Nachwuchs im Königssee
München, den Datum: 26.05.2025Fachberatung für Fischerei hilft Seeforellen
Ins eiskalte Wasser geworfen – aber aus gutem Grund: Im Rahmen eines gemeinsamen und langjährigen Artenschutz-Projekts der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern, des Nationalparks Berchtesgaden und der Fischerei Amort wurde kürzlich der Königsee mit rund 30 000 jungen Seeforellen aus der Nachzucht des Fischbruthauses des Bezirks Oberbayern in Bad Wiessee besetzt.
Der Leiter der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern, Dr. Bernhard Gum, und Fischer Thomas Amort setzten die Seeforellen in besonders geschützten Bereichen im Wasser aus. Die kleinen Bäche, die in den Königssee münden, dienen den Seeforellen für die ersten Lebensjahre als Aufwuchs- und später als Laichgewässer. Seit Projektbeginn im Jahr 2018 war hauptsächlich der Saletbach neuer Lebensraum für die Fische – dessen Wasserstand ist jedoch seit Herbst vergangenen Jahres zu niedrig für eine Wiederansiedlung.
Diese ist aber dringend notwendig, da die Seeforellenpopulation im Königssee – wie auch in anderen oberbayerischen Seen – stark zurückgegangen ist. Jahr für Jahr fingen die Berufsfischer der Familie Amort immer weniger Seeforellen, 2012 war es nur noch eine einzige.
Verschlechterte Bedingungen
Die Ursachen für den dramatischen Rückgang sind eine Kombination aus der Verbauung der Fließgewässer, in die die Seeforelle zum Laichen hinaufziehen, verschlammten Laichplätzen und dem Anstieg der Wassertemperaturen, der durch den Klimawandel begünstigt wird. Höhere Wassertemperaturen fördern darüber hinaus das Wachstum von Pflanzen, deren absterbende Biomasse dem Seegrund zunehmend zusetzt. Auch Fressfeinde wie Vögel machen den Fischen zu schaffen: Die jungen Seeforellen stehen auf dem Speiseplan der Gänsesäger, deren Bestand zunimmt.
In Bad Wiessee am Tegernsee errichtete die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern im Jahr 1998 eine Seeforellenaufzuchtstation, um dem Rückgang der Seeforelle im Königssee und an anderen oberbayerischen Seen entgegenzuwirken.
Gemeinsam helfen
Die Rückkehr der Seeforelle in den Königssee ist das gemeinsame Ziel der Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern, des Nationalparks Berchtesgaden und der Fischerei Amort – der einzigen Berufsfischerei am See.Seit 2018 wurden jeweils im Frühjahr kleine Seeforellen aus der Nachzucht des Bezirks Oberbayern vorrangig in den Saletbach eingesetzt. Als das auf fünf Jahre angelegte Projekt 2022 zu Ende ging, konnten erste Erfolge ausgemacht werden: 2021 waren erstmalig Seeforellen in den Bach zum Laichen zurückgekehrt, und 2022 ging Fischwirtschaftsmeister Thomas Amort eine vier Kilo schwere Seeforelle als Beifang ins Netz. Die drei Partner des Wiederansiedlungsprojekts beschlossen daher dessen Verlängerung um weitere fünf Jahre.