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Wenn bei minus 16 Grad der Heizkessel schlappmacht

München, den Datum: 28.01.2026

CSU-Winterklausur erneut in Kloster Seeon zu Gast

Anfang Januar hat die CSU-Landesgruppe im Bundestag wie schon in den vergangenen Jahren ihre Winterklausur in Kloster Seeon abgehalten: ein Ereignis, das stets großes Medieninteresse auf sich zieht. Im Interview blickt Gerald Schölzel, Leiter des Kultur- und Bildungszentrums des Bezirks Oberbayern, auf die aufregenden Tage zurück und erzählt, warum eine Pressekonferenz umziehen musste, womit die Polizei zu kämpfen hatte und was Alexander Dobrindt ins Gästebuch geschrieben hat.

Blick auf das Kloster über den zugefrorenen Chiemsee. Im Vordergrund stehen dunkle Schilfstengel
Traumkulisse mit Tücken: der zugefrorene Seeoner See bei der CSU-Winterklausur (Foto: Hendrik Steffens © CSU im Bundestag)

Herr Schölzel, wie lange dauert es, bis Kloster Seeon nach dem großen Event wieder im Alltag angekommen ist? 

Gerald Schölzl: Das geht sehr schnell. Mit dem Ende der Veranstaltung haben sofort die Aufräumarbeiten begonnen. Alles wurde gereinigt, die Parkettböden poliert – weil es durch den Splitt von draußen schon ein paar Kratzer gegeben hat. Alle wissen, was sie zu tun haben, und so geht das ziemlich schnell. Im Anschluss gab es dann noch unsere Kick-off-Feier, die wir immer zu Jahresbeginn anstatt einer Weihnachtsfeier machen. Also: aufräumen, feiern, und weiter geht’s.

Das Wetter hat ja hervorragend mitgespielt: Wintermärchen in Seeon mit zugefrorenem See. Hat sich da der eine oder andere Politiker auch aufs Glatteis gewagt?
Es war wirklich eine traumhafte Kulisse und das Eis auf dem See war für die Fernsehbilder wunderbar – für die Polizei allerdings weniger. Der ist es viel lieber, wenn niemand einfach mal so mit Schlittschuhen über den See kommen kann. Und noch dazu sind einige von den Klausurgästen tatsächlich auf dem Eis spazieren gegangen. Die mussten dann immer ihre Ausweise dabeihaben, um wieder auf die Insel gelassen zu werden.

Hat die ungewöhnlich eisige Kälte Probleme bereitet?
Tatsächlich schon. Wir hatten hier in Seeon bis zu minus 16 Grad, und das hatte Auswirkungen auf unsere Technik. Über die Feiertage war in Kloster Seeon Stillstand, und als dann am 4. und 5. Januar die Küche und das Deko-Team angefangen haben, hat sich schnell herausgestellt: Da stimmt was nicht. Zu unserem Schrecken waren zwei von drei Heizkessel und zwei Aufzüge ausgefallen – und das einen Tag vor Klausurbeginn! Zum Glück hat unser Cheftechniker seine Kontakte hier in der Region spielen lassen und konnte – toi, toi, toi – ganz schnell Abhilfe schaffen.

Was hat Sie und Ihr Team sonst noch gefordert?
Vor allem die hohe Aufmerksamkeit der Presse. Das Medienaufkommen war so groß, dass wir direkt Mühe hatten, einen Platz für die Pressekonferenzen zu finden. Dazu kam, dass Ministerpräsident Söder dieses Mal ja durch seine Hüft-OP gehandicapt war und keine langen Wege zurücklegen konnte. Deswegen haben wir die Abschlusspressekonferenz, die sonst auf der Seeterrasse des Hotels stattgefunden hat, vor den Torbogen verlegen müssen. Aber das hatte immerhin den erfreulichen Nebeneffekt, dass der Schriftzug von Kloster Seeon sehr schön im Bild war.

Ein Mann steht nachts auf einer verschneiten Wiese vor Mikrofonen. Im Hintergrund sind viele Menschen, Kamerateams und grelle Scheinwerfer.
Eine eisige Angelegenheit waren die Pressekonferenzen im Freien. (Foto: Hendrik Steffens © CSU im Bundestag)

Was wurde den prominenten Gästen denn dieses Mal aufgetischt – wahrscheinlich kein Diät-Buffet gegen den Feiertagsspeck?
Eher nicht. Wir haben auf das Bewährte gesetzt, das heißt auf regionale Küche mit bayerischem Bezug, selbstverständlich mit vegetarischen Angeboten. Tatsächlich wird hier bei der Klausur kein „Chichi“ verlangt, sondern einfache, aber gute Speisen von hervorragender Qualität. Wie zum Beispiel die Bratwurst, die unser Küchenchef Dieter Fembacher selbst herstellt. Allerdings hat sich Alexander Hoffmann, der neue Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, gewünscht, dass im kommenden Jahr Weine aus seiner unterfränkischen Heimat ausgeschenkt werden. Das setzen wir natürlich gerne um.

Apropos: Ist denn schon klar, dass die Klausur nächstes Jahr wieder in Kloster Seeon stattfindet? Es gibt ja keinen langfristigen Vertrag …
Ja, wir haben von Herrn Hoffmann bereits eine mündliche Zusage bekommen – was uns sehr freut. Schließlich tagt die CSU 2027 bereits das zehnte Jahr hier – die Corona-Jahre einmal ausgenommen: ein Jubiläum also. In dieser Zeit hat sich das Kultur- und Bildungszentrum wahnsinnig weiterentwickelt. Heute haben wir ein viel besseres Produkt mit hervorragend geschultem Personal. Und auch für die Klausur hat sich inzwischen eine positive Routine eingestellt. Alle sind mit Leidenschaft dabei, und das spüren auch die Gäste. Der frühere CSU-Landesgruppenchef und jetzige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat sogar ins Gästebruch geschrieben, es sei „die beste Idee der CSU im Bundestag gewesen, zur Winterklausur nach Kloster Seeon zu kommen“. Das kann man mal so stehen lassen.