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„Vertrauen ist die Grundlage für Entwicklung“

München, den Datum: 29.09.2026

Leitung des Berufsbildungswerks München in neuen Händen

Seit dem 1. Juli 2026 leitet Helen Wollstein-Gouba das Berufsbildungswerk München mit dem Förder­schwerpunkt Hören und Sprache. Im Interview spricht sie über ihren beruflichen Weg, ihr Führungsverständnis und ihre Ziele für das BBW.

Eine Person mit kurzen braunen Haaren, die eine Brille und ein dunkles Oberteil trägt, blickt leicht lächelnd in die Kamera vor einem weißen Hintergrund.
Helen Wollstein-Gouba leitet seit dem 1.7.2026 das Berfusbildungswerk München (© BBW München)

Frau Wollstein-Gouba, welche Erfahrungen bringen Sie für ihre neue Aufgabe mit – und was hat Sie daran gereizt, die Leitung des BBW München zu übernehmen?
Helen Wollstein-Gouba: Nach meinem Magisterstudium der Gehörlosen­pädagogik, Philosophie und Kunstgeschichte war ich mehr als 20 Jahre beim Gehörlosenverband München und Umland (GMU) tätig, zuletzt in der Geschäftsleitung. Dort habe ich die Lebenswirklich­keit gehörloser Menschen intensiv kennen­gelernt. Am BBW reizt mich, diese Erfahrung einzu­bringen und junge Menschen auf ihrem Weg in eine selbstbestimmte berufliche ­Zukunft zu begleiten.

Wie haben Sie Ihre ersten Wochen im BBW erlebt?
Ich wurde sehr herzlich empfangen. Besonders beeindruckt mich, dass die Teilnehmenden konsequent im Mittelpunkt stehen und viel dafür getan wird, ihnen bestmögliche berufliche Perspektiven zu eröffnen. Auch die einmonatige Übergabe mit meinem Vorgänger Jürgen Schempp war sehr ­hilfreich.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Nähe, Vertrauen und Transparenz sind mir wichtig. Aufgrund meines pädagogischen Hintergrunds möchte ich Mitarbeitende nicht nur anleiten, sondern sie darin unterstützen, Verantwortung zu übernehmen, ihre Stärken einzusetzen und über sich hinauszuwachsen. Dazu gehört auch Beweglichkeit im Denken. Der Satz „Der Kopf ist rund, damit Gedanken ihre Richtung ändern können“ beschreibt meine Haltung gut. Wir sollten bereit sein, vertraute Sichtweisen zu hinterfragen, und einander mit Empathie und Respekt begegnen.

Welche Aufgaben wollen Sie zuerst angehen?
Wir wollen unseren Auszubildenden noch mehr praxisnahe Erfahrungen ermöglichen, etwa durch Praktika und eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen. Ebenso wichtig sind Sprache, Selbstwahrnehmung und Identität. Eine tragfähige Denk- und Kommunikationssprache hilft jungen Menschen, ihre Fähigkeiten zu erkennen und ihre Interessen selbstbewusst zu ver­treten. Außerdem möchte ich das Vertrauen innerhalb des BBW und nach außen stärken. Dafür müssen wir gemeinsam eine Vision entwickeln, wofür das BBW stehen und was unsere Arbeit auszeichnen soll.

Wie möchten Sie das BBW weiterentwickeln?
Mit einer gefestigten Identität und klarer Kommunikation können wir gemeinsam in dieselbe Richtung arbeiten. So wird das BBW zu einer starken Marke, die neue Teilnehmende erreicht und zugleich für qualifizierte Mitarbeitende attraktiv ist. Unser Ziel bleibt, junge Menschen bestmöglich auf eine selbstbestimmte berufliche Zukunft vorzubereiten. Der Bezirk Oberbayern ist dabei als Träger ein wichtiger Partner. Ich sehe ihn sinnbildlich als großen Bruder: Er fordert uns manchmal heraus, steht uns aber verlässlich mit Rat und Tat zur Seite.

Woran würden Sie erkennen, dass Ihre Arbeit erfolgreich war?
Wenn Mitarbeitende und Auszubildende von einer gemeinsamen Idee getragen werden, einander vertrauen und konstruktiv zusammenarbeiten. Wenn wir gemeinsam gute Chancen für junge Menschen schaffen und zugleich klar vermitteln können, wofür das BBW München steht, dann haben wir viel erreicht. 

Interview: Dominik Schenk