet um das Jahr 994 von Pfalzgraf Aribo I., war Kloster Seeon über Jahrhunderte ein Ort des Glaubens, der Bildung und der Kunst. Mönche pflegten hier das benediktinische Motto Ora et labora – Beten und Arbeiten – und machten das Kloster zu einem Mittelpunkt der geistigen Kultur Südostbayerns. Besonders die Seeoner Schreibschule erlangte überregionale Bedeutung: In ihren Skriptorien entstanden kunstvoll illuminierte Handschriften, die heute als Meisterwerke mittelalterlicher Buchkunst gelten.

Die Ausstellung zeigt anhand von Originalen, Nachbildungen, Modellen und digitalen Medien, wie sich das Klosterleben im Laufe der Jahrhunderte veränderte – vom Mittelalter über die Barockzeit bis zur Säkularisation im Jahr 1803, als das Kloster aufgelöst wurde. Auch die wechselvolle Nutzung des Gebäudekomplexes nach der Aufhebung wird beleuchtet: als Kurbad, adeliges Schloss, Flüchtlingslager, Ausbildungsstätte für Bundesgrenzschutz und Bayerische Bereitschaftspolizei – und schließlich seit 1993 als modernes Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern.

Blick in einen modernen Ausstellungsraum mit weiß gewölbter Decke und hellem Steinboden. An den Wänden und auf freistehenden Tafeln sind Informationstexte, Fotos und Porträts zur Geschichte der Familie Leuchtenberg zu sehen. In der Mitte stehen Vitrinen mit Dokumenten und aufgeschlagenen Büchern; rechts zeigt eine große rote Tafel eine Ahnentafel.
Auch ein Thema der Ausstellung: die eng mit dem Kloster verbundene Familie Leuchtenberg

1994 zeigte das Haus der Bayerischen Geschichte in Kloster Seeon eine Ausstellung zum Thema Buchschreibekunst mit noch vorhandenen Originalen. Mit verbliebenen Materialien und Tafeln erstellte Kloster Seeon dazu die erste Dauerausstellung. Nachdem diese wiederholt neu gestaltet werden sollte, regte Dr. Stefan Kley von der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen an, eine Dauerausstellung zur Geschichte von Kloster Seeon zu zeigen. Susanne Schubert, die damalige Leiterin der Kulturabteilung, erstellte 2018 hierzu ein Konzept. 2019 erfolgte die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten mit Unterstützung des Kulturreferates des Bezirks Oberbayern. Durch internen Personalwechsel, Corona und weitere Unwägbarkeiten verzögerte sich die Ausführung bis zum Jahr 2025. Seit Anfang des Jahres steht die Ausstellung nun im Hauptgebäude des Klosters für interessierte Besucherinnen und Besucher täglich offen. Sie macht deutlich, wie eng Geschichte, Religion und Kultur miteinander verwoben sind – und dass Kloster Seeon bis heute ein Ort der Begegnung und Inspiration geblieben ist. 

Ausstellung

täglich geöffnet von 9–17 Uhr
Eintritt frei

Führungen durch die Ausstellung

an folgenden Samstagen: 11.4., 9.5., 13.6., 11.7., 15.8., 19.9. und 17.10.2026
Beginn: 14 Uhr (Treffpunkt Dauerausstellung)
Teilnahme kostenfrei
weitere Informationen zur Ausstellung: www.kloster-seeon.de/veranstaltungen