Über 1000 Jahre Klostergeschichte
München, den Datum: 09.03.2026Neue Dauerausstellung in Kloster Seeon: faszinierende Zeitreise
Wo Gäste von Kloster Seeon bisher nur einen Einblick in die mittelalterliche Schreibwerkstatt des früheren Benediktinerklosters bekommen konnten, lädt seit 7. März eine neue Dauerausstellung zu einer faszinierenden Zeitreise durch als tausend Jahre Klostergeschichte ein. Unter dem Titel „Kloster Seeon – 994 bis heute“ wird dort die Entwicklung dieses bedeutenden geistlichen und kulturellen Zentrums im Chiemgau eindrucksvoll lebendig.
Heute ist Kloster Seeon das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern – mit dem Ziel, „dessen historischen und kulturellen Reichtum zu bewahren und den Menschen in Oberbayern zugänglich zu machen“, wie Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger bei der Vernissage deutlich machte. Die neue Dauerausstellung sei hierfür ein wichtiger Baustein, ganz in der Vision des Bezirks, „soziale und kulturelle Heimat für ein lebenswertes Miteinander in Oberbayern zu schaffen“, so Schwarzenberger weiter.
Kurbad und Flüchtlingslager
Gegründet um das Jahr 994 von Pfalzgraf Aribo I., war Kloster Seeon über Jahrhunderte ein Ort des Glaubens, der Bildung und der Kunst. Mönche pflegten hier das benediktinische Motto „Ora et labora“ – Beten und Arbeiten – und machten das Kloster zu einem Mittelpunkt der geistigen Kultur Südostbayerns. Besonders die Seeoner Schreibschule erlangte überregionale Bedeutung: In ihren Skriptorien entstanden kunstvoll illuminierte Handschriften, die heute als Meisterwerke mittelalterlicher Buchkunst gelten.
Die Ausstellung zeigt anhand von Originalen, Nachbildungen, Modellen und digitalen Medien, wie sich das Klosterleben im Laufe der Jahrhunderte veränderte – vom Mittelalter über die Barockzeit bis zur Säkularisation im Jahr 1803, als das Kloster aufgelöst wurde. Auch die wechselvolle Nutzung des Gebäudekomplexes nach der Aufhebung wird beleuchtet: als Kurbad, adeliges Schloss, Flüchtlingslager, Ausbildungsstätte für Bundesgrenzschutz und Bayerische Bereitschaftspolizei – und schließlich seit 1993 als modernes Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern.
1994 zeigte das Haus der Bayerischen Geschichte in Kloster Seeon eine Ausstellung zum Thema Buchschreibekunst mit noch vorhandenen Originalen. Mit verbliebenen Materialien und Tafeln erstellte Kloster Seeon dazu die erste Dauerausstellung. Nachdem diese wiederholt neu gestaltet werden sollte, regte Dr. Stefan Kley von der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen an, eine Dauerausstellung zur Geschichte von Kloster Seeon zu zeigen.
Ort der Begegnung und Inspiration
Susanne Schubert, die frühere Leiterin der Kulturabteilung von Kloster Seeon, erstellte 2018 hierzu ein Konzept. 2019 erfolgte die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten mit Unterstützung des Kulturreferates des Bezirks Oberbayern. Durch internen Personalwechsel, Corona und weitere Unwägbarkeiten verzögerte sich die Ausführung bis zum Jahr 2025. Seit Anfang des Jahres steht die Ausstellung nun im Hauptgebäude des Klosters für interessierte Besucherinnen und Besucher täglich offen. Sie macht deutlich, wie eng Geschichte, Religion und Kultur miteinander verwoben sind – und dass Kloster Seeon bis heute ein Ort der Begegnung und Inspiration geblieben ist.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.
Führungen
Führungen durch die Ausstellung an folgenden Samstagen:
11.4., 9.5., 13.6., 11.7., 15.8., 19.9. und 17.10.2026
Beginn: 14 Uhr (Treffpunkt Dauerausstellung).
Die Teilnahme an den Führungen ist ebenfalls kostenfrei.
Weitere Informationen: www.kloster-seeon.de/ausstellungen