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Jubiläum eines weltweiten Unikats

München, den Datum: 31.07.2025

20 Jahre Deutsches Hopfenmuseum in Wolnzach

Schon der Anfang war ungewöhnlich. Werden in Bayern Museen gegründet, so greift man häufig auf vorhandene Sammlungen zurück, kann historische Gebäude nutzen oder auch auf potente Unterstützer von außen zurückgreifen. All das war beim Hopfenmuseum erstmal nicht der Fall. Es gab nichts, was man ausstellen konnte, kein Gebäude, das sich als zukünftiges Museum anbot und am allerwenigsten war Geld vorhanden. Es gab nur eine klare Idee: der Pflanze, ohne die auf der Welt kein Bier gebraut wird, ein angemessenes Museum einzurichten. Und zwar in der „Metropole“ des größten Hopfenanbaugebietes der ganzen Welt: im oberbayerischen Wolnzach in der Hallertau.

Aufnahme eines ebenerdigen Gebäudes. Der Vorplatz ist breit überdacht, rechts im Bild sieht man grüne Pflanzen an Längsstreben in die Höhe wachsen.
Zu einem beliebten Veranstaltungs- und Treffpunkt hat sich der Vorplatz des Deutschen Hopfenmuseums entwickelt. Hier findet sich auch der wohl meistfotografierte Hopfengarten der Welt (rechts im Bild). (© Bezirk Oberbayern)

Die Handvoll Gründungsmitglieder des Vereins Deutsches Hopfenmuseum e. V., die sich im Sommer 1984 in einer Gaststätte in Wolnzach zusammenfanden, entwickelten allerdings eine enorme Energie, um diese Defizite auszugleichen. Unter seinem rührigen Vorsitzenden, dem Wolnzacher Elektromeister Norbert Nemetz, holte der Verein in kürzester Zeit eine gewaltige Sammlung an historischen Exponaten, Abbildungen und Literatur zusammen. Auch ein potenzielles Museumsgebäude im Marktzentrum war bald gefunden. Und nach positiven Signalen vom Marktgemeinderat und der Brau- und Hopfenwirtschaft hoffte man, die finanziellen Herausforderungen bald stemmen zu können. Doch dann kam alles ganz anders. Plötzlich wollte der Markt sein Filetgrundstück im Zentrum nicht mehr hergeben. Das ganze Projekt stand kurz vor dem Aus.

1990 trat ein Zweckverband für das Deutsche Hopfenmuseum ins Leben – damals noch etwas sehr Ungewöhnliches. Er bestand aus dem Markt Wolnzach, dem Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm und dem Bezirk Oberbayern. Es begann eine mühevolle Suche nach dem geeigneten Standort, verbunden mit einer Odyssee durch ganz Wolnzach und seine Ortsteile. Der Autor dieses Beitrages stieß schon 1991 zum Projekt dazu und durfte über die Zeit fünf Museumskonzepte für die verschiedensten Gebäudelösungen entwerfen – um diese dann nach einer gewissen Planungs- und Prüfungsphase alle wieder in der Schreibtischschublade verschwinden zu lassen.

Spektakulärer Neubau

Das letzte Konzept versprach allerdings Aussicht auf Erfolg. Das Deutsche Hopfenmuseum wurde eröffnet – im Januar 2005 erst durch ein „Soft Opening“ und schließlich am 6. Juni 2005 mit einem feierlichen Akt unter der Anwesenheit des damaligen Staatsministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller. 21 Jahre nach der Gründung des Museumsvereins.

Der spektakuläre Entwurf des Gebäudes in der Form eines Hopfengartens stammt vom Münchner Architekturbüro Krug & Partner, das als Sieger aus einem vom Zweckverband ausgelobten Architekturwettbewerb hervorgegangen war. Als Verdienst durften es sich die Museums­verantwortlichen auch anrechnen, den ­engen finanziellen Rahmen quasi per Punktlandung eingehalten zu haben. ­Gerade einmal 4,5 Millionen Euro bot man damals für Gebäude, Inneneinrichtung und ­Außenanlagen auf. Eine Maxime der Sparsamkeit, die das Museum sich bis heute auf die Fahnen schreibt.

Ausstellung im Wandel

Seither hat sich das Museum als fester Bestandteil der bayerischen Museumslandschaft etabliert – gegen alle skeptischen Stimmen. Das Konzept der Dauerausstellung ist eine Verbindung von klassischer Museumspräsentation und moderner ­Medienschau, dessen drehbuchartige ­Dramaturgie ein steter Wechsel zwischen „lauter“ Raum- und Medieninszenierung und ruhigerer, kontemplativer Exponat- und Textschau ist. Von Anfang an öffnete das Museum seine Räumlichkeiten auch für externe Veranstaltungen aller Art. Auch als regionales Kulturzentrum für Konzerte, Kabarett, Lesungen oder Theater­aufführungen machte sich das Deutsche Hopfenmuseum bald einen N­amen.