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Der perfekte Kaiserschmarrn

München, den Datum: 05.07.2026
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Ein Dinner aus geretteten Lebensmitteln im JugendKulturHaus

Zwei verschiedene Currys, Salate sowie Pfannkuchen und Kaiserschmarrn: Ein üppiges Mahl stand auf dem Speiseplan. Beim ZAMMA-Projekt „Vielfalt schmeckt – retten, kochen, feiern“ trafen sich Menschen im Gleis 1, um gemeinsam ein Festmahl zuzubereiten. Alle Zutaten wurden größtenteils gerettet. Das Projekt für das Festival entstand in Kooperation zwischen der Initiative Klimaneutral 2035 sowie dem JugendKulturHaus Gleis 1.

Ein Koch schneidet in einer Großküche Zwiebeln auf einem Schneidebrett, während eine junge Frau lächelnd danebensteht. Vor ihnen liegen frische Zutaten und Küchenutensilien - die Szene vermittelt gemeinsames Kochen und die Zubereitung eines Gerichts.
Hat schon als kleines Kind bei ihrem Papa auf dem Arm beim Umrühren geholfen: das Vater-Tochter-Gespann Roland und Marie Willwohl bei »Vielfalt schmeckt - retten, kochen, feiern«. (Foto: Ann-Kristin Höger © Bezirk Oberbayern)

Vier Kilo Kartoffeln, fünf Kilo Karotten, zwei Kilo Zucchini, vier Kilo Tomaten: Fleißig schnippeln acht Personen Gemüse. Kartoffeln werden geviertelt, Karotten gestückelt. Jedes Gemüse bekommt seine eigene Schüssel. Eine Frau schabt mit dem Messer die Tomatenviertel vom Brett hinein und lässt den Saft hineintröpfeln. Es gibt ein veganes Curry sowie ein Chicken-Curry, beides thailändischer Art. „Das ist mein Lieblingsgericht. Man schaut einfach in den Kühlschrank, was man da hat“, sagt eine Teilnehmerin. Gemeinsam kochen und gemeinsam essen: Das macht mehr Spaß als alleine. Da sind sich alle einig.

„Essen verbindet“, sagt auch Roland Willwohl. Er steht an der Theke der Küche und hackt Zwiebeln. Dass er das nicht zum ersten Mal macht, sieht man sofort. Er sieht nicht mal hin und weint auch nicht. Der 58-Jährige ist gelernter Koch. Willwohl wurde von seiner Tochter Marie für das Projekt eingespannt, das vor einem Jahr beim Ideentag entstand. Marie Willwohl arbeitet beim Gleis 1 und dachte damals sofort an ein Projekt mit Essen. Silvia Eppler von der Initiative Klimaneutral 2035 teilte ihren Wunsch, ein Dinner aus geretteten Lebensmitteln zu zaubern. So kam auch der Vater der 21-jährigen Erzieherin ins Spiel. Der sagt, er habe ihr das Kochen schon von der Pike auf gezeigt: „Ich hatte sie schon als kleines Kind beim Kochen auf dem Arm. Ich habe die Zutaten in den Topf geworfen und sie hat gerührt.“ Die Zutaten für den Abend stammen zum Großteil aus geretteten Lebensmitteln, die die Supermarkt-Kette Rewe zur Verfügung gestellt hat – der Rest wurde zugekauft.

Vegan kommt an

Jung und alt, Menschen mit und ohne Behinderungen sitzen derweil noch an den Tischen und schnippeln. Das rhythmische Hacken auf den Schneidebrettern wird mal von Jazz- und mal von Popmusik untermalt. Ihr seid ja schnell“, sagt Roland Willwohl, der von der Theke einen guten Blick auf die Küchengehilfinnen und -gehilfen hat. Als das Obst für die Nachspeise geholt wird, drängt sich eine Frage auf: Wie gelingt eigentlich der perfekte Kaiserschmarrn? „Kein Eischnee“, sagt Willwohl. Mehr wird nicht verraten. Und schon entsteht im Kollektiv der Wunsch nach einem Kaiserschmarrn-Kochkurs. „Ich wäre dabei“, sagt der Koch und schmunzelt. Für die Zukunft überlegen Marie Willwohl und Silvia Eppler auch, ob sie in Zukunft weitere solcher Dinner-Partys veranstalten – vielleicht auch mit internationalem Buffet. Schließlich leben in Unterschleißheim 120 Nationen. Und Essen verbindet.

Als das Buffet eröffnet wird, stehen plötzlich über 80 Menschen da. Der Duft muss sie angelockt haben. „Mit so vielen Leuten haben wir gar nicht gerechnet. Bei der Nachspeise haben einige angefangen zu bunkern. Wir mussten Reis nachkochen. Es war zwar stressig, hat aber so viel Spaß gemacht“, resümiert die 21-Jährige. Die Speisen kamen gut an, das vegane Gericht sogar noch besser als das andere. Ein gelungenes Event.