Hilfsnavigation

Start
Schrift vergrößern
Leichte Sprache

Lexikon zur Bezirkstagswahl

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Seite zurückSeite vor
1 von 14


Stimmbezirke

Für die Stimmabgabe werden die Wahlkreise in Stimmkreise und diese wiederum in Stimmbezirke eingeteilt. Sie stellen die kleinste wahltechnische Gebietseinheit dar. Bei den Stimmbezirken handelt es sich um örtliche Bereiche für die Stimmabgabe, die aus einer Gemeinde oder aus Teilen einer Gemeinde gebildet werden. Jedem Stimmbezirk ist ein Wahllokal zugeordnet.

Die Gemeinde bestimmt, welche Stimmbezirke gebildet werden. Bei der Einteilung der Stimmbezirke sind folgende Gesichtspunkte zu beachten:

  1. Die Grenzen der Stimmkreise müssen eingehalten werden.
  2. Die Stimmbezirke sollen nach den örtlichen Verhältnissen so abgegrenzt sein, dass allen Stimmberechtigten die Teilnahme an der Abstimmung möglichst erleichtert wird.
  3. Die Zahl der Stimmberechtigten eines Stimmbezirks darf nicht so gering sein, dass erkennbar wird, wie einzelne Stimmberechtigte abgestimmt haben.
  4. Kein Stimmbezirk soll mehr als 2.500 Einwohner umfassen.

Neben den allgemeinen Stimmbezirken gibt es noch Sonderstimmbezirke. Die Sonderstimmbezirke sollen von der Gemeinde für Einrichtungen mit einer größeren Anzahl an Stimmberechtigten gebildet werden, die keinen Abstimmungsraum außerhalb dieser Einrichtung aufsuchen können. Hierzu zählen etwa Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime. Wird ein solcher Sonderstimmbezirk nicht gebildet, soll die Gemeinde für solche Einrichtungen bewegliche Wahlvorstände bilden.

Der Wähler hat in jedem Stimmbezirk alternativ zur Urnenwahl die Möglichkeit der Briefwahl.

Siehe: Briefwahl, Stimmkreise, Wahlkreis

Rechtsgrundlagen

Maßgebliche Rechtgrundlagen für die Bezirkstagswahl sind Bezirkswahlgesetz, Landeswahlgesetz, Landeswahlordnung.

Siehe: Bezirkswahlgesetz, Landeswahlgesetz, Landeswahlordnung

d'Hondt

Das Verfahren zur Sitzverteilung nach d’Hondt ist ein sogenanntes Höchstzahlverfahren, bei dem die Parteien in der Reihenfolge Sitze zugesprochen bekommen, die sich aus einem rechnerischen Teilungsverfahren ergibt.
Die Sitzverteilung erfolgt, indem die auf jede Partei entfallene Gesamtstimmenzahl nacheinander durch die Zahlen 1, 2, 3 usw. geteilt wird. In einem zweiten Schritt werden die Ergebnisse, die Quotienten, miteinander verglichen und ihrer Größe folgend (von groß nach klein) durchnummeriert. Diese Nummern werden auch Höchstzahlen genannt. Die Anzahl der Nummern richtet sich nach der Zahl der zu vergebenden Sitze. Sobald die Anzahl der zu vergebenden Sitze erreicht ist, wird das Durchzählen beendet. Jede vergebene Nummer entspricht einem zu besetzenden Sitz. Die Parteien erhalten so viele Sitze wie Höchstzahlen auf sie fallen.

Beispiel mit drei Wahlkreisvorschlägen und 8 zu vergebenden Sitzen:

 

Wahlergebnis

Wahlkreis-vorschlag

Gesamt-stimmen

A-Partei

6500

B-Partei

6000

C-Partei

3000

Teiler

Höchstzahl

(Quotient)

Sitz-
folge

Höchstzahl

(Quotient)

Sitz-
folge

Höchstzahl

(Quotient)

Sitz-
folge

1

6500

1

6000

2

3000

4*)

2

3250

3

3000

4*)

1500

-

3

2167

6

2000

7

 

 

4

1625

8

1500

-

 

 

5

1300

-

 

 

 

 

zuzuteilende Sitze

 

4

 

3

 

1

*) Bei gleichem Quotienten haben beide Parteien gleichen Anspruch auf den Sitz. Vergeben werden in obigem Beispiel damit die Sitze 4 und 5.

Die A-Partei erhält die Sitze 1, 3, 6 und 8, also insgesamt vier der acht zu vergebenden Sitze.
Die B-Partei erhält die Sitze 2, 4 und 7, also insgesamt drei der acht zu vergebenden Sitze.
Die C-Partei erhält den Sitz 4, also einen der acht zu vergebenden Sitze.

Das d’Hondtsche Verfahren wurde bis 2013 bei Kommunalwahlen in Bayern eingesetzt. Bei der Bezirkstagswahl 2018 wird erstmals das abgewandelte Verfahren St. Laguë/Schepers angewandt. Dieses Zuteilungsverfahren unterscheidet sich in der Anwendung dadurch vom d’Hondtschen Verfahren, dass hier nur durch eine Zahlenreihe aus ungeraden Zahlen geteilt wird. In der Wirkung unterscheiden sich die beiden Verfahren darin, dass die Sitzzuteilung nach d’Hondt größere Parteien tendenziell bevorzugt und dass die Variante nach St. Laguë/Schepers diese proporzverzerrende Wirkung aufhebt.

Siehe: Sitzverteilung, St. Laguë/Schepers

Weitere Dokumente

Bezirksordnung 2018
PDF (172 kB)
Geschäftsordnung des Bezirkstags von Oberbayern
PDF (178 kB)
Informationsfreiheitssatzung des Bezirks Oberbayern
PDF (19 kB)
Entschädigungssatzung
PDF (91 kB)

Publikationen

Musterstimmzettel

Musterstimmzettel für Ihren Stimmkreis
erhalten Sie im PDF-Format unter:

wahlbuero@bezirk-oberbayern.de

Infos zur Bezirkstagswahl in Leichter Sprache

Das Wahl-Hilfe-Heft der Beauftragten der bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung

Das Wahl-Hilfe-Heft der Beauftragten der bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung Wahl-Hilfe-Heft Bezirkstagswahl
© Beauftragten der bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung
Externer Link zum Herunterladen des Heftes (3,8 MB)
Seite zurückSeite vor
1 von 14
Drucken