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Mehr Hilfen für suchtkranke Menschen

München, den Datum: 10.06.2021

Sozialausschuss beschließt Einrichtung von Kontakt- und Begegnungsstätten in Eichstätt und München

Zur Ruhe kommen, Kontakte pflegen, alltägliche Dinge erledigen: Für Menschen mit Suchterkrankungen sind Kontaktläden wichtige wohnortnahe Hilfsangebote. In der Stadt Eichstätt entsteht jetzt erstmals eine solche Kontakt- und Begegnungsstätte (KuB) für Menschen mit Suchterkrankungen sowie eine weitere in der Landeshauptstadt München. Dies hat der Sozial- und Gesundheitsausschuss des oberbayerischen Bezirkstags jetzt beschlossen.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer nannte die Schaffung von niedrigschwelligen Hilfsangeboten einen wichtigen Baustein zur Versorgung von suchtkranken Menschen im Landkreis Eichstätt und der Stadt München. „Wohnortnahe Hilfen sind das Herzstück einer gut aufgestellten ambulanten psychiatrischen Beratung und Versorgung“, sagte Mederer.

Versorgungslücken schließen sich

Bisher besuchten viele Betroffene aus dem Landkreis Eichstätt die Kontakt- und Begegnungsstätte für suchtkranke Personen in Ingolstadt. „Weite Wege fallen künftig weg, weil es eine ortsnahes Hilfsangebot gibt“, erklärte Mederer. „In Eichstätt schließt sich damit jetzt eine Versorgungslücke.“ In der neuen Kontakt- und Begegnungsstätte wird es laut dem Beschluss des Bezirkstags zehn Plätze für suchtkranke Menschen geben. Träger der Einrichtung ist das Blaue Kreuz. Dieses verantwortet bereits die Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für suchtkranke Menschen in Eichstätt. Das Blaue Kreuz ist bereits bestens mit allen wichtigen Kontaktpersonen in der Stadt und im Landkreis vernetzt. Durch Außensprechzeiten der bestehenden Beratungsstelle unter anderem in Kösching, Gaimersheim und Hofstetten hat der Träger zudem einen guten Überblick über die Lage suchtkranker Menschen und deren Bedürfnisse. „Die enge Zusammenarbeit zwischen der neuen Kontaktstätte und der Psychosozialen Beratungsstelle ist durch die gemeinsame Trägerschaft auf jeden Fall gegeben,“ sagte Mederer weiter.

Suchtkranke mit Mehrfachabhängigkeit begleiten

Die Landeshauptstadt München verfügt mit der Neugründung künftig über vier Kontakt- und Begegnungsstätten. Die neue Anlaufstelle für suchtkranke Menschen soll im Münchner Westen entstehen. Dort gibt es bisher kein vergleichbares Angebot. Träger ist der Suchthilfespezialist Condrobs. Ein Schwerpunkt der Arbeit wird sein, mehrfachabhängige Suchtkranke sowie Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit an das bestehende Versorgungssystem heranzuführen. Besondere Angebote soll es für Suchtkranke geben, für die eine abstinente Lebensweise kein oder ein zu hohes Ziel ist und die bisher nicht von Hilfen erreicht wurden. „Es freut mich sehr, dass wir mit Condrobs ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Drogenhilfe an der Seite haben“, sagte der Bezirkstagspräsident.

In den beiden neuen Kontakt- und Begegnungsstätten wird es laut dem Beschluss des Bezirkstags jeweils zehn Plätze für suchtkranke Menschen geben.

Weitere Informationen:

Als Träger der Eingliederungshilfe und der psychiatrischen Versorgung ist der Bezirk Oberbayern für die ambulant-psychiatrischen Hilfsangebote zuständig. Er finanziert in Oberbayern 22 Kontakt- und Begegnungsstätten für suchtkranke Menschen sowie 44 Psychosoziale Suchtberatungsstellen. Des Weiteren gibt es zwei eigenständige Substitutionsambulanzen und fünf Kontaktläden.