Kleine Schnecke mit großer Botschaft
München, den Datum: 26.08.2025Nürnberger Museum zeigt preisgekröntes Designkonzept des kbo-Kinderzentrums München
Für den Neubau des kbo-Kinderzentrums München wurde ein ganz besonderes Designkonzept entwickelt. Dieses ist jetzt sogar im Neuen Museum Nürnberg im Rahmen der Sonderausstellung "Design Connects" zu sehen.
Die Innenarchitektur des Hauses – konzipiert und umgesetzt von Diplom-Designer Andreas Koop von der Design-Gruppe Koop – orientiert sich an einem traditionellen japanischen Haiku. Das ist eine traditionelle, sehr kurze japanische Gedichtform. In diesem Gedicht erklimmt eine kleine Schnecke langsam, aber unaufhaltsam den heiligen Berg Fuji. Die Schnecke – liebevoll „Isa“ getauft – soll sinnbildlich für die Ausdauer, Entschlossenheit und die Kraft der kleinen Schritte stehen, die die jungen Patientinnen und Patienten für ihren Weg benötigen.
Leitbild als Vorbild
Die jungen Besucherinnen und Besucher des Kinderzentrums haben unterschiedliche körperliche und geistige Beeinträchtigungen. Deshalb brauchen sie für vieles, was anderen leichtfällt, mehr Zeit, Kraft und Ausdauer. Im kbo-Kinderzentrum München sollen diese Kinder ermutigt werden, ihren Weg zu gehen – auch mit Beeinträchtigungen und den Anstrengungen, die damit einhergehen.
Die kleine Schnecke Isa, die im Kinderzentrum unter anderem die große Rampe im Innenhof erklimmt, wird dabei zum Vorbild der Kinder und zu ihrem stetigen Begleiter im gesamten Gebäude – wie ein haptisches Mantra, das ihnen sagt, dass es sich lohnt, dranzubleiben, dass jeder Fortschritt zählt und dass sie dabei nicht allein sind.
Design, das verbindet
So begegnet Isa den Kindern an vielen Stellen in der Klinik: sei es in Form einer Holzfigur oder als Grafik an Türen, Fenstern und Wänden. In Verbindung mit Echtholz-Elementen an den Wänden, Tageslicht und einer sanften Farbgestaltung entsteht so eine Atmosphäre, die Wärme, Verbindung und Geborgenheit ausstrahlt. Viele Tisch- und Spielelemente sowohl im Innen- als auch Außenbereich laden ein, sich auszutauschen oder gemeinsam zu spielen.
Auch sie greifen das Konzept der kleinen Schritte im eigenen Tempo auf. Ein besonderes Beispiel dafür befindet sich im Eingangsbereich: Eine große Wellenrutsche lädt die Kinder dazu ein, selbst zu entscheiden, wie viele Wellen sie erklimmen und hinunterrutschen möchten. Die Unterstützung durch Erwachsene ist dabei bewusst nicht vorgesehen. Es geht darum, eigene Grenzen zu entdecken und im eigenen Rhythmus zu wachsen – und nicht darum, „höher, schneller oder besser zu sein“, wie der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Volker Mall betont. Der Clou: Auch schon von der untersten Welle macht das Rutschen viel Spaß und garantiert so ein Erfolgserlebnis.
Schneckenspuren im Neuen Museum Nürnberg
Wegen seiner Aussagekraft und der durchdachten Details findet man das außergewöhnliche Gestaltungskonzept des kbo-Kinderzentrums München seit Neuestem auch in der Ausstellung "Design Connects" im Neuen Museum Nürnberg. In der Ausstellung wird gezeigt, wie Design weit über Ästhetik hinauswirken kann. Indem es zum Beispiel Teilhabe ermöglicht oder das gesellschaftliche Miteinander stärkt. Von barrierefreier Mobilität bis hin zu heilungsfördernden Krankenhausräumen: Die Exponate stehen für Design mit Mehrwert und Botschaft – so wie die kleine, starke Schnecke im kbo-Kinderzentrum München, die es Kindern leichter macht, die es schwerer haben.
Ausgezeichnetes Design
Das Orientierungsdesign, die zweckmäßige Raumgestaltung und Innenarchitektur des neuen kbo-Kinderzentrums München wurden im Juli 2025 mit dem "Red Dot Award: Brands & Communication Design 2025" ausgezeichnet.
Das "Red Dot Label" ist ein weltweit anerkanntes Qualitätssiegel für exzellentes Design. Der jährlich ausgeschriebene Designwettbewerb bewertet Produkt- und Industriedesign, Marken- und Kommunikationsdesign sowie Designkonzepte. Die Einreichungen werden von einer internationalen Expertenjury bewertet.