Musik und Donnerhall
München, den Datum: 03.07.2026Interaktives Konzert mit Monika Drasch Duo im SBZ
Das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Unterschleißheim (SBZ) öffnet am ZAMMA-Freitag seine Pforten für Besucherinnen und Besucher. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Musik: Der SBZ-Chor und der Chor Forever 29 berühren die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem kraftvollen Song, das Monika Drasch Duo brilliert mit Humor, versiertem Spiel und bayerischer Volksmusik. Auf dem ganzen Gelände gibt es Mitmach-Stationen aller Art.
„Wie macht man denn ein Gewitter nach?“, fragt ein kleiner Junge leicht fassungslos. So recht traut er der Sache noch nicht. Dann aber stellt er sich doch zu den anderen Kindern auf eine kleine Holzbühne. Die Musiklehrerin hat eine Bodypercussion-Choreographie vorbereitet und macht die Bewegungen vor. „Wie geht ein Gewitter oder ein Sturm los?“ Mit Wind. Sie reibt sich die Hände im Kreis. Die Kinder machen es ihr nach. Dann schnipsen alle und imitieren den Sound von Regentropfen. Schneller. Der Regen prasselt. Jetzt auf die Schenkel klopfen. Platzregen, noch doller klopfen. Die Kinder lachen und klopfen. Plötzlich donnert es – als alle gleichzeitig hüpfen und wieder auf dem Holzboden aufkommen. Nochmal hüpfen. Wieder klingt es wie Donner. „Da kracht ja gleich die Bühne zusammen“, sagt ein anderer Junge. Die Bühne aber bleibt stabil und das Gewitter endet.
Beim Spielplatz des SBZ hat Musiklehrerin Ulrike Kruse eine Klangstation vorbereitet. Dort gibt es verschiedene Aufgaben zu lösen: Eine Schülerin des SBZ etwa muss ein Lied weitersingen. „Ich bin Schnappi…“, singt Ulrike Kruse vor. Die Schülerin lacht sofort, als sie es hört. Natürlich weiß sie, wie der Song weitergeht: „…das kleine Krokodil.“ Ein anderer Schüler darf verschiedene Rhythmen auf Klanghölzern nachmachen. Im Duo mit seiner Lehrerin ertönen helle Holzklänge im Takt.
Das ganze Gelände wurde einbezogen, sodass Besucherinnen und Besucher das SBZ kennenlernen können. Schulleiterin Andrea Märkl sowie Vorstandsvorsitzendem Reiner Ulbricht ist es ein Anliegen zu zeigen, wie wichtig das Zentrum für viele Kinder ist. „Auf einer Regelschule würde meine Tochter untergehen“, sagt eine Elternbeirätin. Freilich freue er sich für alle, die es auf einer Regelschule schaffen, meint Ulbricht. „Aber für die, die das nicht schaffen, ist es wichtig, dass es eine Auffangstation und zusätzlichen Support gibt.“
Ein Porsche ohne Bremsen
Im Südturm dieser Auffangstation treten auch Monika Drasch und Martin Danes auf. Sie empfanden es als große Ehre, im SBZ auftreten zu dürfen. Sie, die Niederbayerin, die kein Hochdeutsch kann – wie sie selbst zugibt – mit der grünen Geige und dem Dudelsack. Er, der laut Drasch alle Instrumente spielen sowie alle Opern singen kann. Im Repertoire haben sie berührende, harmonische Volksmusik-Lieder ebenso wie klamaukige Songs, in denen etwa Textausschnitte der Bayerischen Verfassung zitiert werden, gefolgt von einem halb gejodelten „Halleluja“ und – zu Ehren des Festivals – einen ZAMMA-Song. Den dürfen die Zuhörerinnen und Zuhörer gleich mitsingen. „Ja, mia hoitn zamma.“
Besonders berührend ist auch der Auftritt des SBZ-Chors, der aus Schülerinnen und Schülern besteht, sowie des Chors Forever 29. In der Aula singen sie voller Inbrunst den Hit „Unstoppable“ der US-amerikanischen Sängerin Sia. In dem Lied geht es um Selbstvertrauen und Stärke. So heißt es darin: „I'm unstoppable, I'm a Porsche with no brakes, I'm invincible, Yeah, I win every single game.“ Auf deutsch: „Ich bin unaufhaltsam, bin ein Porsche ohne Bremsen. Ich bin unbesiegbar, gewinne jedes Spiel.“ Die Kraft jedes und jeder Einzelnen schwappte von der Bühne auf das Publikum. Und für einen Augenblick fühlten sich womöglich alle unaufhaltsam.
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Monika Drasch und Martin Danes begeisterten das Publikum mit virtuosem Spiel und berührenden, aber auch spaßigen Liedern.
Foto: Carola Plötz
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Mit Wind geht es los, danach kommen die Regentropfen: Bei der Station »Bodypercussion« konnten Besuchende unter Anleitung mit Körperbewegungen einen Sturm nachahmen.
Foto: Carola Plötz
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