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Dienstag, 23.12.2014, 15:31 Uhr

Ein Beispiel gelebter Inklusion

Inklusionspreis 2014 für Allershausener Kaufmann

Bezirkstagspräsident Josef Mederer überreichte Kaufmann Daniel Schermelleh am Dienstag, 25. November, für seinen herausragenden Beitrag zur Kultur eines Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderungen den Inklusionspreis 2014. Schermelleh beschäftigt in seinem EDEKA-Markt in Allershausen (Lkr. Freising) eine junge Frau mit einer geistigen Behinderung – auf einer sozialversicherungspflichtigen und unbefristeten Arbeitsstelle.
Nicolle Höhne hat an diesem Vormittag gut zu tun. Vor dem Regal mit den Molkereiprodukten stapeln sich die Kartons mit frisch angelieferten Joghurtbechern und Milchtüten. Danach geht’s gleich weiter zum Obst und Gemüse. Dort liegen noch ein paar welke Salatköpfe in der Theke. Da muss schnell frische Ware rein. „Räumen mach ich gerne, alte Sachen raus, neue Sachen rein“, sagt die 22-Jährige stolz. „Freu mich auf Arbeit. Bin im Herzen fröhlich.“

Arbeit! Das ist für die junge Frau etwas ganz besonders. Sie ist im EDEKA-Markt in der Ortsmitte von Allershausen beschäftigt – unbefristet und sozialversicherungspflichtig auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das wäre an sich nichts besonderes, wenn Nicolle Höhne nicht eine geistige Behinderung hätte. Der Weg in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen schien vorgezeichnet. Doch dann vermittelte der Integrationsfachdienst für München-Freising Höhne vor zwei Jahren überraschend in den EDEKA-Markt Allershausen für ein Praktikum.

Eine glückliche Fügung. Denn damals konnte niemand ahnen, dass Kaufmann Daniel Schermelleh die junge Frau Anfang 2014 sogar fest anstellen würde. „Ich möchte helfen – warum soll ich das nicht tun?“, fragt der gebürtige Berliner. „Mir war einfach wichtig, einem Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst für sich sorgen zu können.“

Keine Frage, für sich selbst sorgen – dazu ist Nicolle Höhne jetzt in der Lage. Dienstbeginn ist pünktlich um 6 Uhr morgens. Montag bis Samstag heißt es dann für Nicolle, rasch umziehen, und los geht es. Im Team mit einer Kollegin gilt es den Markt auf Vordermann zu bringen. „Nicolle macht das prima“, erzählt Christel Schneider, die an die-sem Morgen mit Höhne Frühschicht hat. „Ohne Nicolle, das kann sie sich hier niemand mehr vorstellen“. Das geht offenbar auch den Kunden so: Jeder im Ort kennt und schätzt die Angestellte von Kaufmann Schermelleh.

Diese Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderungen im Alltag – das hat auch die Jury des Inklusionspreises überzeugt. „Hier wird Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und am Arbeitsleben vorbildlich gelebt“, heißt es in der Begründung für die Preisvergabe. Und weiter: „Daniel Schermelleh zeigt, dass es für einen Kaufmann nicht nur um Gewinnmaximierung gehen muss, sondern dass man mit Mut und Engagement Chancen für alle Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen kann.“

Ein Weg, den Schermelleh weiter gehen will. Bereits im September, also noch vor der entscheidenden Jury-Sitzung für die Preisvergabe, hat der 32-Jährige in einem weiteren Supermarkt in Bergkirchen (Lkr. Dachau) einen jungen Mann eingestellt, der ebenfalls geistig behindert ist. Auch für seinen dritten Standort plant der Kaufmann die „Beschäftigung eines Menschen mit Inklusionshintergrund“. Es gehe nicht an, sagt er, „dass Menschen mit Behinderungen so behandelt werden, als ob man sie nicht braucht. Sie brauchen die gleiche Bestätigung im Leben wie wir alle.“

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