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Zwischenräume – Die Sieben Säulen

München, den Datum: 27.07.2026

Mensch und Natur: neue Klang- und Rauminstallation im Holzknechtmuseum Ruhpolding

Das Holzknechtmuseum Ruhpolding hat im Juni die neue Klang- und Rauminstallation ­Zwischenräume – Die Sieben Säulen der Künstlergemeinschaft werkstatt kesslfligga eröffnet. Das Projekt wird von der Andrea von Braun Stiftung gefördert und widmet sich den Almen als historischen Kulturlandschaften, in denen das enge Zusammenspiel von menschlicher Arbeit und natürlicher Umwelt bis heute sichtbar ist.

Landschaftsaufnahme eines Waldes: Zwischen den Baumstämmen ist als Kunstwerk eine Stele aus Stein zu sehen. Im unteren Bereich steht "Was verbindet", im oberen Bereich sind drei Spiralen eingemeißelt.
Die Installation fügt sich harmonisch in das Museumsgelände ein. Hier die Stele, die darauf verweist, »was verbindet« (© Holzknechtmuseum Ruhpolding)

Mit der Neugestaltung seiner Dauerausstellung im Jahr 2021 setzte das Holzknechtmuseum Ruhpolding neue inhaltliche Akzente. Seither zählen das Ökosystem Bergwald und die Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt zu den zentralen Themen des Hauses. Die neue Instal­lation knüpft daran an und führt diesen Gedanken im Freigelände des Museums weiter. Im Fokus stehen dabei die Almweiden – jene Kulturlandschaften, die als landwirtschaftliche Nachbarn der Bergwälder seit Jahrhunderten durch das Zusammenspiel von Mensch und Natur geprägt werden.

Für ihre Installation verbinden die Kesslfligga Jochen und Bettina Nistler gesprochenes Wort, ­regionales Kunsthandwerk und Musik zu einem vielschichtigen Erlebnis. Entscheidend ist dabei auch das „Dazwischen“, das sich erst im Gehen, Sehen und Hören erschließt. Sechs Säulen aus Adneter Kalkstein markieren den akustischen Rundgang im Freigelände. Über QR-Codes können Besucherinnen und Besucher an jeder Station Hörstücke aus drei verschiedenen Erzählebenen abrufen. Ob man ein Birkhuhn auf der Suche nach neuem Lebensraum begleitet oder den Gedanken einer Sennerin und eines Holzknechts lauscht – klar wird, dass Mensch und Natur keineswegs Gegensätze sind, sondern in Beziehung stehen. Und dieses Verhältnis ist gestaltbar.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Initiative zur Wiederbelebung der Hochkienbergalm unweit des Museums, unterstützt von der Andrea von Braun Stiftung, der Heinz Sielmann Stiftung sowie der Akademie für Natur- und Landschaftsschutz Laufen (ANL). Ziel ist es, die offenen Weiden und strukturreichen Randbereiche durch eine schonende Beweidung zu erhalten, um den Artenreichtum dieser Landschaft für die Zukunft zu sichern.

Franziska Oslmeier