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Architektenwettbewerb für Schulcampus Ingolstadt-Friedrichshofen beendet

München, den Datum: 20.01.2023
Bildung

Lernen in lichtdurchfluteten und freundlichen Räumen

Die Planungen für den Neubau der Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule in Ingolstadt sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Eine Jury hat Mitte Januar vier Preisträger des Architektenwettbewerbs „Schulcampus Ingolstadt-Friedrichshofen“ gekürt. Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte: „Der Wettbewerb für die Mittelschule Mitte-West, die die Stadt Ingolstadt realisieren wird, und unser Förderzentrum Kurz-Schule hat hervorragende Ergebnisse gebracht.“

Computerperspektive eines dreistöckigen, viereckigen Gebäudes. Im Vordergrund ein Wiesenabschnitt mit Blumen. Außenherum ein Weg,
© HASCHER JEHLE Architektur mit POLA Landschaftsarchitekten / loomn Architekturkommunikation

Im Rahmen einer, laut Mederer, „einzigartigen und gewinnbringenden Kooperation“ wollen die Stadt Ingolstadt und der Bezirk Oberbayern das Projekt im Stadtteil „Friedrichshofen-Dachsberg” realisieren. Der Bauplatz misst insgesamt rund 25 Hektar. Für den Neubau der Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule des Bezirks ist eine Fläche von rund 8 000 Quadratmetern vorgesehen, für die Mittelschule Mitte-West der Stadt sind es 17 000 Quadratmeter. Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf sagte bei der Vorstellung der Entwürfe: „Mit der Mittelschule Mitte-West entsteht eine neue, zukunftsfähige Schule, die ganz wesentlich zur Entwicklung unserer Schullandschaft beiträgt.“

„Gute Basis für Inklusion“

Beide Schulen erhalten am neuen Standort autarke Gebäude. Die Realisierung des gemeinsamen Schulzentrums hatten die Stadt Ingolstadt und der Bezirk Oberbayern 2021 vereinbart. Die Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule, die bislang am Kavalier Elbracht untergebracht ist, bekommt an ihrem künftigen Standort neue schulische Möglichkeiten. Die gemeinsame Planung berücksichtigt auch den Inklusionsgedanken. Bezirkstagspräsident Mederer: „Auch wenn es getrennte Bauvorhaben sind, war es aufgrund der räumlichen Nähe sinnvoll, sie zusammen zu betrachten. Die Preisträgerentwürfe überzeugen mit ihren lichtdurchfluteten und freundlichen Raumkonzepten bei gleichzeitig übersichtlicher Struktur.“
Alle ausgezeichneten Entwürfe zeigten „großes inklusives Potenzial“. Der Austausch der Schülerinnen und Schüler werde auf gemeinschaftlichen Flächen wie einem Inklusionscafé und im Quartierspark ermöglicht. Dies sei eine „gute Basis für Inklusion“. Mederer sagte: „Als Bezirk ist es unser wichtigstes Ziel, für Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderungen eine optimale, moderne und integrierte Lernumgebung zu schaffen. Ich bin mir sicher: Das wird am Schulstandort Friedrichshofen-Dachsberg vorbildlich gelingen.“

Zehn Architekturbüros in Endrunde

Der Architektenwettbewerb ist in zwei Phasen angelegt. In der ersten Runde hatten sich über 60 Architekturbüros zusammen mit jeweils einem Landschaftsarchitekten beworben. Neben neun gesetzten Büros wurden aus den fachlich geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern weitere 16 ausgelost. Damit konnten an der ersten Wettbewerbsphase 25 Büros teilnehmen. Ende Juli 2022 wurden für die erste Phase die Umsetzung der städtebaulichen Aspekte bewertet und aus den 16 eingereichten Beiträgen zehn ausgewählt. In der zweiten Runde präsentierten diese zehn Büros ihre Entwürfe für die Schulgebäude.

Vier Siegerentwürfe

Ein Expertengremium aus Architekten und politischen sowie fachlichen Vertretern der beiden Auftraggeber hat vier Siegerentwürfe ausgewählt. Den Bezirk vertraten außer dem Bezirkstagspräsidenten und Mitgliedern der Fraktionen die Referatsleitungen Christoph Schreyer (Bau) und Julia Wanke (Kultur).

Doch bis die ersten Bagger am Dachsberg anrollen, dauert es noch eine Weile: An den Wettbewerb schließt sich jetzt ein formelles Verhandlungsverfahren mit allen vier Preisträgern an. Erst danach steht der tatsächliche Sieger fest – das Büro, das den Auftrag für den Bau des Schulzentrums erhalten wird und mit den Planungen beginnen darf.

Preisträger

  1. Preis: Hascher Jehle Design GmbH aus Berlin mit Pola Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
  2. Preis: Hess Talhof Kusmierz Architekten und Stadtplaner PART GmbH aus München mit Burger Landschaftsarchitekten Partnerschaft, München
  3. Preis: Kohlmayer Oberst Architekten aus Stuttgart mit Planungsgemeinschaft für Landschaftsarchitektur Markus Hertneck, Stuttgart
  4. Preis: Nomas architekten Part mbB tauber I törek I wiese und René Rissland (raum.land) aus Fürth mit a2 Landschaftsarchitekten GmbH, Fürth

Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule

Aktuell ist die Kurz-Schule im Kavalier Elbracht in Ingolstadt untergebracht. Eigentümer des Gebäudes ist der Freistaat Bayern. Die 1839 – 1844 erbaute Befestigungsanlage nutzt außerdem das Staatliche Bauamt. Die Räume der Schule gehen nach deren Auszug an den Freistaat zurück. Die Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule ist ein Verbund mehrerer Einrichtungen. Sie besuchen derzeit 103 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in den Jahrgangsstufen 1 bis 10. Zur Schule gehört auch eine Schulvorbereitende Einrichtung mit sechs sowie eine Heilpädagogische Tagesstätte mit 63 Plätzen. Außerdem gibt es zwei Gruppen für den Offenen Ganztagsunterricht am Nachmittag. Alle Einrichtungen sind personell, konzeptionell und pädagogisch eng verzahnt.