Presseeinladung„Ein erfundener Konflikt??“
Symposium zu den Bauernkriegen im Rahmen der Ausstellung „Planetarische Bauern“
Sonntag, 23.11.2025, 15 bis 18 Uhr
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Schafhof - Europäisches Kunstforum Oberbayern
Am Schafhof 1
85354 Freising
Mit dem Symposium „Ein erfundener Konflikt??“ lädt der Schafhof – Europäisches Kunstforum Oberbayern dazu ein, historische, politische und ästhetische Deutungsebenen der Bauernkriege neu zu betrachten – und in ein Gespräch darüber einzutreten, wie Konflikte entstehen, erinnert, verschoben oder eben auch erfunden werden.
Am 23. November von 15 bis 18 Uhr versammelt das Kunstforum eine interdisziplinäre Runde aus Kunstgeschichte, Zeitgeschichte und kuratorischer Praxis, um jene Fragen zu beleuchten, die vor 500 Jahren erstmals aufschienen und heute, global transformiert, mit neuer Dringlichkeit wiederkehren.
Konfliktlinien über Jahrhunderte – und der Blick der Kunst
Die Vorträge von Prof. Dr. Melanie Franke von der Universität Potsdam, dem Initiator der Ausstellung und Leiter von Werkleitz, Daniel Herrmann, sowie dem Historiker und stellvertretenden Direktor des Hauses der Bayrischen Geschichte in Augsburg,
Dr. Reinhard Riepertinger, öffnen drei Blickachsen:
Wie formt Kunst kollektive Erinnerung, jenseits klassischer Historienbilder? Wie verhandeln zeitgenössische Kunstschaffende in ästhetischer Forschung globale Gegenwartsfragen wie Landnutzung, Privatisierung oder ökologisches Erbe? Und warum verlief der Bauernkrieg ausgerechnet im Herzogtum Bayern so vollkommen anders als in den umliegenden Regionen? Die Beiträge nähern sich dem Konfliktnarrativ nicht als festem historischen Ereignisblock, sondern als kulturell erzeugtem Resonanzraum.
Einbettung in die Ausstellung „Planetarische Bauern“
Das Symposium findet im Rahmen der Ausstellung „Planetarische Bauern“ statt, die im Schafhof noch bis zum 30. November zu sehen ist.
Die Schau versammelt sechs internationale Positionen – Viktor Brim, Alice Creischer, Luisa Keintzel, Iza Tarasewicz, Total Refusal (Leonhard Müllner) mit Sarah Fichtinger und Nikola Supukovic sowie Michael Wang – und setzt den historischen Bauernkrieg in Beziehung zu gegenwärtigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Spannungen.
Die Kuratoren verstehen den Bauernkrieg zugleich als Ausgangspunkt für die Frage: Was bedeuten Landwirtschaft und Ressourcenzugang im Zeitalter globaler Krisen, verschobener Ökonomien und neuer Aufstände? Die künstlerischen Arbeiten spannen einen Bogen von der Mojave-Wüste über digitale Spielewelten bis zur Mythologie, von globalen Lieferketten bis zu feministischen Perspektiven des Erinnerns und Widerstands.
Programm
Einen genauen Überblick über die Programmpunkte des Symposiums finden Sie auf der Webseite des Schafhofs – Europäisches Kunstforum Oberbayern unter
www.schafhof-kunstforum.de/Veranstaltungen/Aktuell-Vorschau/