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Arten schützen – Gewässer verstehen

München, den Datum: 26.05.2026

Fachberatung für Fischerei berichtet über ihre Tätigkeit 

Seen, Flüsse und Teiche gehören zu den prägenden Landschaften Oberbayerns. Damit diese Lebensräume auch künftig artenreich bleiben und nachhaltig genutzt werden können, braucht es genaue Kenntnisse über Fischbestände und Veränderungen in den Gewässern. Genau hier setzt die Arbeit der Fachberatung für Fischerei an. Im Bau- und Umweltausschuss stellte deren Leiter Dr. Bernhard Gum den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 vor.

Ein kleines Boot mit drei Männern fährt auf einem Fluss entlang. Zwei Männer halten Kescher ins Wasser und versuchen Fische zu fangen.
Für das Projekt Äsche-Gänsesäger ermittelte die Fachberatung unter anderem den Fischbestand in der Isar.

Das Ziel besteht darin, heimische Fischbestände zu erhalten und Gewässer nachhaltig zu bewirtschaften – ein wichtiger Beitrag für Natur, regionale Wirtschaft und Kulturlandschaft. Ein zentrales Instrument dafür sind sogenannte Versuchsfischereien. 2025 führte die Fachberatung an zahlreichen Seen entsprechende Untersuchungen durch. Dabei werden Fischbestände wissenschaftlich erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse helfen dabei, die Bestände besser einzuschätzen und nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien zu entwickeln. 

Vorsicht vor der Quaggamuschel

Bild einer Süßwassermuschel
Die Quagga-Dreikantmuschel kommt als invasive Art in Oberbayern vor. (Foto: Motte123 - CC0 )

Ein Beispiel für neue ökologische Herausforderungen ist die Quaggamuschel: eine invasive Art, die sich in den Seen Oberbayerns immer weiter ausbreitet. Sie verändert die Nahrungsnetze in den Gewässern und kann damit langfristig auch Fischbestände beeinflussen. Um mögliche Folgen besser zu verstehen, beobachtet die Fachberatung die Entwicklung ganz genau – beispielsweise am Chiemsee, in Zusammenarbeit mit der LMU ­München.

Daneben spielen Artenschutzprojekte eine wichtige Rolle. Mit speziellen Programmen sollen gefährdete Arten wiederangesiedelt oder gestärkt werden – darunter Seeforelle, Huchen oder die Mairenke im Schliersee. Auch Projekte zum Schutz der stark bedrohten Bachmuschel gehören dazu.

Gleichzeitig beobachtet die Fachberatung Veränderungen in den Gewässern und analysiert ihre Auswirkungen auf die Fischerei und Fisch­bestände. Klimawandel, invasive Arten, Räuber wie Fischotter und Kormoran, aber auch die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung beeinflussen die Fischbestände zunehmend. Sie verursachen in den bayerischen Teichwirtschaften große Schäden. Die gewonnenen Daten aus den Fischbestandserhebungen fließen nicht nur in Schutzmaßnahmen ein, sondern auch in größere Programme wie die EU-Wasserrahmenrichtlinie, mit deren Hilfe der Zustand der Gewässer bewertet wird.