Alt, schön, preisgekrönt
München, den Datum: 13.10.2025Oberbayerischer Denkmalpreis 2025 verliehen
Der Bezirk Oberbayern hat zum dritten Mal den Oberbayerischen Denkmalpreis verliehen – verbunden mit einem Preisgeld von insgesamt 22.000 Euro. Mit den Preisen und den zusätzlich vergebenen Anerkennungen würdigt er das Engagement zahlreicher privater, öffentlicher und kirchlicher Eigentümerinnen und Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude.
Sechs Denkmäler zeichnete der Bezirk mit einem Geldpreis aus. Sie alle sind von privaten Eigentümerinnen und Eigentümern vorbildlich saniert worden. Jeweils 5.000 Euro erhielten ein Wohnhaus in Moosburg (Lkr. Freising) sowie das ehemalige Kaufhaus Biller in Starnberg. Jeweils 3.000 Euro gab es für das Stafflerhaisl in Erdweg-Großberghofen (Lkr. Dachau), ein Wohnhaus im ehemaligen Kloster Marienstein in Eichstätt, das Riemerschmid-Haus in Kochel am See (Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) und einen Einfirsthof in Weilheim.
Das Haus am Gries erhält den Oberbayerischen Denkmalpreis:
Das ehemalige Kaufhaus Biller wird ebenfalls ausgezeichnet:
Hier die Meldungen zu den prämierten Denkmalprojekten und zu Anerkennungen:
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Ausgezeichnet: das Haus am Gries in Moosburg
Das Haus am Gries in der Leinbergerstraße gehört heute zu den ältesten erhaltenen Häusern Moosburgs. Im Kern stammt es aus dem späten 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts, erbaut im namensgebenden Stadtviertel „Auf ...
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Kaufhaus Biller in Starnberg macht das Rennen
Das Kaufhaus Biller in Starnberg ist ein historisches Wohn- und Geschäftshaus in der Innenstadt. 1857 erwarb Johann Biller das Grundstück, um seine Spezereien- und Schnittwarenhandlung zu erweitern. In den 1860er-Jahren erhielt das Gebäude ...
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Ehemaliges Austragshaus in Großberghofen holt Preis
Das denkmalgeschützte kleine Stafflerhaisl, ein Austragshaus, steht in der Dachauer Straße im Zentrum von Großberghofen, heute Ortsteil von Erdweg. 1865 kauften Augustin und Elisabeth Burgmaier das gesamte Anwesen und errichteten das ...
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Ausgezeichnete Denkmäler in Eichstätt
Das mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgezeichnete Gebäude Klosterhof 6 liegt auf dem Gelände des ehemaligen Frauenklosters Marienstein, heute ein Ortsteil von Eichstätt. Aufzeichnungen von 1633 deuten darauf hin, dass ...
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Preisgekröntes Fertighaus in Kochel am See
In Kochel am See steht heute ein frühes Beispiel modularen Bauens: ein Fertighaus des Münchner Architekten und Designers Richard Riemerschmid (1886–1957). Er entwarf in den 1920er-Jahren Holzelementhäuser für die Gartenstadt Pullach. Von ...
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Einfirsthof und Heiliges Grab ausgezeichnet
In Weilheim bildet das dörflich geprägte Ensemble Obere Stadt mit dem Stadtbach eine charakteristische Bauformation aus Handwerkerhäusern und bäuerlichen Anwesen, darunter das prämierte Wohnstall-Stadelhaus. Das Gebäude, 1789 erstmals urkundlich erwähnt, ist ...
Anerkennungen vor allem für Kommunen, Vereine und Kirchen
Bei der feierlichen Preisverleihung im Freilichtmuseum Amerang hat der Bezirk zudem die gelungene Sanierung von zehn weiteren Denkmälern mit einer Anerkennung gewürdigt. Die meisten dieser Projekte liegen in öffentlicher Hand. So gingen Anerkennungen an den Markt Berchtesgaden (für den Stadel am historischen Rosenhof in Berchtesgaden), an die Gemeinde Oberammergau für das „Pilatushaus“ und an die Gemeinde Thaining (Lkr. Landsberg am Lech) für das Alte Pfarrhaus. Die Stadtwerke München erhielten eine Anerkennung für die Sanierung des Isarwehrs Großhesselohe in Pullach i. Isartal (Lkr. München). Den Förderverein Alling (Lkr. Fürstenfeldbruck) würdigte der Bezirk für sein Engagement für die Kriegergedächtniskapelle in Alling-Biburg. Auch für private Initiativen gab es Anerkennungen: für die Hofkapelle Leustetten in Saaldorf-Surheim (Lkr. Berchtesgadener Land), ein Jurahaus in Eichstätt und für Schloss Urfahrn in Oberaudorf (Lkr. Rosenheim). Anerkannt wurden auch die Sanierungsprojekte zweier Kirchenstiftungen. Dabei handelt es ich um das Heilige Grab in der Pfarrkirche St. Vitus in Iffeldorf (Lkr. Weilheim-Schongau) und um die Taborkirche auf dem Hochfelln (Gemeinde Bergen im Lkr. Traunstein).
