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Innovative Hilfe bei Depressionen

München, den Datum: 31.07.2025

Kbo-Klinik in Agatharied: Behandlungserfolge mit Gehirnstimulation

Bei psychischen Problemen liegt zuweilen eine Störung der elektrisch aktiven Nervenzellen im Gehirn vor. Eine Behandlungsmethode, die sowohl ambulant als auch stationär an der ­kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Agatharied angeboten wird, setzt hier an: Mit „repetitiver transkranieller Magnetstimulation“ (rTMS), einer Form der Gehirnstimulation, kann diese gestörte Aktivität normalisiert und so die Erkrankung gebessert werden.

Professor Dr. Michael Landgrebe, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der kbo-Lech-Mangfall-Klinik erklärt: „rTMS ist ein effektives und sehr gut verträgliches innovatives ­Neuro­stimulations-Verfahren, mit dem wir in unserer Klinik in der Behandlung von schwer depressiven Patientinnen und ­Patienten sehr gute Erfolge erzielen“.

Die Behandlung findet ohne Eingriff oder Kurz-Narkose statt und wird mehrmals wiederholt. Mithilfe kurzer Magnetpulse werden die elektrisch aktiven Nervenzellen in ihrer Aktivität verändert und wirken, über mehrere Tage hinweg verabreicht, antidepressiv. „Häufig kommt es zu einer spür­baren Verbesserung von Stimmung, Leistungsfähigkeit und der Kontrolle von negativen Gedanken und Gefühlen“, berichtet Landgrebe. „Diese äußerst gut verträgliche Gehirnstimulation wird noch nicht in vielen psychiatrischen Kliniken angeboten und hat sich als Alternative beziehungsweise Ergänzung zu Psychotherapie und Medikamenten bei verschiedenen psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen, insbesondere der ­Depression, sehr gut etabliert.“

Ein Mann in einem weißen Arztkittel steht hinter einer Frau, die auf einem Patientenliege liegt. Er hält ihr ein schwarzes Gerät an den Kopf.
Prof. Dr. Michael Landgrebe bei der Behandlung einer Patientin. (Foto: Thomas Plettenberg © kbo - Kliniken des Bezirks Oberbayern)

Weitere Forschungen

Neben der klinischen Versorgung seiner Patientinnen und Patienten ist der Psychiater der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied auch intensiv in der Forschung tätig. „Wir haben die rTMS seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. In der Behandlung von schweren ­Depressionen ist dieses Verfahren bei uns ein fester Bestandteil der Therapie. Auch bei anderen Erkrankungen wie beispielsweise Zwangs­­störungen, Schizophrenie oder dem chronischen Tinnitus gibt es zunehmend Hinweise auf eine Wirksamkeit.“

Neben der leichten Durchführbarkeit und der guten Wirksamkeit der Methode ist die gute Verträglichkeit ein weiterer Vorteil. Landgrebe zieht ein positives Fazit, wenn er sagt: „Die Wirksamkeit bei Depressionen ist bereits nachgewiesen. 30 bis 40 Prozent der Betroffenen erfahren eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome. Bei anderen psychischen Erkrankungen sind weitere Studien notwendig.“