Zwei Städte – ein Signal
München, den Datum: 29.09.2025T-Shirt-Aktionen des Krisendienstes am Welttag der Suizidprävention
Jede und jeder Tote hinterlässt eine schmerzliche Lücke: Mit eindrucksvollen Aktionen in München und Ingolstadt haben Fachstellen, Vereine und Beratungsdienste am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, ein deutliches Zeichen gesetzt. Mittendrin: Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern, der das Thema Suizid aus der Tabuzone herausholen und auf konkrete Hilfen aufmerksam machen möchte.
Auf dem Gärtnerplatz in München lagen 207 weiße Hemden und T-Shirts auf dem Boden – symbolisch für jeden Menschen, der 2023 in der Landeshauptstadt durch Suizid ums Leben kam. Auf einem großen Banner war zu lesen: „Das Leben wählen: Gemeinsam für Suizidprävention in München.“
„Leider kennen viele Menschen die Hilfsangebote nicht oder scheuen sich, sie wahrzunehmen. Wir wollen Mut machen und zeigen, dass niemand allein durch schwierige Zeiten gehen muss“, erklärte Cornelia Maier, Geschäftsführerin des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern. Die Aktion wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt – im Vorjahr hatte sie auf dem Marienplatz stattgefunden. Bündnispartner waren auch heuer DIE ARCHE Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e. V., die Katholische und Evangelische Telefonseelsorge München, sowie die Krisenberatungsstelle Münchner Insel und die Stadt München. In diesem Jahr hatte erstmals Oberbürgermeister Dieter Reiter die Schirmherrschaft übernommen.
Auch in Ingolstadt stand das Thema im öffentlichen Raum im Mittelpunkt: Auf dem Rathausplatz erinnerten 62 T-Shirts an ebenso viele Suizide im Vorjahr in Ingolstadt sowie den Landkreisen Eichstätt, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen. Organisiert wurde die Aktion von der Beratungsstelle für psychische Gesundheit der Caritas. Ebenfalls an Bord waren zahlreiche Kooperationspartner wie das Team Inklusion der Stadt Ingolstadt, das MHFA-Programm („Mental Health First Aid“), das Netzwerk „Kulturbeutel“ – und eben der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern, der wie auch in München mit Infomaterialien und Beratungspersonal vor Ort war.
Offene Gespräche statt Schweigen
In beiden Städten sollten dabei vor allem die Betroffenen sowie Angehörigen gestärkt werden. Passantinnen und Passanten nutzten die Gelegenheit zum Gespräch, stellten Fragen zu Zugangsmöglichkeiten, sprachen von Sorgen und berichteten eigene Erfahrungen. Das einhellige Motto der Aktion: Suizid betrifft nicht „die anderen“. Es betrifft alle. In allen Altersgruppen, allen sozialen Lagen, allen Berufsbereichen. Und die Ursachen für Suizidgedanken sind so vielfältig wie die Menschen – Depressionen, chronische Schmerzen, Suchterkrankungen, aber auch akute Belastungssituationen aufgrund von Trennung, Scheidung oder Tod. Und nicht zuletzt Einsamkeit, Konflikte und finanzielle Schwierigkeiten.
So erreichen Sie den Krisendienst Psychiatrie Oberbayern
Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern bietet rund um die Uhr telefonische Beratung, sowie bei Bedarf mobile Einsätze vor Ort.
Er ist erreichbar unter 0800 / 655 3000. Anonym und kostenfrei. Für alle Menschen in seelischen Notlagen.
Mehr Informationen unter www.krisendienste.bayern