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Entscheidung mit Weitblick

München, den Datum: 25.04.2025

Bezirkstagsbeschluss: kbo übernimmt psychiatrische Versorgung in Ingolstadt

„Ich verleihe jedem, der das komplett verstanden hat, das erste juristische Staats­examen“, scherzte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger auf der Bezirkstags-Sondersitzung am 20. Februar. Gemeint war die Neufassung der Satzung des Kranken­haus­zweckverbands Ingolstadt, die einstimmig beschlossen wurde. Tatsächlich steckt hinter dieser Ent­schei­dung ein hochkomplexes rechtliches Konstrukt, das viele organi­satorische und finanzielle Aspekte berührt. Doch was bedeutet das? Hier ein Überblick.

Eine Landkarte von einem Teil von Bayern. Die Landkreise "Eichstätt", "Neuburg-Schrobenhausen", "Stadt Ingolstadt" und "Pfaffenhofen, sind farbig markiert.
In Oberbayern ganz oben: kbo übernimmt die Versorgung in der Planungs­region 10. Diese umfasst die Stadt Ingolstadt sowie die Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm.

Bereits im Dezember war die Entscheidung gefallen, dass die psychiatrisch-psycho­somatische Versorgung in der ­Region 10 ab dem 1. Januar 2026 eigenständig durch kbo übernommen wird – nun ging es sozusagen an die Umsetzung. „Mit dieser Entscheidung schaffen wir klare Strukturen und stellen sicher, dass die psychiatrische Versorgung in der Region langfristig gut aufgestellt ist. Uns ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten bestmöglich betreut werden und die Zuständigkeiten klar geregelt sind“, erklärte Bezirkstagspräsident Schwarzenberger.

Warum diese Umstrukturierung?

In anderen Regionen, wie den Landkreisen Miesbach, Landsberg a. Lech und Garmisch-Parten­kirchen, hat sich das Modell einer eigenständigen kbo-Klinik bewährt, die in enger Kooperation mit dem somatischen Krankenhaus agiert. Dasselbe Prinzip wird nun auch in Ingolstadt umgesetzt: Während der Bezirk künftig die psychiatrische Versorgung ­sicherstellt, bleibt die Stadt Ingolstadt als Träger des ­Klinikums für die somatische Versorgung verantwortlich.

Was bedeutet das finanziell?

Ein solches Projekt geht natürlich mit ­finanziellen Verpflichtungen einher. Der ­Bezirk Oberbayern wird den nicht-geförderten Kostenanteil für den Neubau der Psychiatrie allein tragen. Die aktuellen Baukostenschätzungen für den zweiten Bauabschnitt bis 2032 belaufen sich auf 191 Millionen Euro. Allerdings wird der Freistaat Bayern über Fördermittel 50 Prozent dieser Kosten übernehmen.

Was ändert sich für Patientinnen, Patienten und Belegschaft?

Für Patientinnen und Patienten sowie die Mitarbeitenden wird sich in der praktischen Versorgung nichts ändern. Die bewährten Behandlungsangebote bleiben bestehen, und die Verantwortlichen des Klinikums Ingolstadt sowie von kbo haben bereits begonnen, eng zusammenzu­arbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu gewähr­leisten.

Was passiert als Nächstes?

In den kommenden Monaten werden noch zahlreiche Details geregelt – darunter Vereinbarungen zur Grundstücksnutzung und Personalüberleitung. Doch eines ist sicher: Der Bezirk Oberbayern und kbo setzen in bewährter Weise bei all ihren Entscheidungen auf eine moderne und zukunftsfähige psychiatrische Versorgung für die Menschen in der Region.