Hier die Meldungen zu den Anerkennungen:
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Doppelt ausgezeichnet: Stadel und Hofkapelle im Landkreis Berchtesgaden
Der Rosenhof oberhalb von Berchtesgaden liegt eingebettet in grüne Wiesen mit Blick auf den Watzmann. Das Bauensemble diente der Fürstpropstei Berchtesgaden seit dem 16. Jahrhundert als landwirtschaftlicher Gutshof. Der Stadel des ...
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Isarwehr Großhesselohe holt Auszeichnung
Das Isarwehr Großhesselohe – nahe der südlichen Münchner Stadtgrenze – ist seit 1908 in Betrieb und wurde 2022 als überregional bedeutendes Technikdenkmal in die Denkmalliste aufgenommen. Es reguliert bis heute die Wasserstände ...
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Kriegergedächtniskapelle in Alling-Biburg
Das Denkmal liegt auf einer leichten Anhöhe in der Mitte des Dorfes Biburg, einem Ortsteil der Gemeinde Alling. Das kleine, offene Gebäude in historisierenden Formen ist ein verputzter Ziegelbau mit steilem ...
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Altes Pfarrhaus prämiert
Das 1695 erbaute Alte Pfarrhaus liegt im Herzen Thainings – zwischen Rathaus, Dorfplatz, Kirche und Wirtshaus. 2021 erwarb die Gemeinde das seit Jahren leerstehende Gebäude. 2023 zog zunächst im Erdgeschoss eine ...
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Neues Schloss Urfahrn holt Auszeichnung
Das Ensemble Neues Schloss Urfahrn befindet sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Karmelitenklosters Reisach. In den Jahren 1721 bis 1727 errichtet, umfasst das Neue Schloss Urfahrn ein dreigeschossiges Haupthaus mit zwei ...
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Ausgezeichnetes auf dem Hochfelln
Hoch über dem Chiemgau, mit Blick bis zum Chiemsee und nach Österreich, steht seit 1971 das markante Taborkircherl am Gipfel des Hochfelln. Es ersetzte einen Vorgängerbau, der im Jahr zuvor durch einen ...
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Pilatushaus in Oberammergau ausgezeichnet
Es ist eines der markantesten Gebäude Oberammergaus und berühmt für seine Lüftlmalerei von Franz Seraph Zwinck (1748–1792). Die perspektivischen Fresken an der Gartenfront zeigen die Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus – ...
2,5 Millionen Euro jährlich für die Denkmalpflege
Alle prämierten Denkmäler hat der Bezirk Oberbayern bereits in den vergangenen Jahren gefördert. Weitere Kriterien für die Auszeichnung sind fachliche Qualität, Nachhaltigkeit, ökologische Aspekte sowie die kulturelle Bedeutung für Oberbayern. Seit 2004 hat der Bezirk für sein Förderprogramm Denkmalpflege über 40 Millionen Euro bereitgestellt. Derzeit gehen jährlich rund 2,5 Millionen Euro an Kirchenstiftungen, Kommunen und Privatpersonen.
„Das ist Geld, das direkt aus der Bezirksumlage in die Landkreise und Kommunen zurückfließt“, betonte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger: „Mit dem Oberbayerischen Denkmalpreis möchten wir das enorme Engagement privater und öffentlicher Eigentümerinnen und Eigentümer von Denkmälern zusätzlich würdigen. Historische Gebäude erzählen von unserer Vergangenheit und schlagen zugleich Brücken in die Zukunft – indem sie sinnvoll und oft auch für neue Zwecke genutzt werden.“
Jury und Turnus
Über die Vergabe entschied eine Jury, der neben Mitgliedern des Bezirkstags von Oberbayern und Bezirksheimatpflegerin Dr. Astrid Pellengahr auch Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sowie des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege angehörten. Der Bezirk Oberbayern verleiht den Preis alle zwei Jahre. Maximal können dabei 25.000 Euro ausgeschüttet werden.
Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten gibt es in einer kostenfreien Broschüre zum Oberbayerischen Denkmalpreis 2025. Sie kann per E-Mail (kommunikation@bezirk-oberbayern.de) bestellt oder auf der Themenseite zum Denkmalpreis heruntergeladen werden.