Geballte Kompetenz für Digitalisierung
München, den Datum: 29.04.2026Bezirk Oberbayern ist dabei: Sechs Sozialhilfeträger bündeln ihre Kräfte
Die drei bayerischen Bezirke Oberbayern, Oberfranken und Schwaben sind einer Kooperation des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beigetreten. Ziel ist es, mit der Weiterentwicklung des digitalen Fachverfahrens ANLEI die Digitalisierung der Eingliederungshilfe voranzutreiben. Damit arbeiten erstmals sechs große Träger der Eingliederungshilfe aus drei Bundesländern in einer gemeinsamen Digitalisierungsallianz zusammen: ein in dieser Form bundesweit einmaliger Schritt.
Mit der Unterzeichnung des Beitrittsvertrages in Kassel setzen die Partner ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit, Innovationskraft und Verantwortung. Denn Digitalisierung bedeutet hier weit mehr als Technik. Es geht darum, Verfahren verständlich, praxistauglich und anwenderfreundlich zu gestalten: Für Mitarbeitende in den Verwaltungen ebenso wie für Leistungserbringer und vor allem für die Menschen, die auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen sind.
Das digitale Fachverfahren ANLEI wurde vom LWV Hessen entwickelt und wird über die ANLEI-Service GmbH kontinuierlich weiterentwickelt. Bereits seit vielen Jahren arbeiten LWV, LVR und LWL eng zusammen und haben dabei eine Vorreiterrolle in der digitalen Fachverfahrensentwicklung eingenommen. Mit der im vergangenen Jahr neu gefassten Kooperationsvereinbarung wurde diese Zusammenarbeit strategisch ausgebaut. Ziel ist es, fachliche Prozesse gemeinsam zu entwickeln und konsequent digital zu gestalten. Der Beitritt der drei bayerischen Bezirke hebt diese Kooperation nun auf eine neue Ebene.
Im Mittelpunkt steht dabei die Bündelung von Ressourcen und Fachkompetenz. Durch abgestimmte IT-Strategien, gemeinsame Planung und regelmäßige fachliche Abstimmung werden Doppelstrukturen vermieden und Synergien genutzt. Das erhöht nicht nur die Qualität und Stabilität der Verfahren, sondern sorgt auch für Effizienzgewinne. Wirtschaftlichkeit ist dabei ein wichtiger Effekt, im Vordergrund steht jedoch die Verbesserung der Arbeitsabläufe und die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Eingliederungshilfe insgesamt.
„Ich bin dem Landeswohlfahrtsverband Hessen und den anderen Kooperationspartnern sehr dankbar, dass wir von ihrer Expertise profitieren dürfen und nun auch unser Wissen mit in die Weiterentwicklung eines Fachverfahrens zur Bearbeitung der Eingliederungshilfe einbringen können“, betont Thomas Schwarzenberger, Bezirkstagspräsident von Oberbayern: „Wir setzen damit auf ein modernes und zukunftsfähiges Verfahren. So kann interkommunale Zusammenarbeit auch funktionieren – über Bundeslandgrenzen hinweg!“
Mit dieser erweiterten Kooperation unterstreichen die sechs Träger ihren gemeinsamen Anspruch, die Digitalisierung im Sozialbereich aktiv zu gestalten. Fachlich fundiert, partnerschaftlich und mit einem klaren Blick auf die Menschen, für die sie Verantwortung tragen.