Viele Augen – ein Ort
München, den Datum: 03.06.2026Kreatives, inklusives Fotoprojekt des Stadtmuseums zeigt die Vielfalt Unterschleißheims bei ZAMMA – Das Festival in Oberbayern 2026
Zehn unterschiedliche Communities, wechselseitige Perspektiven und ein Blick für das Gemeinsame: Unter dem Titel „Viele Augen – ein Ort“ läuft derzeit ein inklusives Fotoprojekt des Stadtmuseums Unterschleißheim. Die Fotografien werden im Rahmen des ZAMMA-Festivals (1. bis 5. Juli) in einer Outdoor-Ausstellung rund um das Rathaus präsentiert. Das Festival veranstaltet der Bezirk Oberbayern in diesem Jahr erstmals mit der Stadt Unterschleißheim.
ZAMMA bedeutet neben Kultur auch Inklusion. Wie das gelingt, zeigt etwa das kreative Fotoprojekt „Viele Augen – ein Ort“. Der Grundgedanke: Communities sichtbar machen, die im Stadtleben oft zu wenig wahrgenommen werden, erzählt Julia Schubert, die Leiterin des Stadtmuseums Unterschleißheim und des Erinnerungsorts Flachsröste Lohhof. Sie koordiniert das gemeinsame Projekt von "Regenbogen Wohnen, Pfennigparade Perspektiven gGmbH", dem Zuverdienst-Projekt der Caritas und dem Stadtmuseum.
Eine Fotoausstellung am Rathausplatz sorgt während des Festivals für Sichtbarkeit. Das Besondere: Die verschiedenen Gruppen haben sich im Voraus gegenseitig fotografiert. Auf diese Weise begegnen sich Menschen, die sonst wenig bis keine Berührungspunkte haben: die Maibaumgruppe Lohhof Süd, der Square Dance Verein Munich Nine Pins, das Jugendparlament und weitere. Sie laden einander in ihre Welt ein, zeigen ihre Wirkungsorte und lassen andere an ihrer Realität teilhaben. Die Maibaum-Community besuchte beispielsweise die Menschen im "Regenbogen Wohnen" – eine wertvolle Begegnung, findet Schubert: „Gerade für die Menschen mit psychischen Erkrankungen aus dem Betreuten Wohnen ist es wichtig, auch einmal anders wahrgenommen zu werden.“ Das Projekt will Stigmata abbauen und Verständnis füreinander schaffen. „Ich finde es unfassbar wichtig, dass es mit ZAMMA eine Kulturförderung gibt, die solche Projekte unterstützt – solche Projekte tragen zur Demokratiebildung bei“, sagt Schubert.
Kreativen Input bekamen die Teilnehmenden von Fotografin Sandra Singh und dem Fotografen Francesco Giordano. Die Profis gaben Tipps zu technischen Grundlagen und Bildgestaltung. Julia Schubert freut sich über die intensiven und kreativen Begegnungen: „Zu sehen, mit wie viel Begeisterung und gegenseitigem Respekt die Communities einander porträtiert haben, zeigt genau den Kern unseres Projekts: Inklusion wird hier nicht nur fotografiert, sondern aktiv gelebt.“