Inhalt

Erste Hilfe für die Seele – rund um die Uhr

München, den Datum: 28.04.2021

0800 / 655 3000 – erste Hilfe für die Seele: Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern steht Menschen in seelischen Notlagen mit aufsuchender Krisenhilfe künftig rund um die Uhr zur Seite. Die mobilen Krisenteams sind ab 1. Mai im Landkreis Dachau sowie in den Landkreisen Freising, Erding, Ebersberg, Starnberg und Fürstenfeldbruck erstmals zu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar.

Die mobilen Einsatzkräfte des Krisendienstes unterstützen Menschen in akuten psychischen Notlagen. Dies kann beispielsweise bei einer Suizidgefährdung oder schweren Psychose der Fall sein. Die Krisenteams sind immer zu zweit im Einsatz. Sie besuchen die Personen bei Bedarf zuhause und sind meist binnen einer Stunde vor Ort. Sie deeskalieren und vermitteln persönliche Beratungstermine bei den regionalen Sozialpsychiatrischen Diensten sowie ambulante und stationäre psychiatrische Behandlungsangebote. Angefordert werden die Einsatzkräfte durch die Leitstelle, bei der die Anrufe von Menschen in Krisen zentral eingehen. Sie koordiniert auch Vermittlung in weiterführende Hilfeangebote.

Der mobile Rund-um-die-Uhr-Service des Krisendienstes startet zum 1. Mai in den genannten Landkreisen im Münchner Umland. In Stadt und Landkreis München sind die Krisenhelfer bereits 24/7 im Einsatz ebenso wie in dem Großraum Ingolstadt (Region 10) sowie Stadt und Landkreis Rosenheim. Ab Sommer 2021 wird die aufsuchende Krisenhilfe rund um die Uhr flächendeckend in Oberbayern verfügbar sein.

„Das sind hervorragende Nachrichten,“ sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Krisen können zu jeder Tages- und Nachtzeit, an Wochenenden und Feiertagen auftreten. Sie richten sich nicht nach Öffnungszeiten von Arztpraxen und Beratungsdiensten.“ Deshalb sei es „enorm wichtig, dass Einsatzteams rund um die Uhr in Rufbereitschaft sind, um im Bedarfsfall schnellstmöglich persönliche, aufsuchende Hilfe anzubieten“. Mederer erklärte weiter: „Die aufsuchende Krisenhilfe ist für Menschen in Not eine großartige Unterstützung. Gerade in so schwierigen Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, ist das wichtiger denn je.“

Auch Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann zeigte sich erfreut über die verbesserten Hilfeangebote des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern „Viele Menschen brauchen in akuten Krisen schnelle, persönliche und professionelle Hilfe. Der Rund-um-die-Uhr-Service des Krisendienstes kann Leben retten“, erklärte OB Hartmann.

Als Gebietskoordinator ist Sebastian Lämmermann für den Krisendienst in der Region 14 – München Land verantwortlich. Laut Lämmermann gehören neben der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit der Leitstelle sowie dem schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung im Bedarfsfall die Einsatzteams vor Ort zu den tragenden Säulen des Angebots. „Mit der Ausweitung der Bereitschaftszeiten wurde in der Krisenintervention diejenige Komponente gestärkt, die in hochkomplexen und akuten Situationen für die Leitstelle unersetzbar ist: die leibhaftig-persönliche Krisenintervention, in der die Einsatzteams vor Ort mit den Beteiligten nach neuen Wegen aus der Krise suchen.“

Jenny Brunken ist als Teamleitung für die mobilen Tagdienste zuständig, die beim Sozialpsychiatrischen Dienst Dachau angesiedelt sind. Brunken sagt: „In diesen herausfordernden Zeiten kann jeder von Krisen betroffen sein. Hierbei möchten wir im Krisendienst mit Sicherheit Unterstützung anbieten.“

Alexandra Gorges organisiert für die Gesellschaft zur Förderung des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern (GKP) die aufsuchende Krisenhilfe am Abend, bei Nacht sowie an Feiertagen und Wochenenden. „Wir helfen diskret und gezielt, ohne dass die Situation weiter eskaliert“, beschreibt Gorges ihre Arbeitsweise. „Wir kommen ohne Blaulicht und ohne großes Aufsehen. Vor Ort klären wir ab, was der betroffene Mensch braucht. Alle weiteren Schritte sprechen wir gemeinsam eng ab.“

Auch die Ärztliche Leiterin der Leitstelle, Dr. Petra Brandmeier, begrüßt die 24/7-Rufbereitschaft der Krisenteams. „Wir können jetzt endlich auch nachts bei entsprechender Indikation persönliche Kriseninterventionen vermitteln. Damit gelingt es uns, individuell auf die jeweilige Krisensituation zu reagieren“, sagte Brandmeier. „Wir können so unserem Auftrag, im Bedarfsfall zeitnahe, schnelle psychosoziale und psychiatrische Hilfen anzubieten, noch deutlich besser gerecht werden.“

Weitere Informationen:

Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern ist Teil des Netzwerkes Krisendienste Bayern (www.krisendienste.bayern) mit sieben auf Bezirksebene gegliederten, psychiatrischen Krisendiensten. Die Anrufenden kommen automatisch bei der für ihren Aufenthaltsort zuständigen Leitstelle an. 2020 hatte die Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern rund 30.000 Telefonkontakte mit Menschen in seelischen Krisen. Die Einsatzteams führten zirka 1.900 mobile Kriseninterventionen durch.