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Der Netzwerker für die Erinnerung ans KZ-Außenlager Mühldorfer Hart

München, den Datum: 13.11.2019
Bezirksmedaille

Franz Langstein aus Unterreit mit der Bezirksmedaille geehrt

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer betonte bei der Verleihung der Bezirksmedaillen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement jedes Einzelnen sei. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung, Vorbilder für viele einzelne Bereiche des Lebens zu haben: „Vorbilder können Mut machen, als Inspirationsquelle dienen oder eine Orientierungshilfe für das eigene Handeln und Tun bieten.“ Die ehrenamtlich tätigen Menschen, die der Bezirk mit der Bezirksmedaille ehrt, seien solche Vorbilder. Mederer: „Wir brauchen Menschen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen, die ihre Fähigkeiten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Wir brauchen Menschen, die als Vorbilder gelten können, wir brauchen Menschen, die sich außergewöhnlich stark im Ehrenamt engagieren. Kurz: Wir brauchen Menschen wie Sie! Deshalb möchten wir sie für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit ehren.“

Zu den Geehrten zählt Franz Langstein aus Unterreit.

Hier die Laudatio durch Bezirkstagspräsident Josef Mederer:
Ehrenamtliches Engagement ehrt der Bezirk Oberbayern in den unterschiedlichsten Bereichen.
Ich bin sehr froh darüber, nun mit Franz Langstein einen Menschen auszeichnen zu dürfen, der seine Kraft und seine Lebenszeit dafür einsetzt, dass Vergangenheit nicht vergessen wird. Und der sich engagiert, dass die Lehren der Vergangenheit lebendig bleiben.

Langstein ist ein Mensch, von dem ein „Nie wieder!“ mit Blick auf Antisemitismus nicht nur in Worten gesprochen, sondern auch gelebt wird.
Für diese Haltung setzen sich seit Jahren der „Verein für das Erinnern" und der „Arbeitskreis KZ-Außenlager Mühldorfer Hart" ein. Als deren Gründungsmitglied und seit 20 Jahren amtierender Vorsitzender arbeitet Franz Langstein daran, das „Netz der Erinnerung" in der Region weiterzuspinnen.

Diese Aufgabe treibt Herrn Langstein seit mehr als zwei Jahrzehnten aktiv um. Er setzt sich für die Erinnerung an die Toten des ehemaligen KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart und allgemein die Opfer des NS-Regimes ein. Sein bisher größter Erfolg war, dass seit April 2018 die Orte „Waldlager“ und das „Massengrab“ als Gedenk- und Informationsorte erschlossen sind. Der „Rüstungsbunker“ als künftiger dritter Gedenkort ist derzeit noch nicht öffentlich zugänglich. Seit knapp 20 Jahren versucht der Arbeitskreis, alle drei Orte - an denen unter anderem Max Mannheimer gelitten hatte - zu Gedenk- und Informationsorten zu machen.


Außerdem veranstaltet der Verein „für das Erinnern“ jährlich am 28.4., den Tag der Befreiung, eine Gedenkfeier. Hierzu werden auch Zeitzeugen und Überlebende des KZ Außenlagers, die oft aus anderen Ländern kommen, eingeladen. So war der frühere ungarische Ministerpräsident Gordon Bajnai ebenfalls im Lager.


Darüber hinaus ist Franz Langstein ist verantwortlich für die Organisation und Durchführung mehrerer Bildungsreisen nach Israel. Sein ehrenamtliches Engagement reicht aber noch weiter. So organsierte Herr Langstein über 20 Jahre Familienfahrten nach Caorle, Italien, die traditionell in den Pfingstferien stattfanden.


Das ehrenamtliche Engagement von Herrn Langstein ist vorbildlich. Der Bezirk Oberbayern möchte es mit der Verleihung der Bezirksmedaille ehren. Danke!

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