Krisendienst macht sich für das Leben stark
München, den Datum: 29.07.2024Info-Tour zu Suizidprävention im Berchtesgadener Land
Die Zahlen lösen Betroffenheit aus: Im Schnitt nehmen sich täglich circa 30 Menschen in Deutschland das Leben, beinahe doppelt so viele wie durch Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag sowie illegale Drogen zusammengerechnet ums Leben kommen. Experten schätzen, dass die Dunkelziffer an Suizidversuchen etwa zehn bis zwanzigmal höher liegt. Es ist bereits lange bekannt, dass das Berchtesgadener Land die mitunter höchsten Suizidraten aufweist – Grund genug für Rita Bauer von der aufsuchenden Krisenhilfe im Berchtesgadener Land, die Suizidprävention zu verbessern und auf die Krisendienste Bayern in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.
„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Krisendienst bekannter zu machen, denn oftmals hilft es schon, wenn man sich in seiner Not einem ganz neutralen Menschen anvertrauen und mit ihm sprechen kann“, erklärt Rita Bauer. Anfang Mai startete die 44-jährige Freilassingerin eine Info-Tour, informierte Mitarbeitende von Kliniken, der Berg- und Wasserwacht, der Feuerwehr, der Malteser und dem Kriseninterventionsteam (KIT) des Bayerischen Roten Kreuzes über das lebensbejahende Angebot sowie die Arbeitsweise der Krisendienste Bayern und verteilte Plakate sowie Flyer.
„Es geht bei dieser Info-Tour darum, sich zu vernetzen, Hilfsangebote zu bündeln, Fachwissen auszutauschen und damit umfassende Suizidprävention sowie Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen voranzutreiben“, resümiert Eugenia Knauer, Gebietskoordinatorin vom Krisendienst Psychiatrie Oberbayern. Der Sozialpsychiatrische Dienst Berchtesgadener Land hat einen Arbeitskreis Suizidprävention eingerichtet. Dort werden regionale Themen gesammelt, um entsprechende Hilfsangebote zusammenzustellen – damit sich immer mehr Menschen am Scheideweg für das Leben entscheiden. (GG)