Inhalt
 

Brot und Ton als künstlerische Ausdrucksform

München, den Datum: 09.10.2024
Schafhof - Europäisches Kunstforum Oberbayern

Workshop von Gastkünstlerinnen im Europäischen Kunstforum Oberbayern in Freising

Im Rahmen des Europäischen Kunststipendiums des Bezirks Oberbayern haben Künstlerinnen und Künstler aus dem europäischem Ausland die Möglichkeit, jeweils für ein bis drei Monate im Schafhof zu leben und zu arbeiten. In Workshops geben diese Kunstschaffenden einen Einblick in ihre Arbeiten. Am 12. Oktober von 15 bis 18 Uhr bietet Darja Lukjanenko einen Kurs an, bei dem Brot als künstlerisches Ausdrucksmittel dient und am 13. Oktober Nika Rukavina einen Kurs mit Ton.

Auf dem Foto sieht man eine Hand, die ein Gebäck hält, das wie ein Vogel geformt ist.
Darja Lukjanenko: Palyanitsia Bread (Foto: Privat © Schafhof - Europäisches Kunstforum Oberbayern)

Darja Lukjanenko stammt aus Dnipro, Ukraine. Seit 2017 lebt sie in Prag und arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Performance, Text und Gartenarbeit. Im Mittelpunkt ihrer Kunst stehen philosophische Auseinandersetzungen zur Stimulierung von Empathie und das Studium herrschaftlicher Beziehungsformen. Sie absolvierte ein Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst, Design,  Architektur UMPRUM in Prag und setzt ihre Ausbildung als Doktorandin an der Fakultät für Kunst und Design der Jan Evangelista Purkynè Universität in Ùsti nad Labem fort. Ihre Arbeit befasst sich mit post-postkolonialer Identität und kulturellen Praktiken der Rekonstruktion des kollektiven Gedächtnisses in der Ukraine nach 2014.

Brot: Nahrungsmittel und rituelles Gut

Am 12. Oktober geht es von 15 bis 18 Uhr um Brot.
Darja Lukjanenko: "Es gibt kein politischeres Nahrungsmittel als Brot. Brot ist nach wie vor eine Kraft vieler Revolutionen, ein Instrument der Unterdrückung, ein Symbol der nationalen Befreiungsbewegung und des Widerstands zugleich. Brot ist ein Lebensmittel, das verbindet und gleichzeitig Unterschiede aufzeigt. Die Geschichte des Brotes ist voll von Blut, Tränen und Schweiß. Aber die Gegenwart des Brotes ist immer ein Trost, eine Liebe und eine Freude, die von der kollektiven Erinnerung genährt wird."

Der Palyanitsia-Workshop ist inspiriert von Darja Lukjanenkos Projekten "Brot gegen Imperialismus" und "Irij", in denen sie die kulturelle und politische Bedeutung des ukrainischen Brotes erforschte.
Die Veranstaltung beginnt mit einem kurzen Künstlergespräch, gefolgt von der kollektiven Gestaltung von vogelförmigen Brötchen, einem rituellen Brot, das mit dem heidnischen Mythos von "Irij" verbunden ist: einem Ort, an dem Vögel und die Seelen der Ahnen gemeinsam überwintern. Der Workshop lädt die Teilnehmenden dazu ein, das kollektive Gedächtnis zu aktivieren und gemeinsam tiefe Verbindungen zwischen Nahrung und Identität zu erforschen.

Experimentieren mit Ton: alleine oder gemeinsam

Am 13. Oktober von 14 bis 16 Uhr gibt Nika Rukavina einen neuen Zugang zu Ton als hochexperimentelles Material für Beginnende und Fortgeschrittene, für Jung und Alt.

Nika Rukavine wurde in Rijeka, Kroatien, geboren, wo sie lebt und arbeitet. Sie hat ein Diplom in Bildhauerei an der Akademie der Schönen Künste in Venedig erworben. Rukaniva arbeitet interdisziplinär und befasst sich mit dem Problem der sozialen Intoleranz, der Diskriminierung und den Auswirkungen repressiver Systeme auf Menschen, die den aufgezwungenen gesellschaftlichen Konsens nicht akzeptieren. Ihre Kunstpraxis wie auch ihre Workshops haben zum Ziel, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen, das Selbswertgefühl von Frauen zu stärken und Traumata durch Kunst zu heilen. Sie interessiert sich für Kunst, die den Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu engagieren und dadurch ihre Perspektive zu ändern.

Die Workshopteilnehmenden entdecken am 13. Oktober das Material beispielsweise durch die Verwendung einer Tandem-Töpferscheibe, an der jeweils zwei Personen gemeinsam arbeiten können.

Infos zur aktuellen Ausstellung und zum Programm im Kunstforum:

www.schafhof-kunstforum.de 


Bildmaterial zum Download